Die Tiroler - Nr. 506

EUREGIOTIROL FREITAG, 17.6.2022| NR. 506 2 Für die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, hat keine politische Partei Lösungen parat. Statt sich mit den Problemen auseinanderzusetzen, setzen sie nun auf Ablenkung. Das wird nicht funktionieren. Die Inflation belastet die Menschen im ganzen Land enorm. Die EZB versucht jetzt zwar, mit einer langsamen Zinswende gegenzusteuern, doch das bringt kurzfristig kaum etwas. Der Krieg in der Ukraine wird wohl noch länger dauern. Das verunsichert die Märkte und treibt die Energiepreise immer weiter in die Höhe. Die Ursachen für die Inflation liegen größtenteils außerhalb des Einflussbereichs der Bundesregierung und Landesregierungen. Und trotzdem wäre es höchste Zeit, Lösungen zu finden, um die Menschen im Land zu entlasten. Niemand sagt, dass das einfach ist. Ein Inflationspaket aber erst für Herbst anzukündigen, wirkt halbherzig. Und 150 Euro Energiegutschein plus 250 Euro Klimabonus gießkannenartig zu verteilen, wirkt angesichts der enormen Teuerung wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Politik sollte nicht einfach Geld herschenken. Sie soll das System so umbauen, dass Menschen nachhaltig entlastet werden. Vor komplexen Maßnahmen schreckt man allerdings zurück und so müssen Scheindebatten über die Staatsbürgerschaft und Asylanträge als Ablenkung herhalten. Sicherlich sind das zwar keine Themen, die auf Dauer vernachlässigt werden dürfen. Doch im Moment muss der Fokus aller Parteien gemeinsam auf die Bekämpfung der Inflation und die Entlastung der Bevölkerung gerichtet werden. Ablenkungsmanöver werden nicht funktionieren, die Probleme sind zu akut. Die Politiker sind gefragt, endlich das zu tun, wofür sie gewählt wurden. Lösungsorientiert für die Bevölkerung zu arbeiten. Und nicht, sie für dumm zu verkaufen. maria.knips-witting@athesia.at An einemStrang ziehen Arge Alp setzt sich im Jubiläumsjahr für Nachhaltigkeit ein Heuer feiert dieArbeitsgemeinschaft derAlpenländer (ArgeAlp) das 50 Jahr-Jubiläum. Das Jubiläumsjahr 2022 soll dazu dienen, die strategischen Schwerpunkte Klimaschutz, Wirtschaft im Alpenraumsowie Jugend, Bildung und Sport breit zu kommunizieren und konkrete Initiativen zu den Schwerpunkten umzusetzen. Im Vordergrund stehen Öffentlichkeitswirksamkeit, Bürgerorientierung und strategische Relevanz für den Alpenraum. Tirol hat zu Jahrebeginn die Arge Alp-Präsidentschaft von der Lombardei übernommen. Bis Ende 2022 wird Tirol den Vorsitz über die Gemeinschaft der zehn Länder, Regionen und Kantone führen, die 1972 von Tirol initiiert wurde und heuer ihr fünfzigjähriges Bestehen feiert. „Trotz der Herausforderungen, die wir nach wie vor aufgrund der CoronaPandemie zu bewältigen haben, freue ich mich sehr, dass Tirol den Vorsitz der Arge Alp im Jubiläumsjahr 2022 übernehmen darf. Wie wir bereits in der ausgezeichneten Zusammenarbeit während der Euregio-Präsidentschaft in den vergangenen beiden Jahren gesehen haben, brauchen wir unsere Nachbarn – vor allem um schwierige Zeiten zu meistern. Wir können die Pandemie nur bewältigen, wenn wir zusammenarbeiten, voneinander lernen, gemeinsam Lehren ziehen und einander bestmöglich unterstützen“, betont Landeshauptmann Günther Platter als neuer Arge Alp-Vorsitzender. Den CO2-Fußabdruck des Alpenraumessenken Das Thema „Klimaschutz imAlpenraum“ dient als verbindende Klammer der Jubiläumsaktivitäten. „Wir setzen gemeinsam Zeichen dafür, dass der CO2-Fußabdruck des Alpenraumes sinkt, um die Alpen auch für nachkommende Generationen lebenswert zu erhalten. Als Arge Alp müssen wir uns als Vorreiter im Klimaschutz positionieren, dazu zählt unter anderem die nachhaltige Mobilität“, sagt LH Platter. So sollen in einer neuen Klimaschutzkarte auf www.argealp.org insgesamt 50 nachhaltige Projekte aus allen zehn Regionen dargestellt werden und auch der Arge Alp-Preis 2022 wird das Thema Klimaschutz zum Inhalt haben. Prämiert werden Groß-Projekte, aber auch Initiativen von Start-Ups . Unter Tiroler Vorsitz soll das Thema Wasserstoff auf Arge Alp-Ebene gehoben werden, um innovative Lösungen für Verkehr und Industrie voranzutreiben. Auch der Ausbau des Schienennetzes über die Grenzen soll forciert werden. „Der Alpenraum ist besonders stark vom Transitverkehr betroffen. Wir müssen uns dafür einsetzen und vielfältige Anreize dafür schaffen sowie notfalls ordnungspolitische Maßnahmen setzen, dass der Güter- und Personenverkehr massiv auf die Schiene verlagert wird“, so LHPlatter und ergänzt: „DieMobilität der Zukunft braucht einen mutigen Ansatz und dieser darf nicht an den Ländergrenzen Halt machen.