Die Tiroler - Nr. 503

Die Tiroler D I E Z E I T UNG F ÜR POL I T I K , WI R T SCHA F T, B I L DUNG , WI SSEN UND MOB I L I TÄT · WWW. BAS I CS -MED I A . AT Die Tiroler BASICS Redaktion: Exlgasse 20, 6020 Innsbruck Mail: redaktion@athesia.at Anzeigen: Tel. 0512 28 29 11-50 Österreichische Post AG, RM19A041900K Athesia Tyrolia Druck GmbH Exlgasse 20, 6020 Innsbruck Tirol wird zukunftsfit Maßnahmenprogramm beschlossen, Sorge um Zukunft beachten Eine klimafreundliche Strom- und Wärmeversorgung, ein noch attraktiveres Öffi-Angebot, eine kreislauffähige Wirtschaft und eine krisenfeste Gesellschaft – das sind zentrale Zielsetzungen der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie. Wie genau diese Ziele erreicht werden sollen, hat die Landesregierung vor kurzem in einem beschlossenen Maßnahmenprogramm festgelegt. „In den letzten Monaten haben wir gemeinsam mit Fachleuten, Partnerorganisationen und Stakeholdern des Landes 191 konkrete Schritte für eine nachhaltige und klimafitte Landesentwicklung erarbeitet. Jetzt geht es darum, diese Maßnahmen konsequent und so rasch wie möglich umzusetzen“, betonen Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe und Landesrat Anton Mattle. Die festgelegten Punkte sollen einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimawandelanpassung leisten und bilden im Sinne einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsbetrachtung soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte ab. Das Themenspektrum reicht dabei von der Energieversorgung über die Kreislaufwirtschaft bis hin zur Mobilität und Landwirtschaft. Das vorliegende Maßnahmenprogramm mit der Umsetzungsperiode 2022 bis 2024 ist das erste von drei Programmen zur Erreichung der Strategieziele bis 2030. Die derzeit rund 200 Initiativen werden laufend auf ihre Umsetzung und Wirksamkeit überprüft, angepasst und weiterentwickelt. Der Verunsicherung entgegenwirken Auf der anderen Seite fordern die Arbeiternehmervertreter weitere kurzfristige Programme, um die aktuelle Situation der Tiroler Haushalte zu bewältigen. „Grundsätzlich ist es erfreulich, dass die Menschen wieder ihrer Arbeit nachgehen können und die Arbeitslosenquote in Tirol auf einem niedrigen Stand ist. Der Rückgang der Arbeitslosenquote hat einerseits mit der pandemischen Entwicklung zu tun, andererseits mit den Unterstützungsmaßnahmen, die das Land Tirol und der Bund initiiert haben. Dennoch sind die Menschen verunsichert und blicken mit Sorge in die Zukunft. Der Krieg in der Ukraine, die Teuerungswelle sowie die hohe Inflation sind eine enorme Belastung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und deren Familien. Wir müssen alles daran setzen, um die Menschen nicht im Dauerregen der stetigen Verteuerung stehen zu lassen. Es wird mehr denn je um gerechte Verteilung und um Umverteilung gehen. Die Inflationsrate beträgt bereits 7,2 %. Preistreiber sind hier vor allem auch die Lebensmittel. Wir alle kennen den Begriff des Warenkorbes als Grundlage für den VPI und ich fordere hier als Soforthilfe gegen die Teuerung einen „Korb voller Waren“ in Form eines Lebensmittelgutscheines für einkommensschwache Haushalte“, betont Landesrätin Beate Palfrader. (Lesen Sie auf Seite 7 weiter). F OTO: FREEPIK/SENIVPETRO Klimawandel und Ukraine-Krise – bei vielen Tiroler Haushalten nehmen die Sorgenfalten aktuell zu. Wie teuer werden meine Energiekosten im kommendenWinter, wie schnell kann ich auf alternative Energiequellen umsteigen? Muss ich mein Mobilitätsverhalten radikal ändern? Ein erstes von drei Maßnahmenprogrammen zur Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie soll darauf Antworten geben. Verstärkt gefordert werden aber zudem von der Tiroler Landesregierung konkrete Entlastungspakete, umdie rasante Inflation zu bekämpfen. Wissenschaftsfestival „Pint of Science“ von 9. bis 11. Mai in Innsbruck Von 9.-11. Mai kommt das Wissenschaftsfestival Pint of Science in die Lokale von Innsbruck. Drei Abende lang können Sie bei einem Glas Bier die Welt der Wissenschaft entdecken: Forscherinnen und Forscher der Stadt werden in unterhaltsamen Talks neueste Erkenntnisse präsentieren und gesellschaftliche Dimensionen diskutieren. Dafür ist kein Vorwissen notwendig - das Festival richtet sich an alle, die an Wissenschaft interessiert sind. Wissenschaft zugänglicher machen Das Ziel von Pint of Science ist es, die Wissenschaft aus ihrem Elfenbeinturm herauszuholen und für alle zugänglicher und greifbarer zu machen. Dazu bringen wir Forscher und Forscherinnen der Stadt Innsbruck an drei Abenden in die Lokale nebenan. Dort präsentieren sie im gemütlichen Rahmen bei einem Glas Bier neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und diskutieren deren gesellschaftlichen Dimensionen. Die Vorträge sind an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtet und bieten allen die Möglichkeit, mit Wissenschaft in Kontakt zu kommen. In Innsbruck werden 15 Events stattfinden. 37 Vortragende der Innsbrucker Hochschulen und Forschungsinstitute werden dabei einen Einblick in ihre Arbeit geben. Die Themen reichen von der Entstehung von Galaxien, über den Kampf des Immunsystems gegen Krebs bis hin wie Erinnerungen mit Musik gemacht werden und vielem mehr. Eintragungswoche für Antikorruptions-Volksbegehren Am Montag ist die Eintragungswoche für das Rechtsstaat s- und Anti-Korruptionsvolksbegehren gestartet. Das Volksbegehren hat bereits 80.000 Unterstützer und Unterstützerinnen gesammelt. 100.000 Unterschriften sind notwendig, damit es im Parlament behandelt werden muss. Die zahlreichen Skandale rund um Postenschacher haben zur Initiative des Volksbegehrens geführt. Die Initiatoren fordern die stärkung der Rechtsstaatlichkeit und der Unabhängigkeit der Jusitz, sowie moderne und umfassende Korruptions- und Transparenzgesetzgebung und eine Neuaufstellung der Medienförderung. Das Volksbegehren unterhielt bei seiner Auftaktveranstaltung auch prominente Unterstützung: „Alles was mithilft, den Rechtsstaat zu unterstützen und Sauberkeit in unserem Land zu schaffen, zu stärken oder zu sichern, kommt allen Bürgerinnen und Bürgern ausnahmslos zugute – und diese Chance soll nicht ungenutzt bleiben“, appellierte Österreichs ehemaliger Bundespräsident Heinz Fischer für eine hohe Beteiligung. „Dieses Volksbegehren ist eine enorme Chance, mit einem sehr geringen Autwand, nämlich durch das Leisten einer Unterschrift, die Qualität der österreichischen Demokratie und den Kampf gegen die Korruption sehr, sehr positiv voranzubringen“ rief auch Österreichs ehem. EU-Kommissar Franz Fischler dazu auf, das Rechtsstaat & Anti-Korruptionsvolksbegehren zu unterstützen. VIRTUAL OPEN HOUSE No limits. Get connected. Get informed. FR, 13.05.2022 14 - 19 Uhr virtualopenhouse.mci.edu FREITAG, 6.5.2022 NR. 503 14. JAHRGANG AUFLAGE TIROLWEIT ALLE 14 TAGE NEU 248.000 IE ZEITUNG FÜR POLIT K, WIRTSCHAFT, BILDUNG, WISSEN U D MOBILITÄT • WW .DIETIROLERBASICS.AT

