Die Tiroler - Nr. 506

FÜR KONSUMENTEN FREITAG, 17.6.2022| NR. 506 3 INDENMUNDGELEGT Sicher am Klettersteig Stürze beim Klettern vermeiden Stürze am Klettersteig sind lebensgefährlich und müssen unbedingt verhindert werden. Tiefe Stürze können mit Zusatzbremsen vermieden werden, macht das Kuratorium für Verkehrssicherheit aufmerksam. Klettersteiggehen ist in Österreich sehr beliebt. Der populäre Drahtseilakt ist jedoch auch mit zahlreichen Risiken verbunden. Jedes Jahr müssen rund 170 Personen aus Österreichs Klettersteigen geborgen werden. Sechs Personen kommen durchschnittlich bei Klettersteigunfällen ums Leben (Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit / BMI, 2011-2020). Abstürze äußerst gefährlich Zu den größten Gefahren zählen Abstürze. Aufgrund der großen Abstände zwischen den Verankerungen des Stahlseils können Stürze – trotz der Sicherung mit einem Klettersteigset – mehrere Meter tief sein. Bei einem derartigen Sturz wirken enorme Kräfte auf den Körper, die zu Verletzungen oder auch zum Tod führen können, insbesondere wenn man auf dem harten Fels landet. A Um tiefe Abstürze zu verhindern, wurden Zusatzbremsen für Klettersteigsets entwickelt. Ein Sicherheitsplus der Zusatzbremse ist das einfache Pausieren. Lange senkrechte oder überhängende Passagen sind besonders kräfteraubend. Bei Überanstrengung steigt die Gefahr für Fehler, die fatale Folgen haben können. Wichtig sind daher regelmäßige Pausen. Diese sind mit der Zusatzbremse besonders einfach möglich, da man sich jederzeit in die Seilklemme setzen und erholen kann. Wer gerne klettern geht, sollte Vorkehrungen treffen, umUnfälle zu vermeiden. FOTO: PIXABAY Zusatzbremsenverwenden Gewissenhafte Tourenplanung: Länge undSchwierigkeit desKlettersteigsan Konditionund Können anpassen Vollständige Schutzausrüstung verwenden: Klettergurt, Klettersteigset, Helmund festeSchuhesind die Basisausrüstung. ZusätzlichHandyundErste-Hilfe-Pack mitnehmen Partner*innen-Check vor dem Einstieg: Im Vieraugenprinzip Material, Verschlüsse und Verbindungen kontrollieren. Stahlseil und Verankerungen gründlich prüfen Bei Schlechtwetter oder Gewittergefahr auf dasKlettersteiggehenverzichten AusreichendAbständezu andereneinhalten: Zwischen zwei Fixpunkten darf nur eine Person unterwegs sein AchtungSteinschlag:AchtsamesSteigen verhindert das Lostreten von Steinen Klettersteigkurs absolvieren, um die richtigenTechniken zu erlernen KFV-Tipps für sicheres Klettern EinzelneWaren sind inÖsterreich eklatant teurer als inDeutschland Regelmäßig vergleicht die AK Tirol grenzübergreifend die Preise bei identen Markenlebensmitteln. Weil viele Lebensmittelmärkte ihre Waren mittlerweile auch im Internet anbieten, wurde der Preisvergleich auch heuer wieder in denOnline-Shops der Geschäfte durchgeführt. Die wichtigstenErgebnisse: Fakt ist: Obwohl viele Produkte in Österreich und Deutschland ident angeboten werden, müssen Konsumenten bei österreichischen Anbietern für viele Artikel oft ein Vielfaches dessen bezahlen, was die Waren bei deutschen Anbietern kosten. Deshalb hat die AK Tirol auch heuer wieder eine vergleichende Preiserhebung bei Lebensmitteln bei drei österreichischen und drei deutschen Anbietern durchgeführt. Durchschnittlich kostete der aus 28 Artikeln bestehende Warenkorb bei österreichischen Anbietern 85,57 Euro, bei deutschen Anbietern 75,03 Euro. Damit war der Warenkorb bei den österreichischen Anbietern um 14,05 % teurer. Der größte Preisunterschied wurde bei Milka Alpenmilch 100g festgestellt. Während das Produkt bei deutschen Anbietern schon ab 0,59 Euro zu haben war, musste man bei österreichischen Anbietern bis zu 1,29 Euro dafür bezahlen. Eine Erklärung für Konsumentinnen und Konsumenten für derart eklatante Preisunterschiede