Die Tiroler - Nr. 503

GESELLSCHAFT FREITAG, 6.5.2022 | NR. 503 6 Mehr als einVersprechen Schulterschluss und Allianzen wollen das Bewusstsein für regionale Köstlichkeiten heben Corona, Ukraine-Krieg – die damit verbundenen Auswirkungen haben für ein neues Bewusstsein in der Bevölkerung gesorgt, das Tiroler Unternehmen jetzt in den Köpfen der Tirolerinnen und Tiroler fest verankern wollen. Richtigerweise werden hierfür die Kräfte gebündelt. In der Gastronomie erfolgte ein Schulterschluss, ebenso beim Tiroler Lebensmittelhandel. „Wo kommt's her“, lautet das gemeinsameMotto in der Gastronomie, beimLebensmittelgewerbe „Tirol schmeckt“. VON BERNHARD LIENSBERGER Im November 2020 präsentierte die Agrarmarketing Tirol die Initiative „Ich sag, wo's herkommt“ zur freiwilligen Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie. Trotz des gleich darauf erfolgten Lockdowns für Gastronomiebetriebe fand die freiwillige Herkunftskennzeichnung von Beginn an großen Anklang. Eineinhalb Jahre später blickt man auf aktuell 228 teilnehmende Betriebe zurück. Denn wie auch beim täglichen Einkauf will der Kunde auch in der Gastronomie wissen, woher die verwendeten Lebensmittel kommen. Viele Tiroler Restaurants und Gasthäuser – vom ImbissStand bis zumHaubenlokal – gehen diesenWeg bereits gemeinsam und haben sich jetzt der Initiative der Tiroler Wirtschaft und Landwirtschaft unter der Federführung der Agrarmarketing Tirol angeschlossen. Der Grundgedanke der Kampagne ist es, dass die Gäste darüber aufgeklärt werden, woher die Lebensmittel auf ihrem Teller stammen. Im Speziellen geht es um die Kennzeichnung der Produktgruppen Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte, Erdäpfel, Gemüse, Obst, Wild und Fisch. „Mehr denn je wollen die Menschen wissen, woher ihr Essen kommt – auch im Gasthaus. Mit der freiwilligen Herkunftskennzeichnung unserer regionalen Qualitätsprodukte haben wir in Tirol innerhalb kürzester Zeit viel im Sinne der Transparenz und der Bewusstseinsbildung erreicht. Wer sagt, wo es herkommt, bietet seinen Gästen einen echten Mehrwert und macht Vielfalt und Geschmack regionaler Lebensmittel am Teller erlebbar“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler. „Die Kampagne ist nicht nur ein Versprechen an den Gast, sondern auch an die heimische Landwirtschaft und soll zu mehr regionaler Zusammenarbeit anregen“, beschreibt Matthias Pöschl, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol, den Grundgedanken des Schulterschlusses von Wirtschaft und Landwirtschaft. Stärkung der heimischen Wirtschaft Die teilnehmenden Betriebe haben mit der Initiative eine tolle Möglichkeit, sich ganz klar hinsichtlich Transparenz zu positionieren und ihr Image nachhaltig zu steigern. Der Tiroler Weg für eine freiwillige Herkunftskennzeichnung ist der richtige, wie der Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, Christoph Walser, betont: „Mit der freiwilligen Herkunftskennzeichnung setzt die heimische Gastronomie ein Zeichen für regionale Kooperationen. Ohne Zwang und bürokratische Hürden gelingt es, die heimische Landwirtschaft zu unterstützen und gleichzeitig für maximale Transparenz im Angebot zu sorgen. Dieser wertvolle Schulterschluss ist zumWohle aller“. „Regionalität bedeutet immer auch eine Stärkung und Festigung der heimischen Wirtschaftskreisläufe. Die freiwillige Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie ist eine große Chance für unsere Tiroler Lebensmittelproduzenten und eröffnet für die landwirtschaftliche Produktion eine wichtige Absatzmöglichkeit für die Tiroler Qualitätsprodukte“, hält Josef Hechenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol, fest. Im Bild von links: Agrarmarketing Tirol Geschäftsführer Matthias