EUREGIO TIROL FREITAG, 6.5.2022 | NR. 503 2 Österreich ist im Ranking der Pressefreiheit massiv abgestürzt. Spätestens jetzt sollten die Alarmglocken schrillen. Es braucht endlich eine Neuaufstellung der Medienförderung und ein Informationsfreiheitsgesetz. Die Reporter ohne Grenzen veröffentlichen jedes Jahr das Ranking der Pressefreiheit. Österreich hatte sich in den letzten zwei Jahren nach der Ibiza-Affäre wieder leicht verbessert, nun ist es drastisch abgerutscht – und zwar von Platz 17 auf Platz 31 von 180. Neben Angriffen auf Journalistinnen und Journalisten während Corona-Demos kritisieren die Reporter ohne Grenzen die Medienförderung, die Inserate der öffentlichen Hand und das immer noch fehlende Informationsfreiheitsgesetz. All diese Probleme sind überaus ernst zu nehmen. Besonders problematisch ist die Abhängigkeit von Inseraten. Sie führt dazu, dass Medien nicht in gleichem Ausmaß unabhängig berichten. Es braucht eine Neuaufstellung der Medienförderung, die an Qualitätskriterien gebunden werden sollte, und ein Ende der übertriebenen Inseratenschaltung öffentlicher Stellen. Die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten wird noch weiter erschwert, wenn Amtsgeheimnis und Datenschutzgrundverordnung als Vorwand herangezogen werden können, um ihnen keine Informationen erteilen zu müssen. Eine freie Presse ist aber unerlässlich für das Funktionieren der Demokratie. Nur wenn die Medien Menschen mit unabhängigen, gut recherchierten Informationen versorgen können, können die Wählerinnen und Wähler sich eine fundierte Meinung bilden. Die Politik profitiert leider von steuerbaren Medien, wie die Inseraten- und Umfragenaffäre kürzlich deutlich gezeigt hat. Deshalb hält sich der Wille, wirklich etwas zu ändern, leider in Grenzen. Es ist also höchste Zeit, dass die Wählerinnen und Wähler sich für die Freiheit der Medien einsetzen und entsprechende Änderungen – sowohl bei der Medienförderung und den Inseraten als auch bei der Informationsfreiheit – einfordern. maria.knipswitting@athesia.at Lebenswelten Jugendlicher in der Europaregion Euregio-Studie mit über 6.300 Vierzehn- bis Sechszehnjährigen 6.300 Jugendliche imAlter von 14 bis 16 Jahren aus dendrei LändernTirol, Südtirol und demTrentino gaben im Jahr 2020 Auskunft über ihre Lebenswelt. Befragt wurden die Jugendlichen zu ihren individuellen Einstellungen, ihren jeweils eigenen Haltungen und Meinungen zu sieben zentralen gesellschaftsrelevanten Themenfeldern. Diese umfassten neben Schule, Freizeitbeschäftigung oder Sport auch deren Wertevorstellungen, ihre Zukunftsaussichten oder religiöse Anschauungen. Die Studie wurde im Rahmen eines gemeinsamen Schwerpunktprojekts der Tiroler Euregio-Präsidentschaft mit den pädagogischen Hochschulen in Tirol, dem Südtiroler Landesinstitut für Statistik (ASTAT) und der Bildungsdirektion des Trentino ausgearbeitet. Insgesamt wirkten 19 AutorInnen aus allen drei Landesteilen der Euregio sowie Österreich und Deutschland mit. „Es freut mich, dass 90 Prozent der befragten jungen Menschen ihrer Zukunft positiv entgegensehen, sich aber dennoch Gedanken über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und vor allem auch über demokratische Werte machen“, betonte Jugendlandesrat Anton Mattle bei der Präsentation der Studie in Innsbruck diese Woche. In den Zeitraum der Erhebung fiel die Coronapandemie mit anhaltenden Beschränkungen, Veränderungen und daran anschließende Diskussionen. „Der Alltag der Jugendlichen hat sich genau während der Zeitspanne der Erhebung stark verändert – und deshalb spielte auch die Diskussion um gelebte Demokratie eine größere Rolle.“ Hoher Grad an politischer Mitwirkungsbereitschaft Knapp die Hälfte der Jugendlichen in der Euregio ist sehr bzw. ziemlich zufrieden mit der in ihrem Land gelebten Demokratie. Ein wichtiger Ort der Demokratieerziehung ist die Schule. Unter den Jugendlichen in der Euregio besteht ein hoher Grad an politischer Mitwirkungsbereitschaft im schulischen Kontext. Schule wird ganz klar als Ort wahrgenommen, an dem demokratische Werte gelten und vermittelt werden. Großteil der Jugendlichen offen für andere Kulturen In ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld, der Schule, fühlen sich die befragten Jugendlichen offenbar wohl: 80 Prozent geben an, gute Freunde in der Schule zu haben und nur sieben Prozent haben das Gefühl, in den Pausen nicht integriert zu sein. „Auffällig ist die Offenheit in sozialen Fragen. Die Jugendlichen haben ihrer eigenen Einschätzung nach kaum Berührungsängste gegenüber Menschen mit Behinderung und 85 Prozent stimmen der Aussage eher zu, dass im Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen jede und jeder profitieren könne“, informierten die Studienautoren Nikolaus Janovsky von der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Edith Stein (KPH) und Paul Resinger von der Pädagogischen Hochschule Tirol (PHT). 69 Prozent der 14- bis 16Jährigen stimmten eher oder ganz der Frage zu, dass man Flüchtlingen helfen und diese im eigenen Land willkommen heißen sollte. 38 Prozent der Jugendlichen gaben an, oft oder häufig über den Sinn des Lebens nachzudenken, die religiöse Überzeugung schien dabei eher weniger eine Rolle zu spielen. Auffällig sei, dass sich 16 Prozent der Jugendlichen als (eher) religiös bezeichneten, jedoch 30 Prozent angaben, an Gott zu glauben. Junge Menschen erfreuen sich guter Gesundheit Hinsichtlich der allgemeinen Gesundheitswahrnehmung der in der Studie befragten 14bis 16-Jährigen ist die Situation überwiegend positiv. Fast ein Drittel der Befragten beschrieb den eigenen Gesundheitszustand sogar als ausgezeichnet. Die Gesundheit wurde von fast keinem der Befragten als schlecht wahrgenommen. „Das könnte auch damit zusammenhängen, dass Sport für 69 Prozent der Buben und 55 Prozent der Mädchen zu den oft ausgeführten Freizeitaktivitäten gehört“, so die Studienautoren. Pro Tag haben 14- bis 16-Jährige zwischen drei und sechs Stunden Freizeit. Diese verbringen über 80 Prozent der Jugendlichen oft im Internet, wobei soziale Netzwerke und damit der Kontakt zu FreundInnen eine wichtige Rolle spielen. Nur etwa ein Viertel der Jugendlichen engagiert sich hingegen oft in einem Verein oder gibt an, in seiner Freizeit an Projekten mitzuwirken. Ergänzend zur Studie wird eine „LebensweltenBroschüre“ veröffentlicht. „Diese ist vor allem für Personen, die beruflich oder privat mit Jugendlichen und mit gesellschaftlichen Entwicklungen zu tun haben, aufschlussreich“, ist LR Mattle überzeugt. Bei der Präsentation der Euregio-Studie zu den Lebenswelten von Jugendlichen in Tirol, Südtirol und im Trentino: (von links) Studienautor Nikolaus Janovsky (KPH), LR Anton Mattle und Irmgard Plattner, Vizerektorin der PHT. FOTO: © LAND TIROL/HULDSCHINER Euregio-Innovationspreis imZeichen von Gesundheit und Life Sciences Wer in der Euregio innovative Produkte, Technologien oder Dienstleistungen im Bereich von Gesundheit und Biowissenschaft entwickelt hat, kann sich bis zum 31. Mai um den Innovationspreis bewerben. Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hat gemeinsam mit den Wirtschafts- und Handelskammern der Europaregion – nunmehr zum fünften Mal – den Euregio-Innnovationspreis ausgeschrieben. In diesem Jahr steht das Thema „Gesundheit und Life Sciences“ im Mittelpunkt. „Die große Bedeutung der Gesundheitsund Biowissenschaften wurde uns nicht zuletzt von der Corona-Pandemie vor Augen geführt“, betont Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher, der in der Landesregierung derzeit neben der Forschung und Innovation auch die Gesundheitsagenden betreut. „Forschungsfortschritte in diesem Bereich erhöhen die Lebenserwartung und verbessern die Lebensqualität“, betont Kompatscher. Der Landeshauptmann ruft Forschende und Unternehmen zur Beteiligung auf. Bewerbungen bis zum 31. Mai Unternehmen und Forschende können ihre innovativen Produkte, Technologien und Dienstleistungen im Bereich von Gesundheit und Biowissenschaften bis zum 31. Mai 2022 einreichen. Die Einreichung ist in den drei Kategorien Biotechnologie und Pharma, Lebensmitteltechnologie und gesunde Ernährung sowie Digital Health und Medizintechnik möglich. Teilnehmende sollten entweder aus der Europaregion stammen oder in einem Unternehmen, einer Universität, einer Hochschule oder einer Forschungseinrichtung der Euregio tätig sein. Die ersten drei Preise beinhalten ein gemeinsames Coaching der Standortagenturen im Wert von 5000 Euro pro Gewinner, zusätzlich wird ein Betrag von 1000 bis 5000 Euro als Preisgeld ausbezahlt. Die Finalisten werden eingeladen, am 20. und 21. August bei den Tiroltagen des Europäischen Forums Alpbach ihre Einreichungen der hochkarätigen Jury unter dem Vorsitz von Josef Margreiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding GmbH, vorzustellen. Die Preisverleihung findet am 21. August statt. Informationen: www.euregio.info/innovation Foto: © Unsplash/ Michael Longmire KOMMENTAR

FÜR KONSUMENTEN FREITAG, 6.5.2022 | NR. 503 3 INDENMUNDGELEGT A‘KOMMENTAR Faktor Arbeit muss entlastet werden. Beschäftigte brauchen wieder Perspektiven! von AK-Präsident Erwin Zangerl Egal ob Teuerungswelle, explodierende Wohnkosten, Pandemie- und Kriegsfolgen – auch die Tiroler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer be nden sich im permanenten Krisenmodus. Die Belastungen werden immer größer, viele verlieren den Anschluss. Der Bund muss deshalb endlich in die Gänge kommen und die Auswirkungen der Krisen abfedern, damit die Menschen wieder eine Perspektive haben und nicht von der Angst, an den Rand der Gesellscha zu dri en, erdrückt werden. Und dazu zählt vor allem, dass der Faktor Arbeit endlich entlastet werden muss! In einem Land, in dem der Faktor Arbeit mit 47% besteuert ist, ist es nämlich extrem schwierig, sich etwas auf die Seite zu legen, geschweige denn, ein bescheidenes Vermögen aufzubauen: Der Großteil des Verdienstes wird wegbesteuert. Das ist nichts anderes als eine staatlich verordnete Geldbescha ungsaktion, bei der die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Zeche zahlen. Arbeit muss sich wieder lohnen und man muss von ihr leben können, denn sonst verlieren die Beschäftigten die Perspektive. Es braucht einen sozialen Ausgleich und die Entlastung des Faktors Arbeit. Geld ist genügend da, man muss sich nur die Gewinne der Energieunternehmen anschaue. Allein der Verbund rechnet heuer mit einem Gewinn von 2 Milliarden Euro. Wir dürfen auch nicht vergessen, welche Auswirkungen es auf die Gesellscha hat, wenn die Mitte verloren geht und kein sozialer Ausgleich mehr statt- ndet. Letztlich ist das Vermögen auch in Österreich sehr ungleich verteilt – ein Prozent besitzt die Häl e des Gesamtvermögens. Deshalb braucht es neben der kurzfristigen Bekämpfung der Teuerungswelle auch umfangreiche nachhaltige Reformen, die in Österreich seit Jahrzehnten verschoben werden. Die Menschen brauchen keine Einmalzahlungen, die mehr kosten als sie bringen, sie brauchen schnell nachhaltige Erleichterungen, wie durch die Abschaffung der Kalten Progression. Jede Möglichkeit muss in Betracht gezogen werden, die den Menschen hil , durch diese Krisen zu kommen! erwin.zangerl@ak-tirol.com Damit wird die Reparatur von elektrischen und elektronischen Geräten, die üblicherweise in privaten Haushalten verwendet werden, durch eine bundesweite Förderung in der Höhe von 130 Millionen Euro bis zum Jahr 2026 unterstützt. „Mit dieser Initiative wird eine echte Win-win-win-Situation geschaffen. Erstens können viele kleinere, auf Reparaturen spezialisierte Betriebe auf mehr Geschäft hoffen. Zweitens sparen sich die Kundinnen und Kunden bares Geld. Und drittens wird damit ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit und gegen die Kultur des Wegwerfens gesetzt“, freut sich Franz Jirka, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk, über den Start des Reparaturbonus. Privatpersonen können den Reparaturbonus für Kostenvoranschläge oder für die Reparatur von Elektro- und Elektronikgeräten auf reparaturbonus.at beantragen und in der Folge bei den auf der Website angeführten Partnerbetrieben einlösen. Pro Bon bekommt der Betrieb maximal 30 Euro für einen Kostenvorschlag beziehungsweise 50 Prozent der förderungsfähigen Brutto-Kosten bis maximal 200 Euro aus den Fördermitteln zurückerstattet. Die Kundeninnen und Kunden zahlen also nur die Differenz aus der eigenen Tasche. „Die Palette der geförderten Produkte ist sehr breit und umfasst fast alle elektrischen und elektronischen Geräte, die von Privatpersonen genutzt werden. Dazu zählen Küchen- und Haushaltsgeräte, Werkzeuge und Gartengeräte, IT- und Kommunikationsgeräte, Unterhaltungselektronik sowie Elektro- und Elektronikgeräte für Freizeit, Sport und Gesundheit. Dabei fallen sowohl elektronische als auch nicht elektronische Bauteile - zum Beispiel das defekte Rad eines Staubsaugers - unter den Reparaturbonus“, weiß Jirka, der hofft, dass möglichst Repariert statt ausrangiert - unter diesem Motto hat das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (kurz BMK) den sogenannten „Reparaturbonus“ initiiert. viele Tirolerinnen und Tiroler den Reparaturbonus nutzen: „Wir haben uns daran gewöhnt, in einer Wegwerfgesellschaft zu leben. Auf Dauer können wir uns das aber in keiner Hinsicht mehr leisten. Reparieren statt ausrangieren ist deswegen ein Gebot der Stunde!