“ Alpenhanf, Bergwälder & Lawinenschutz Im Rahmen des Schwerpunktthemas Kreislaufwirtschaft wird das Projekt „Alpenhanf 360°“ gefördert, das innovative Wertschöpfungsketten für eine Pflanze, die regional angebaut und vom Bausektor über die Textilbranche bis hin zum Lebensmittelsektor genutzt werden kann, schafft. Umdie Bergwälder in Zeiten des Klimawandels fit zu machen, werden der Austausch zwischen den Ländern forciert sowie Fortbildungen veranstaltet, wie die sensiblen alpinen Böden nachhaltig und ressourcensparend genutzt werden können. Das Land Tirol stellt zu diesem Zweck 5.000 klimafitte Bäume zur Verfügung, die in allen Ländern als Symbol für die gemeinsame Arbeit für den klimafitten Alpenraum gepflanzt werden. Schließlich werden Naturgefahren, die aufgrund des Klimawandels zunehmen, in den Fokus gerückt. „Wir wollen in allen Ländern Kurse zur Lawinenprävention in den Schulen anbieten, um junge Menschen für diese Naturgefahr zu sensibilisieren. Über die Erstellung eines digitalen und praxistauglichen Lernkonzeptes wird dieses Thema der jungen Generation nähergebracht, um einen sensibilisierten Umgang und eine nachhaltige Prävention vor Lawinenunglücken zu gewährleisten“, informierte der Tiroler Landeshauptmann. LH Platter führt im Jahr 2022 den Vorsitz über die Arge Alp. © LAND TIROL/HULDSCHINER „Euregio macht Schule“ 53 Schulen aus der Euregio nahmen an Wettbewerb teil Weißt du, was die Euregio ist? – Mit demProjekt „Euregio macht Schule“ sollen sich SchülerInnen aus allen drei Landesteilen ein umfassendes Bild der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino machen können. Vor kurzem wurden die insgesamt neun Gewinnerklassen und -schulen imWissenschaftsmuseum MUSE in Trient ausgezeichnet. Aus Tirol sind die Volksschule Kufstein/Stadt, die Mittelschule Sillian (Klasse 4A) sowie die Mittelschule Matrei am Brenner unter den Ausgezeichneten. Die Gewinnerklassen bzw. -schulen erhalten einen Scheck in Höhe von 500 Euro, der für schulische Aktivitäten eingesetzt werden kann. Gestartet – auf Initiative von Tirol – wurde das Projekt dieses Jahr erstmals auch in Südtiroler und Trentiner Schulen angeboten. Insgesamt 53 Schulen beteiligten sich am Wettbewerb, bei dem über eine interaktive Lernplattform die Euregio spielerisch kennengelernt werden kann. „Die Euregio bedeutet Zusammenarbeit und Zusammenhalt über die Ländergrenzen hinweg. Ziel des Projekts „Euregio macht Schule„ ist es, dass Schülerinnen und Schüler aus Tirol, Südtirol und dem Trentino die kulturellen und sprachlichen Grenzen zwischen unseren Landesteilen überwinden und anschaulich lernen, für was die Euregio steht“, betont LH Platter. „Die Ausweitung des Projekts „Euregio macht Schule“ auf das Trentino und Südtirol ist ein Zeichen für die Absicht der Euregio, bei Themen, die für junge Menschen von besonderem Interesse sind, noch stärker zusammenzuarbeiten und länderübergreifend zu agieren. JugendThemen sind eine der zentralen Agenden des Trentiner Vorsitzes der Euregio und stellen ihre Zukunft dar“, sagt LH Fugatti. Bei „Euregio macht Schule“ beschäftigen sich die SchülerInnen der drei Landesteile aktiv mit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino. Die teilnehmenden Klassen absolvieren über eine Online-Lernplattform – die nun auch auf Italienisch zur Verfügung steht – zehn Unterrichtsmodule zu verschiedenen Euregio-Themen, wie Geschichte, Sprache, Musik und Mobilität. Darüber hinaus bietet die Plattform auch eine Reihe von Geschichten, Bildern, Spielen und Quiz an. Das erworbene Wissen sowie ihre Vision der Euregio setzen die SchülerInnen anschließend bei der Gestaltung eines Plakats kreativ um. Aus Tirol sind die SchülerInnen der Volksschule Kufstein/Stadt, der Mittelschule Sillian (Klasse 4A) sowie der MittelschuleMatrei am Brenner unter den Ausgezeichneten. © EUREGIO/MATTEO RENSI Daniel Scheiber, Tel. +43 59660 215, daniel.scheiber@bfi-tirol.at Jetzt anmelden! AK Werkmeisterschule Elektrotechnik | Maschinenbau | Mechatronik Start am 12. September 2022 KOMMENTAR

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc1MzM=