Pöschl, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser, Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler, Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger FOTO: AGRARMARKETING TIROL/JULIAN_RAGGL Wennwir gemeinsamauftreten, dann sind wir stärker Tirol schmeckt – lautet das Motto des Tiroler Lebensmittelgewerbes. „Unsere Nahversorger haben eine gesellschaftliche Verantwortung“, bestätigt Simon Franzoi, Innungsgeschäftsführer in der Wirtschaftskammer Tirol. „Das Bewusstsein für handwerklich produzierte Lebensmittel in der Tiroler Bevölkerung ist gerade in Krisenzeiten gestiegen“, betont auch Berufsgruppensprecher Stefan Mair. Mit der Offensive www.tirol-schmeckt.at will die Landesinnung des Lebensmittelgewerbes in der Wirtschaftskammer Tirol in Zukunft verstärkt auf die vielfältigen Leistungen der mehr als 580 aktiven Mitglieder hinweisen. „Wir sind eine wachsende Berufsgruppe, aber kleinstrukturiert, die sich zuletzt sehr innovativ, beispielsweise durch neue Produktgruppen, gezeigt hat“, sagt Mair, dem eines wichtig ist: „Wir dürfen uns nicht von internationalen Anbieterketten abhängig machen.“ „Wir sind regional verwurzelt, haben Transparenz bei den Produkten, sind flexibel und sind Spezialisten“, versichern die Sprecher Peter Mayr (Konditoren), Gerd Jonak (Bäcker) und Peter-Paul Schweighofer (Metzger). Dass dies kein Lippenbekenntnis ist, kann Gerd Jonak belegen: Man verwende wieder vermehrt alte Getreidesorten beim Backen oder lasse dem Brot mehr Zeit bei der Reife. „Das merkt der Konsument und sucht daher den heimischen Bäcker“, so Jonak. „Wir haben keine Angst vor den Discountern, weil wir was ganz anderes machen“, bestätigt Peter Mayr und man gehe mit der Zeit: Die Konditoreien produzieren heute viel gesünder. Das Sortiment sei bekömmlicher, die fetthaltige Torte nicht mehr so gefragt. Der Trend gehe hin zu Produkten, die weniger süß sind, dafür aber aus regionalen Zutaten hergestellt werden. Positiv blickt auch Peter-Paul Schweighofer in die Zukunft: „Die Theke beim Metzger vor 25 Jahren ist mit der von heute nicht mehr vergleichbar. Nachhaltigkeit und Tierwohl werden verstärkt nachge- bzw. hinterfragt. Hier heben wir uns durch unsere regionalen Bezugsquellen ganz klar vom anonymen Massenprodukt ab.“ Im Bild von links: Peter Mayr (Berufsgruppensprecher-Stv. KonditorInnen), Gerd Jonak (Berufsgruppensprecher BäckerInnen), Peter-Paul Schweighofer (Berufsgruppensprecher MetzgerInnen) und Stefan Mair (Berufsgruppensprecher Nahrungs- und Genussmittelbetriebe) wissen um die Stärken regionaler Lebensmittel. FOTO: © WK TIROL/DIE FOTOGRAFEN Für 4 Personen DieTiroler Kochen mit viereinhalb Zutaten 75 unkomplizierte Gerichte für eilige Feinschmecker Heinrich Gasteiger, Gerhard Wieser, Helmut Bachmann ISBN: 978-88-6839-549-0 Hardcover, 192 Seiten, 22 Euro erschienen im Athesia-Tappeiner Verlag Sellerie-Radieschen-Salat mit Walnüssen 1. Honig, 50 ml Olivenöl, Ziegenjoghurt und Zitronensa verrühren und mit fein geschnittener Petersilie, Salz und Pfe er würzen. 2. Radieschen in Scheiben schneiden, ein paar Scheiben zum Garnieren beiseitestellen. Bleichsellerie schälen und ebenfalls in Scheiben schneiden. 3. Sellerie und Radieschen mit der Marinade vermischen und auf tiefe Teller geben. 4. Den Salat mit gerösteten Walnüssen, einigen Radieschenscheiben und Sauerklee garniert servieren. TIPP # Sie können den Selleriesalat um Birnen, Ananas oder Äpfel ergänzen. Ziegen- oder Naturjoghurt, 100 ml Bleichsellerie 400 g Radieschen 150 g Walnüsse 100g Honig, 1 TL Zitronensaft, 2 EL Petersilie, 2 EL Sauerklee Das „So kocht Südtirol“-Team beweist, dass es nicht viel benöt igt, um ein leckeres und gesundes Gericht auf den Tisch zu zaubern.

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