“ Der Reparaturbonus soll ein Umdenken bewirken. FOTO: LUISE PFEFFERKORN / PIXELIO.DE Reparieren statt wegwerfen ist ein Gebot der Stunde dietirolerbasics.at Die Tiroler Oft sind die Preise ein Glücksspiel Reisen, buchen oder Shoppen im Netz – die Preisunterschiede können je nach Gerät und Tag sehr unterschiedlich sein, das Bundesland spielt teilweise auch eine Rolle. Es gibt aber keinen besten Zeitpunkt oder bestes Gerät, um auf Shoppingtour zu gehen. Die auf den Endgeräten angezeigten Preise differieren bis zu 128 Prozent. Das zeigt eine AK Analyse bei 30 Preisen mit bis zu 20 verschiedenen Geräten bei fünf Online-Anbietern in sechs Bundesländern. „Bei Online-Buchungen kommt es auf das Endgerät und möglicherweise auch auf das Surfverhalten an“, erklären die KonsumentenschutzExpertinnen und -Experten der AK Tirol:. „Wo sich Konsumentinnen und Konsumenten befinden, spielt nicht so eine große Rolle. Preisvergleiche für Online-Buchungen oder OnlineShopping werden zunehmend schwieriger. Es ist für Konsumentinnen und Konsumenten – und auch für uns Konsumentenschützerinnen und Konsumentenschützer – nicht nachvollziehbar, wovon die unterschiedlichen Preise tatsächlich abhängen.“ Shoppen oder ein Hotel oder einen Flug im Internet buchen – immer öfter kommt es vor, dass die Preise am iPad oder Laptop anders sind als etwa bei einer Buchung übers Handy oder umgekehrt. Achterbahnfahrt bei den Preisen Der AK Test zeigt: Die größte Preisdifferenz gab es am gleichen Tag bei swoodoo.at für einen Flug nach Mallorca – auf 17 Endgeräten (alle Arten) war ein um 128 Prozent höherer Preis angezeigt als auf einem Smartphone (Wien). Bei fluege.de war bei einem Flug nach Larnaca am gleichen Tag auf 13 Laptops und iPads (Wien, Tirol, Salzburg, Niederösterreich, Kärnten) ein um 64 Prozent höherer Preis angezeigt als auf allen sechs Smart- und iPhones (Wien, Tirol, Steiermark, Salzburg). Bei booking.com war am gleichen Tag für ein Hotel in Sardinien auf einem Laptop (Tirol) und iPhone (Salzburg) ein um knapp 34 Prozent teurerer Preis als auf einem Smartphone (Tirol). Was können Konsumenten tun? Preisvergleichs-Plattformen nutzen: Bei Preisvergleichs-Plattformen, zum Beispiel idealo.at oder geizhals.at, zeigen die Anbieter die günstigsten Preise für das Produkt an. Zum Teil erhält man dadurch auch bessere Angebote als über das direkte Aufrufen des Shops. Preise auf Laptop und Handy checken: Preise vergleichen, indem Sie sie mit Ihrem Smartphone als auch Standgerät ansehen. Nicht aufspüren lassen: Sie können in Ihrem Webbrowser festlegen, dass es zu einem Schutz vor Aktivitätenverfolgung kommt, also Blockieren von Tracking. Cookies sowie WebsiteDaten werden somit mit dem Schließen des Fensters automatisch gelöscht. Blockieren Sie auch Cookies von Drittanbietern. Ort „faken“: Preise unterscheiden sich zum Teil dadurch, von wo aus Sie auf eine Website zugreifen. Nutzen Sie einen vertrauenswürdigen VPN-Dienst. Damit können Sie einen anderen Standort als Ihren tatsächlichen auswählen. Das bringt eventuell gute Preise. Wer Flüge online bucht, sollte die Preisentwicklungen genau verfolgen. FOTO: PETRA SCHMIDT / PIXELIO.DE Ingrid, warum hast du denn schon so früh bekanntgegeben, dass du bei der nächsten Wahl nicht mehr kandidierst? Ich glaube, jetzt werden wir in der Regierung gar nichts mehr weiterbringen. Ach Günther, freu dich doch einfach. Die letzten vier Jahre haben wir auch nichts weitergebracht. Jetzt hast du zumindest eine gute Ausrede.

INTERVIEW FREITAG, 6.5.2022 | NR. 503 4 „Wollen echte Veränderung“ FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger im Interview Markus Abwerzger wird die FPÖ im kommenden Jahr erneut in die Landtagswahl führen. Inhaltlich wollen die Freiheitlichen mit Transparenz und Sozialpolitik punkten. Eine Koalitionsbeteiligung kommt für Abwerzger nur ohne Landeshauptmann Platter in Frage. VON MARIA KNIPS-WITTING Die Tiroler Parteien stehen bereits in den Startlöchern für den nächsten Landtagswahlkampf. Was waren in der aktuellen Legislaturperiode Ihre größten Erfolge? Markus Abwerzger: Wir waren in den letzten vier Jahren das soziale Gewissen der Landesregierung. Wir haben im sozialen Bereich unglaublich viele Anträge eingebracht, die zum Teil auch angenommen wurden. Zum Beispiel konnten wir bei den Themen Kinderpsychiatrie und Heizkostenzuschuss viel erreichen. Was mich weniger gefreut hat, war, wie die Landesregierung mit vielen Anträgen umgegangen ist. Sie deformiert Anträge bis zur Unkenntlichkeit, bis man nicht mehr weiß, worum es eigentlich geht. Auch nicht gefreut hat mich der Umgang der Landesregierung mit dem Landtag. Sie kann mit dem Landtag nicht viel anfangen und sobald keine Medienvertreter mehr anwesend sind, verlassen auch die Mitglieder der Landesregierung die Sitzung. Das zeigt, dass sie den Landtag nicht in dem Ausmaß ernst nehmen, wie er es sich verdient hat. Ausnahmen sind die Grünen Landesrätinnen, die fast immer anwesend sind. Am Anfang der Legislaturperiode gab es immer wieder gemeinsame Initiativen mit den anderen Oppositionsparteien. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit in der Opposition? Abwerzger: Das Auskommen zwischen uns ist sehr gut. Ein Fakt ist allerdings, dass die SPÖ seit etwas über einem Jahr nicht mehr Teil der Opposition ist. Das große Ziel von Georg Dornauer ist es, Landeshauptmann-Stellvertreter zu werden, und genauso verhält er sich auch. In jeder Landtagssitzung sieht man, wie sehr er sich an den Landeshauptmann anbiedert. Das ist schade, weil rein prozentual die SPÖ die größte Oppositionspartei ist. Ob das der richtige Weg ist, wird der Wähler entscheiden. Ich halte es für einen großen Fehler. Mit den anderen Oppositionsparteien gibt es nach wie vor öfter gemeinsame Anträge und wir arbeiten dort zusammen, wo es sich anbietet. Was sind Ihrer Meinung nach aktuell die größten Missstände in Tirol? Abwerzger: Aus meiner persönlichen Sicht ist das System Platter der größte Missstand, den wir in Tirol haben. Das System ÖVP, für das auch Landeshauptmann Günther Platter steht, bedeutet kompletten Stillstand. Die Regierung verwaltet, anstatt zu gestalten, und es gibt Vetternwirtschaft. Die ÖVP hat zwar bei der letzten Wahl 44 Prozent der Stimmen geholt, aber sie haben einen Machtanteil von 98 Prozent in diesem Land, und das gehört aufgebrochen. Ich will nicht Teil dieses Systems sein, sondern etwas verändern. Und wenn man das will, muss sich das System ändern und dafür muss auch die ÖVP sich bewegen. Und dafür sehe ich aktuell bei Platter nicht unbedingt Bereitschaft. Die Volkspartei kann zwei Dinge sehr gut: Und zwar Machtausbau und Machterhalt. Dem wird alles untergeordnet und das ist nicht gut für unser Land. Was bedeutet das in Bezug auf eine mögliche Regierungsbeteiligung? Würden Sie sich auf eine Koalition mit der ÖVP einlassen? Abwerzger: Ich habe immer gesagt: Mit mir wird es keine Koalition mit dem System Platter geben. Es