gibt es bis heute nicht. Kauft man in Deutschland jeweils die teuersten Markenartikel (77,39 Euro), so kommt man in Summe immer noch billiger, als wenn man die günstigsten Produkte bei den österreichischen Anbietern kaufen würde (80,07 Euro). Insgesamt waren 22 der 28 erhobenen Artikel in Deutschland (teils eklatant) günstiger als in Österreich. Die Erhebung erfolgte auf Basis gänzlich identer Produkte. Ummöglichst viele Produkte vergleichen zu können und somit realitätsbezogene und aussagekräftige Ergebnisse erzielen zu können, wurden auch Artikel in den Test miteinbezogen, welche in nur zwei Online-Shops pro Land erhältlich waren. In diesem Fall wurde der Durchschnittspreis von Preisen aus nur zwei Geschäften berechnet. Es wurde der Preis zu Grunde gelegt, den ein Konsument für ein Produkt an dem Tag der Erhebung bezahlen hätte müssen. Daniel Scheiber, Tel. +43 59660 215, daniel.scheiber@bfi-tirol.at Jetzt anmelden! Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft Fixstart am 3. Oktober 2022 A‘KOMMENTAR Krise über Krise fördern die Angst vor dem Abstieg! von AK-Präsident Erwin Zangerl Alles wird immer teurer, während die Gehälter stagnieren, durch den Ukraine-Krieg wird eine mehrjährige wirtschaftliche Durststrecke erwartet. Die Verunsicherung, wie es in den kommenden Monaten weitergeht, ist bei vielen groß. Gerade bei jenen, die ohnehin bereits zu wenig zum Leben haben. Knapp 15 Prozent der österreichischen Bevölkerung ist armutsgefährdet, ihr monatliches Einkommen liegt unter 1.371 Euro, jener magischen Grenze, die bestimmt, ob das Geld zum Leben reicht oder nicht. Egal, denn die Grenze könnte auch auf 1.500 Euro angehobenwerden und das Geldwürde bei vielen immer noch nicht reichen, gerade in Tirol. Und damit wird es auch für die sogenannte „Mitte“ immer enger, die Sorgen vor dem sozialen Abstieg wachsen. Verschärft wird dies alles durch die Inflation und durch den massiven Einbruch bei den Brutto-Reallöhnen, die auch die Inflation berücksichtigen. Nicht nur, dass in Tirol die Gehälter österreichweit am niedrigsten sind, kommt nun hinzu, dass real um 2,5 Prozent weniger davon übrigbleiben wird. Ein historischer Einbruch, den es seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1955 noch nie gegeben hat. Man braucht nicht lange zu rechnen, um zu wissen, dass es für viele eng wird. Im April waren die Preise um 7,2 Prozent höher als vor einem Jahr und diese Entwicklung ist nicht gestoppt. Deshalb dürfte es eigentlich keine Überlegungen geben, eine versteckte Steuer wie die Kalte Progression sofort abzuschaffen oder Übergewinne bei Energiekonzernen aufgrund des UkraineKriegs abzuschöpfen, um die Menschen zu entlasten. Ein Energiebonus – vor allem in dieser Form – ist zu wenig. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass gerade die Armut die Menschen in die Isolation und in die Verzweiflung treibt. Und diese Armut wird immer präsenter und es ist bestürzend, dass immer mehr Menschen in Sozialmärkte gedrängt werden, die bereits untereinander um Lebensmittel kämpfen müssen. Für ein Land wie Österreich ein Armutszeugnis. Deshalb muss jedes Mittel gewählt werden, um gegen die Teuerung vorzugehen, denn lassen wir es zu, dass viele Menschen den Anschluss verlieren, gefährden wir damit den sozialen Frieden und letztlich unsere Gesellschaft. erwin.zangerl@ak-tirol.com Jakob, alle anderen Parteien sind schon im Wahlkampfmodus. Warum machen wir nichts? Wir versuchen im Moment gerade, den Ball flach zu halten und nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erregen. Aber wie wollen wir denn mit Nichtstun die Landtagswahl gewinnen? Ach Franz. Genau so haben wir doch noch jede Wahl gewonnen.

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