gibt aber in der zweiten Reihe der ÖVP sehr viele gute , willige und junge Kräfte, die etwas bewegen wollen. Platter verhindert das derzeit. Man hat das auch bei der Regierungsumbildung gesehen. Das war nichts frisches, neues, sondern eine Art letztes Aufgebot, wo er seine Getreuen um sich geschart hat. Aber ich habe in der ÖVP sehr viele gute Kontakte, ich behaupte sogar, bessere als der Landeshauptmann selbst. Und da wird sich etwas bewegen. Wenn die ÖVP viele Stimmen verliert und die anderen Parteien Stimmen dazugewinnen, können wir davon profitieren. Wir hoffen natürlich auch, dass wir wieder Vertrauen zurückgewinnen und dann könnte es ganz andere Machtverhältnisse in Tirol geben. Selbst im „Heiligen Land“ Tirol ist es nicht gottgegeben, dass die ÖVP eine Mehrheit hat. Und das sollte sich vielleicht auch jeder Oppositionspolitiker überlegen. Es kann auch Mehrheiten abseits der ÖVP geben. Wie viel Prozent setzen Sie sich als Ziel für die nächste Wahl? Abwerzger: Das ist schwer zu sagen, denn es wird auch sehr stark davon abhängen, was in Wien passiert. Falls die nächste Corona-Welle kommt und die Regierung die Maßnahmen wieder hochzieht, verlängert sie somit die lebenserhaltenden Maßnahmen für die MFG. Fakt ist, dass ein Plus vor unserem Ergebnis stehen sollte, und aus aktueller Sicht würde ich mir wünschen, dass wir ein Mandat hinzugewinnen können. Sehen Sie die MFG als Gefahr für Ihr Wahlergebnis? Abwerzger: Die MFG ist ein politischer Mitbewerber wie jeder andere. Landeshauptmann Platter hat einmal ein gutes Zitat gebracht: „Jede Laus beißt.“ Das stimmt. Die MFG hat uns auch bei den Gemeinderatswahlen Stimmen gekostet, aber nicht nur uns. Sie ist eine Mogelpackung, weil man nicht weiß, wen man da eigentlich wählt. Wir als FPÖ haben diese coronakritische Haltung verinnerlicht und kämpfen tagtäglich dafür, dass die echte Normalität wieder eintritt. Die MFG vertritt abgesehen von Corona eher linke Positionen, die unsere Wähler nicht vertreten. Falls die MFG zur Landtagswahl antritt, werden wir im Wahlkampf auch darauf aufmerksam machen. Sie treten bei der Wahl als Spitzenkandidat für die FPÖ an. Wo wollen Sie im Wahlkampf Ihre Schwerpunkte setzen? Abwerzger: Ein Schwerpunkt wird das Thema Transparenz sein. Wir fordern ein „Sauberes Tirol“ und sind die erste Partei in Tirol, die Compliance-Regeln und eine gläserne Parteikassa hat. Wir bekämpfen im Wahlkampf alles, was das System Platter ausmacht. Wir fordern Transparenz und ein Ende der Vettern- und Freunderlwirtschaft. Auch im Sozialbereich werden wir Akzente setzen. Vor allem muss etwas gegen die Teuerung getan werden. Für Corona-Tests wurden Abermillionen Euro ausgegeben, jetzt muss Geld in die Hand genommen werden, um die Einheimischen zu entlasten. Ein großer Kostenfaktor ist in Tirol das Wohnen. Was sind Ihre Ansätze für leistbares Wohnen? Abwerzger: In jedem Wahlkampf in den vergangenen Jahren war das Wohnen ein Thema. Leider gibt es kein Patentrezept für günstiges Wohnen. Ich bin nicht der Meinung, dass die Leerstandsabgabe Wohnungen mobilisiert – auch, weil es hier alle möglichen Schlupflöcher gibt. Ein Ansatz wäre es, die Immobilienertragssteuer für Vermieter, die Wohnungen lange vermieten, zu erlassen oder zu reduzieren. Das wäre ein Anreiz, Wohnungen zu vermieten. Wenn dann mehr Wohnungen am Markt sind, sinken auch die Preise. Außerdem wäre eine Novelle des Mietrechtsgesetzes anzudenken, aber das wird politisch wohl eher nicht möglich sein. Generell finde ich es wichtig, nicht immer nur die Mieter-, sondern auch die Vermieterseite zu sehen, und Anreize zu schaffen. Beim Wohneigentum sollte die Vertragsraumordnung noch öfter angewendet werden. Insgesamt erachte ich dieses Instrument als sinnvoll. Viele Menschen sind erschüttert vom aktuellen Krieg in der Ukraine. Schaden die engen Beziehungen zu Russland in den letzten Jahren der FPÖ jetzt? Abwerzger: Andere Parteien hatten ebenso intensive Kontakte zu Russland. Die Kooperation mit Putins Partei war ein leeres Blatt Papier. Es ist auch nie zu einem Austausch gekommen. Und es ist auch nie Geld aus Russland in die FPÖ geflossen. Fast niemand hat damit gerechnet, dass es zu einem Krieg kommt, auch ich nicht. Und diesen Angriffskrieg von Russland verurteile ich aufs Schärfste. Unter den Sanktionen leidet auch unsere Wirtschaft. Wie sehen Sie die Maßnahmen gegen Russland? Abwerzger: Natürlich muss die Staatengemeinschaft diesen Angriffskrieg verurteilen und auch Österreich muss das tun. Ich finde es aber schade, dass wir als neutraler Staat nicht Verhandlungsort sind, sondern das NATO-Mitglied Türkei. Bei Sanktionen, die uns selbst sehr hart treffen, sollten wir etwas vorsichtiger sein. Klubobmann Markus Abwerzger hofft auf ein Plus an Stimmen bei der kommenden Landtagswahl. FOTO: WALCH

WIRTSCHAFT FREITAG, 6.5.2022 | NR. 503 5 Vertrauen in die Justiz? Josef Fritzl, der seine Tochter Jahrzehnte im Keller eingesperrt hatte, mehrere Kinder mit ihr zeugte, die zum Teil auch in Gefangenschaft aufwachsen mussten, soll in die „normale Justizanstalt“ überstellt werden und hat so die Chance, in weiterer Folge freizukommen, weil 3 Gutachter meinen, er sei nicht mehr gefährlich. Ja geht’s noch? Die Bestie, die einer jungen Frau, seiner Tochter, ihr Leben gestohlen hat. Sie immer und immer wieder vergewaltigte. Unvorstellbar, dass man diese Qualen überleben kann. Sie hat wohl auch nur körperlich überlebt, ihre Seele wird wohl tausend Tode gestorben sein. Und der Peiniger kann möglicherweise bald in Freiheit leben. Und da fällt mir gleich ein zweites Beispiel ein, wo ich mich fragte, ob die österreichische Justiz sich wirklich Kritik verbitten kann. Der Fall der 16-Jährigen, die kürzlich in Linz in einem Treppenhaus von einer Gruppe Jugendlicher vergewaltigt wurde, die auf freiem Fuß angezeigt sind, obwohl sie von der Polizei auf frischer Tat ertappt wurden. Aber man braucht wohl die Zelle für die ehemalige Familienministerin, die in Verdacht steht, unerlaubt Geld kassiert zu haben. Verstehen Sie mich nicht falsch, Politiker haben sich gleich an die Gesetze zu halten, wie jeder andere. Aber kann die Schuld eines Vergewaltigers so gering gehalten werden, nur weil er besonders alt bzw. besonders jung ist? Das nützt den Opfern nichts. Und hören wir auf mit dem MeToo Theater, wenn jemand einen Frauenwitz macht oder nicht gendert. Wie muss man sich als Polizeibeamter fühlen, wenn man sich tagtäglich bemüht, sich oft auch in Gefahr bringt, um Recht und Ordnung zu gewährleisten, wenn die Justiz dann alle Arbeit zunichtemacht. Darum halten wir nicht den Mund, wenn die Justiz Fehlentscheidungen trifft. Denn auch Richter sind nur Menschen. Auch sie müssen Kritik aushalten. Starker Partner für nachhaltige Zukunft Raiffeisenlandesbank Tirol setzt auf starke Kundenbindung Konsequent kundenzentriert undwerteorientiert hat dieRLBTirol im Jahr 2021 agiert und damit ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 31,1 Millionen Euro (2020: 16,3 Mio. Euro) erwirtschaftet. Die Bilanzsumme des Spitzeninstituts der Raiffeisen-Bankengruppe Tirol steigt auf 10,9Milliarden Euro (2020: 9,4 Milliarden Euro). Inhaltlich setzt die Bank neben derDigitalisierung dieNachhaltigkeit andie Spitze ihrerAgenda. Für die Betriebe und Menschen in Tirol war die RLB Tirol auch im wechselhaften zweiten Pandemiejahr ein Fels in der Brandung, berichtet Reinhard Mayr, Vorstandsvorsitzender der RLB Tirol AG, und ergänzt: „Gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden haben wir eine starke Performance gezeigt.“ Der Erfolg im Kreditgeschäft attestiert diese Kundennähe: die Ausleihungen der RLB Tirol sind um 6,1 Prozent deutlich über Markt auf 3,34 Milliarden Euro gewachsen. Damit leistete das operative Geschäft einen wesentlichen Beitrag zum EGT in Höhe von 31,1 Millionen Euro (2020: 16,3 MillionenEuro). Die Bilanzsumme ist um 15,6 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro gestiegen. Die Kapitalbasis bleibt mit einer harten Kernkapitalquote von 15,5 Prozent (2020: 16,0 Prozent) auf einem hohen Niveau. Digitalisierung für Kundenbindung und Nachhaltigkeit Ein Kernthema bleibt die Digitalisierung und mit ihr die sinnvolle Kombination aus persönlicher Nähe und Online-Services. Dazu Thomas Wass, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RLB Tirol: „Wir leben die persönliche Nähe und bauen gleichzeitig unser digitales Angebot permanent aus, weil wir damit die Bequemlichkeit für unsere Kundinnen und Kunden steigern.“ Dass Kundinnen und Kunden diesen Kurs schätzen, zeigen 195.000 Userinnen und Usern des Raiffeisen Internetbankings Mein ELBA in Tirol. „Selbstverständlich macht uns die Digitalisierung auch flexibler und wettbewerbsfähiger und wir verknüpfen sie gekonnt mit dem strategischen Thema Nachhaltigkeit – die digitale nachhaltige Wertpapierveranlagung WILL ist dafür ein Beispiel“, so Wass. Als starken Partner für eine nachhaltige Zukunft präsentieren die Vorstände Thomas Wass, Reinhard Mayr und Christof Splechtna (von links) die Raiffeisen-Landesbank Tirol AG mit deren Bilanz 2021. FOTO: FRANZ OSS Pauschale Risikokosten als zusätzliche Vorsorge Ebenso wie Erfolge im Kundengeschäft tragen Sonderfaktoren wie eine nachgeholte Dividende der RBI zum Betriebsergebnis 2021 bei. „Die besondere Ergebnissituation haben wir genützt und uns auf mögliche Nachholeffekte bei Unternehmensinsolvenzen und das weiterhin unsichere makroökonomische Umfeld mit zusätzlichen pauschalen Vorsorgen vorbereitet“, berichtet Vorstandsmitglied Christof Splechtna. Dafür hat die Bank im Jahr 2021 die pauschalen Risikovorsorgen um 16,7 Millionen auf 97,2 Millionen Euro erhöht. Die kundenbezogenen Wertberichtigungen sind aufgrund hoher Kreditqualität gesunken, diese Entwicklung spiegelt sich auch in der historisch niedrigen NPLRatio von 1,4 Prozent (2020: 1,7 Prozent) wider. Nachhaltig stark für Menschen und Region Auch der Blick auf das vorläufige Ergebnis der Raiffeisen-Bankengruppe Tirol zeigt eine kräftige Entwicklung. So erreicht die Bilanzsumme aller Tiroler Raiffeisenbanken und der RLB Tirol gemeinsam einen Wert von 20,6 Milliarden Euro (2020: 18,4 Milliarden Euro), das EGT der Gruppe ist auf 104,1 Millionen Euro gestiegen (2020: 69,1 Millionen Euro). „Es sind die umfassende Servicierung und die Themenführerschaft, über welche die RLB Tirol die Raiffeisen-Bankengruppe Tirol gemäß Mission in eine erfolgreiche Zukunft führt. Auch in den Tiroler Raiffeisenbanken wird Nachhaltigkeit heuer strategisch verankert. Gemeinsam treten wir an, um die Menschen und unsere Region nachhaltig zu fördern und zu entwickeln“, so Reinhard Mayr als Vorstandsvorsitzender der RLB Tirol und Sprecher der Raiffeisen-Bankengruppe Tirol. TIROLERVERSICHERUNG ist erneut Top Arbeitgeberin Zum fünften Mal in Folge kürte das Wirtschaftsmagazin Trend die TIROLER VERSICHERUNG zur Top Arbeitgeberin. Zudem erhielt die Regionalversicherung für ihr Gesundheitsprogramm das BGF-Gütesiegel. Jedes Jahr zeichnet das Wirtschaftsmagazin Trend in Kooperation mit Kununu, Xing und Statista die 300 besten Arbeitgeber Österreichs aus. Für das Ranking wurden insgesamt über 220.000 Bewertungen von Arbeitnehmer*innen aus unterschiedlichen Kanälen erhoben. So wurden mehr als 8.000 Arbeitnehmer*innen gefragt, ob sie ihren Arbeitgeber weiterempfehlen würden. Zusätzlich haben Mitglieder der Karriereplattformen Xing und kununu an einer Online-Befragung teilgenommen, in der sie ihren Arbeitgeber in über 35 Einzelaspekten – wie beispielsweise Familienfreundlichkeit, Arbeitsklima oder Work-Life-Balance – beurteilen konnten. Auch die Arbeitgeberbewertungen auf kununu fließen in die Ergebnisse mit ein. „Wir bieten den unterschiedlichen Talenten Raum, sich zu entwickeln – persönlich wie fachlich. Unsere Organisationsstruktur ist flexibel und richtet sich nach den Menschen – nicht umgekehrt. Das hat sich sehr bewährt“, so der Vorstand der TIROLER, Franz Mair. Das ist nicht die einzige Auszeichnung, die die TIROLER für ihre Qualitäten als Arbeitgeberin verliehen bekommt: Erst kürzlich erhielt sie nun bereits zum zweiten Mal eine der höchsten nationalen Auszeichnungen für betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) verliehen. Das BGF-Gütesiegel bekommt die TIROLER von einer externen Fachjury für ihr ganzheitliches Gesundheitsprogramm „TIROLERisch gsund“ zuerkannt. „Körperliche und psychische Gesundheit sind das Wertvollste, das wir haben. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind jeden Tag für unsere Kund*innen da und bieten bestes Service. Es ist also für uns selbstverständlich, dass wir für ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld sorgen“, so Vorstandsdirektorin Isolde Stieg. Franz Mair und Isolde Stieg, die Vorstände der TIROLER VERSICHERUNG freuen sich über die Auszeichnungen. FOTO TIROLER/ILLMER office@athesia.at • + 43 (0)512/28 29 11 • athesiadruck.com Wir sind zertifiziert nach ISO 12647, FSC® und PEFC™ · Wir sind qualifiziert für klimaneutrales Drucken Bilder, Visionen, Werte

GESELLSCHAFT FREITAG, 6.5.2022 | NR. 503 6 Mehr als einVersprechen Schulterschluss und Allianzen wollen das Bewusstsein für regionale Köstlichkeiten heben Corona, Ukraine-Krieg – die damit verbundenen Auswirkungen haben für ein neues Bewusstsein in der Bevölkerung gesorgt, das Tiroler Unternehmen jetzt in den Köpfen der Tirolerinnen und Tiroler fest verankern wollen. Richtigerweise werden hierfür die Kräfte gebündelt. In der Gastronomie erfolgte ein Schulterschluss, ebenso beim Tiroler Lebensmittelhandel. „Wo kommt's her“, lautet das gemeinsameMotto in der Gastronomie, beimLebensmittelgewerbe „Tirol schmeckt“. VON BERNHARD LIENSBERGER Im November 2020 präsentierte die Agrarmarketing Tirol die Initiative „Ich sag, wo's herkommt“ zur freiwilligen Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie. Trotz des gleich darauf erfolgten Lockdowns für Gastronomiebetriebe fand die freiwillige Herkunftskennzeichnung von Beginn an großen Anklang. Eineinhalb Jahre später blickt man auf aktuell 228 teilnehmende Betriebe zurück. Denn wie auch beim täglichen Einkauf will der Kunde auch in der Gastronomie wissen, woher die verwendeten Lebensmittel kommen. Viele Tiroler Restaurants und Gasthäuser – vom ImbissStand bis zumHaubenlokal – gehen diesenWeg bereits gemeinsam und haben sich jetzt der Initiative der Tiroler Wirtschaft und Landwirtschaft unter der Federführung der Agrarmarketing Tirol angeschlossen. Der Grundgedanke der Kampagne ist es, dass die Gäste darüber aufgeklärt werden, woher die Lebensmittel auf ihrem Teller stammen. Im Speziellen geht es um die Kennzeichnung der Produktgruppen Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte, Erdäpfel, Gemüse, Obst, Wild und Fisch. „Mehr denn je wollen die Menschen wissen, woher ihr Essen kommt – auch im Gasthaus. Mit der freiwilligen Herkunftskennzeichnung unserer regionalen Qualitätsprodukte haben wir in Tirol innerhalb kürzester Zeit viel im Sinne der Transparenz und der Bewusstseinsbildung erreicht. Wer sagt, wo es herkommt, bietet seinen Gästen einen echten Mehrwert und macht Vielfalt und Geschmack regionaler Lebensmittel am Teller erlebbar“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler. „Die Kampagne ist nicht nur ein Versprechen an den Gast, sondern auch an die heimische Landwirtschaft und soll zu mehr regionaler Zusammenarbeit anregen“, beschreibt Matthias Pöschl, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol, den Grundgedanken des Schulterschlusses von Wirtschaft und Landwirtschaft. Stärkung der heimischen Wirtschaft Die teilnehmenden Betriebe haben mit der Initiative eine tolle Möglichkeit, sich ganz klar hinsichtlich Transparenz zu positionieren und ihr Image nachhaltig zu steigern. Der Tiroler Weg für eine freiwillige Herkunftskennzeichnung ist der richtige, wie der Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, Christoph Walser, betont: „Mit der freiwilligen Herkunftskennzeichnung setzt die heimische Gastronomie ein Zeichen für regionale Kooperationen. Ohne Zwang und bürokratische Hürden gelingt es, die heimische Landwirtschaft zu unterstützen und gleichzeitig für maximale Transparenz im Angebot zu sorgen. Dieser wertvolle Schulterschluss ist zumWohle aller“. „Regionalität bedeutet immer auch eine Stärkung und Festigung der heimischen Wirtschaftskreisläufe. Die freiwillige Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie ist eine große Chance für unsere Tiroler Lebensmittelproduzenten und eröffnet für die landwirtschaftliche Produktion eine wichtige Absatzmöglichkeit für die Tiroler Qualitätsprodukte“, hält Josef Hechenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol, fest. Im Bild von links: Agrarmarketing Tirol Geschäftsführer Matthias Pöschl, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser, Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler, Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger FOTO: AGRARMARKETING TIROL/JULIAN_RAGGL Wennwir gemeinsamauftreten, dann sind wir stärker Tirol schmeckt – lautet das Motto des Tiroler Lebensmittelgewerbes. „Unsere Nahversorger haben eine gesellschaftliche Verantwortung“, bestätigt Simon Franzoi, Innungsgeschäftsführer in der Wirtschaftskammer Tirol. „Das Bewusstsein für handwerklich produzierte Lebensmittel in der Tiroler Bevölkerung ist gerade in Krisenzeiten gestiegen“, betont auch Berufsgruppensprecher Stefan Mair. Mit der Offensive www.tirol-schmeckt.at will die Landesinnung des Lebensmittelgewerbes in der Wirtschaftskammer Tirol in Zukunft verstärkt auf die vielfältigen Leistungen der mehr als 580 aktiven Mitglieder hinweisen. „Wir sind eine wachsende Berufsgruppe, aber kleinstrukturiert, die sich zuletzt sehr innovativ, beispielsweise durch neue Produktgruppen, gezeigt hat“, sagt Mair, dem eines wichtig ist: „Wir dürfen uns nicht von internationalen Anbieterketten abhängig machen.“ „Wir sind regional verwurzelt, haben Transparenz bei den Produkten, sind flexibel und sind Spezialisten“, versichern die Sprecher Peter Mayr (Konditoren), Gerd Jonak (Bäcker) und Peter-Paul Schweighofer (Metzger). Dass dies kein Lippenbekenntnis ist, kann Gerd Jonak belegen: Man verwende wieder vermehrt alte Getreidesorten beim Backen oder lasse dem Brot mehr Zeit bei der Reife. „Das merkt der Konsument und sucht daher den heimischen Bäcker“, so Jonak. „Wir haben keine Angst vor den Discountern, weil wir was ganz anderes machen“, bestätigt Peter Mayr und man gehe mit der Zeit: Die Konditoreien produzieren heute viel gesünder. Das Sortiment sei bekömmlicher, die fetthaltige Torte nicht mehr so gefragt. Der Trend gehe hin zu Produkten, die weniger süß sind, dafür aber aus regionalen Zutaten hergestellt werden. Positiv blickt auch Peter-Paul Schweighofer in die Zukunft: „Die Theke beim Metzger vor 25 Jahren ist mit der von heute nicht mehr vergleichbar. Nachhaltigkeit und Tierwohl werden verstärkt nachge- bzw. hinterfragt. Hier heben wir uns durch unsere regionalen Bezugsquellen ganz klar vom anonymen Massenprodukt ab.“ Im Bild von links: Peter Mayr (Berufsgruppensprecher-Stv. KonditorInnen), Gerd Jonak (Berufsgruppensprecher BäckerInnen), Peter-Paul Schweighofer (Berufsgruppensprecher MetzgerInnen) und Stefan Mair (Berufsgruppensprecher Nahrungs- und Genussmittelbetriebe) wissen um die Stärken regionaler Lebensmittel. FOTO: © WK TIROL/DIE FOTOGRAFEN Für 4 Personen DieTiroler Kochen mit viereinhalb Zutaten 75 unkomplizierte Gerichte für eilige Feinschmecker Heinrich Gasteiger, Gerhard Wieser, Helmut Bachmann ISBN: 978-88-6839-549-0 Hardcover, 192 Seiten, 22 Euro erschienen im Athesia-Tappeiner Verlag Sellerie-Radieschen-Salat mit Walnüssen 1. Honig, 50 ml Olivenöl, Ziegenjoghurt und Zitronensa verrühren und mit fein geschnittener Petersilie, Salz und Pfe er würzen. 2. Radieschen in Scheiben schneiden, ein paar Scheiben zum Garnieren beiseitestellen. Bleichsellerie schälen und ebenfalls in Scheiben schneiden. 3. Sellerie und Radieschen mit der Marinade vermischen und auf tiefe Teller geben. 4. Den Salat mit gerösteten Walnüssen, einigen Radieschenscheiben und Sauerklee garniert servieren. TIPP # Sie können den Selleriesalat um Birnen, Ananas oder Äpfel ergänzen. Ziegen- oder Naturjoghurt, 100 ml Bleichsellerie 400 g Radieschen 150 g Walnüsse 100g Honig, 1 TL Zitronensaft, 2 EL Petersilie, 2 EL Sauerklee Das „So kocht Südtirol“-Team beweist, dass es nicht viel benöt igt, um ein leckeres und gesundes Gericht auf den Tisch zu zaubern.

POLITIK FREITAG, 6.5.2022 | NR. 503 7 Es gelten die aktuellen COVID-Bestimmungen! Horst Schreiber & eatergruppe nachtACTiv Endzeit: Tirol 1945 Fr. 13. Mai, 18.30 Uhr AK Tirol in Innsbruck Anmeldung erforderlich unter 0800/22 55 22 - 1281 oder presse@ak-tirol.com © flags3d – stock.adobe.com Unter dem Titel „Endzeit: Tirol 1945 – Stimmen und Bilder“ wird das gleichnamige Buch des Historikers Horst Schreiber am Freitag, 13. Mai 2022, als szenische Lesung umgesetzt. Die eatergruppe nachtACTiv unter der Leitung von Irmgard Bibermann vermittelt, wie Soldaten den Krieg erlebten und wir einen Blick auf Terror, Leid und Trauer an der Heimatfront. WIR SIND FÜR SIE DA! Ein paar der verrücktesten Grenzen stellt Fabian Sommavilla bei der Lesung vor und erzählt, wie es dazu kam. Auch der Angriff Russlands auf die Ukraine wird Thema sein. AK Tirol in Innsbruck, Maximilianstraße 7 Samstag, 14. Mai, 11 Uhr Fabian Sommavilla „55 kuriose Grenzen und 5 bescheuerte Nachbarn“ Lesung Anmeldung erforderlich: 0800/22 55 22 - 1281 oder presse@ak-tirol.com Eintritt frei. Es gelten die aktuellen COVID-Bestimmungen! © Franz Peschern Es ist unsere Verantwortung Mix aus Förderungen, gesetzlichen Vorgaben, Beratungen und Bewusstseinsbildung Rund 200 Initiativen für ein zukunftsfähiges Tirol, Energieversorgung, Mobilität, Kreislaufwirtschaft und Bewusstseinsbildung stehen im Fokus, neue Anlauf- und Koordinierungsstellen werden eingerichtet – das Vorhaben der Landesregierung ist ambitioniert und vorausblickend, aber inunstetenZeiten spielen andere Faktoren eine wesentliche Rolle, die es zu beachten gilt. Für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsund Klimastrategie wird an zahlreichen Schrauben gedreht. Mehrere Landesförderungen werden an die Zielsetzungen angepasst. So sollen beispielsweise Kriterien zum Klimaschutz wie die Treibhausgas-Reduktion sowie Energie- oder Ressourceneffizienz bei der Neuausrichtung der Wirtschafts-, InnovaIngrid Felipe und Anton Mattle wollen Tirol zukunftsfit machen. FOTO: LAND TIROL/PICHLER tions- und Digitalisierungsprogrammen des Landes eingeführt werden. Zudem sollen Nachhaltigkeitskriterien in die Richtlinien zur Kulturförderung aufgenommen werden. Neben der Anpassung bestehender Förderungen werden auch neue Förderschienen eingerichtet. Eine entscheidende Rolle für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und die Reduktion der Treibhausgase in Tirol nimmt die klimaverträgliche Mobilität ein. Dafür werden die Schwerpunkte unter anderem auf die Verbesserung, Erweiterung und Dekarbonisierung des Öffentlichen Nahverkehrs oder auf den Ausbau der Regional- und Nebenbahnen im Zentralraum rund um Innsbruck gelegt. Zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene soll beispielsweise das Angebot für die Regionen im intermodalen Transport erhöht und der Zugang zum Schienentransport für kleinere Unternehmen erleichtert werden. Die Umsetzung einer eigenen Radstrategie zielt darauf ab, Tirol zu einer führenden Raddestination in den Alpen zu machen. „Die Herausforderungen des Klimawandels treffen uns alle und wir können sie nur gemeinsam bewältigen. Um den Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu erreichen, ist der Beitrag von jeder Bürgerin und jedem Bürger wesentlich“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin und Klimaschutzlandesrätin Ingrid Felipe. „Für eine erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen sind wir alle gefordert. Es braucht eine vorausschauende Politik, verantwortungsbewusstes Wirtschaften und ein aktives Mitwirken der Zivilgesellschaft. Daher setzen wir auf Dialog und Zusammenarbeit mit den Regionen und Gemeinden sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und Wirtschaft“, ergänzt Landesrat Anton Mattle. Aktuelle Probleme dürfen nicht in den Hintergrund rücken Arbeiterkammer-Präsident Erwin Zangerl sieht durch die permanenten Krisen die Arbeitnehmer-Familien vor großen Herausforderungen. „Es stellt sich mehr denn je die Frage, wie der Bund die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nachhaltig entlasten will und welcher Wert der Arbeit beigemessen wird,“ sagt Zangerl und fordert Entlastungen und Reformen ein. Neben Sofortmaßnahmen zur Eindämmung der Teuerungswelle braucht es vor allem auch langfristige und nachhaltige Entlastungen wie die Abschaffung der Kalten Progression oder grundlegende Reformen. Auch der Fachkräftemangel müsse vorrangig bekämpft werden, dazu müsse man sich von althergebrachten Einstellungen aber lösen. „Man hat viel zu lange vergessen, dass die Arbeitsbedingungen stimmen müssen, die Arbeitszeiten, der Verdienst und dass die Leistung, die die Arbeitnehmer erbringen, auch wertgeschätzt werden muss. Leider wird gerade die Arbeiterkammer bei den arbeitsmarktpolitischen Überlegungen des Bundes zu wenig oder wenn, dann zu spät, eingebunden, wie jetzt bei der neuen Rot-Weiß-Rot-Karte“, hält Präsident Zangerl fest.

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