Die Tiroler Basics - Nr. 508

EUREGIO TIROL FREITAG, 15.7.2022 | NR. 508 2 Jugendmotivieren Euregio: Lehrlingsausbildende trafen sich in Innsbruck Die Lehrlingsausbildenden aus Tirol, Südtirol und demTrentino sind in Innsbruck zu ihrem Stammtischtreffen zusammengekommen und haben dabei die Digitalisierung in der Ausbildung in den Blick genommen. Vor kurzem trafen sich Lehrlingsausbildende aus Tirol, Südtirol und dem Trentino zum vorläufig letzten „EuregioAusbilderInnen-Stammtisch“ bei den ÖBBLehrwerkstätten in Innsbruck. Die Plattform für Vernetzung und Erfahrungsaustausch zwischen Ausbildenden, Lehrenden, Vertretenden der Sozialpartner und der Landesverwaltungen war 2020 im Rahmen des Tiroler Euregio-Vorsitzes vom Ausbilderforum Tirol und den Ländern gemeinsam initiiert worden. Qualität steht im Vordergrund Arbeits- und Bildungslandesrätin Beate Palfrader erklärt: „Ein besonders erfolgreicher Weg ist die österreichische Lehrlingsausbildung, die als herausragendes Beispiel für andere Länder dienen kann. Die Qualität dieser Ausbildung hängt maßgeblich von der Qualifikation und dem Engagement der Ausbilderinnen und Ausbilder in den Betrieben ab.“ Digitale Kompetenzen fördern Südtirols Landesrat Philipp Achammer zeigte sich überzeugt, dass „die duale Ausbildung in unseren drei Ländern, in Tirol, Südtirol und im Trentino, die richtige Antwort auf die Herausforderungen des Arbeitsmarktes ist.“ Dieses Ausbildungsmodell vermittle jungen Menschen von Anfang an Praxiserfahrung. „Gut ausgebildete Lehrlinge von heute sind qualifizierte Fachkräfte von morgen. In allen berufsorientierten Fächern, die in der Arbeitswelt eine sogenannte digitale Schlagseite haben, werden in der schulischen Ausbildung auch digitale Kompetenzen gefördert“, betont Landesrat Achammer. Als grundlegend für eine gelingende Lehrlingsausbildung sieht Achammer aber auch die Figur der Ausbildenden im Betrieb, welche vor allem fachliche, aber auch digitale und pädagogische Kompetenzen von den betrieblichen Ausbildenden erfordere. „Im Fokus der Ausbildendentreffen stand die Fachkräfteausbildung junger Menschen und wie diese am besten umgesetzt wird“, sagte Arbeits- und Bildungslandesrätin Beate Palfrader. Auch für die Vizepräsidentin des Tiroler Landtages, Sophia Kircher, ist die Lehre ein Erfolgsmodell: „Sie garantiert den Absolventinnen und Absolventen eine solide Basis und bietet den Fachkräften von morgen vielfältige Karrierechancen.“ Hochwertige und qualitative Ausbildung „Im Rahmen der Euregio ist es wichtig, dass die drei Regionen den Austausch bewährter Verfahren und Vergleiche im Bereich der Ausbildung und insbesondere der dualen Ausbildung fortsetzen. Die Euregio will hier zunehmend eine Vorbildfunktion auf europäischer Ebene übernehmen, um eine noch stärkere Verbindung zwischen Schule und Arbeitsmarkt zu schaffen. Die Zukunft unserer Länder hängt von einer qualitativ hochwertigen Ausbildung ab, die gleichzeitig auf die Bedürfnisse der jungen Menschen und der Wirtschaft eingeht“, betonte der Trentiner Bildungslandesrat Mirko Bisesti in Videozuschaltung. Neben einer Führung durch die ÖBB-Lehrwerkstätten und Präsentationen der Lehrberufe Metalltechnik, Elektrotechnik, Elektronik, Mechatronik und Gleisbautechnik informierte ein Fachvortrag über den Weg zur digitalen Ausbildungsplattform der ÖBB einschließlich Ausbildungsunterlagen und Vernetzungsmöglichkeit. Im Anschluss diskutierten die Fachleute über Digitalisierung in der Lehrlingsausbildung und tauschten sich über die unterschiedlichen Ausbildungssysteme in Tirol, Südtirol und dem Trentino aus. Landesrat Philipp Achammer (Zweiter von links) und Landtagsvizepräsidentin Sophia Kircher (Dritte von links) zeigten sich überzeugt, dass „die duale Ausbildung in unseren drei Ländern, in Tirol, Südtirol und im Trentino, die richtige Antwort auf die Herausforderungen am Arbeitsmarkt ist." FOTO: © LAND TIROL Die Politikverdrossenheit in unserem Land wird immer größer. Diese Unzufriedenheit sollte aber nicht dazu führen, dass die Menschen sich vom politischen Geschehen abwenden. Viel mehr sollte sie zum Anlass genommen werden, besonders aufmerksam hinzusehen. Und sich selbst aktiv einzubringen. Nachdem wir Anfang 2020 vom Ausbruch der Corona-Pandemie überrumpelt wurden, die uns seither nicht loslässt, kam im Februar auch noch der Angriff Russlands auf die Ukraine dazu. Beide hatten und haben extreme Folgen für die Menschen und die Wirtschaft. Unsere Politiker haben die Aufgabe, diese Folgen abzufedern. In den Augen vieler werden sie diesen Aufgaben aber nicht ausreichend gerecht. Hinzu kommt, dass von Seiten der Politik oft schlecht kommuniziert wird und sie selbst eher einen hilflosen Eindruck macht. Das kann frustrierend sein. Aktuelle Umfragen zeigen, dass etwa drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden sind. Viele wenden sich von der Politik ab und befassen sich lieber mit erfreulicheren Themen, als Tag für Tag die Nachrichten zu lesen und über das politische Geschehen nachzudenken. Diese Reaktion mag zwar verständlich sein, ist aber genau die falsche. In Situationen, in denen heikle und unangenehme Entscheidungen getroffen werden müssen, wäre es nämlich besonders wichtig, dass sich so viele Menschen wie möglich damit auseinandersetzen, anstatt den Kopf in den Sand zu stecken. Eingriffe in persönliche Freiheitsrechte und in den Markt können gerechtfertigt sein, dürfen aber nicht zur Selbstverständlichkeit werden. Wenn Steuergelder achtlos ausgegeben werden, hat das Folgen für künftige Generationen, die diese irgendwann begleichen müssen. Die Energiepolitik von heute prägt das Leben von morgen. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, hinzusehen, zu diskutieren, zu kritisieren oder zu loben. Es darf nicht vergessen werden, dass es immer noch die Wählerinnen und Wähler sind, die entscheiden, wer die Entscheidungen trifft. Und daraus resultiert auch die Verantwortung, nicht aufzugeben, sondern sich aktiv mit der Politik zu befassen und seine Meinung einzubringen. maria.knipswitting@athesia.at ARGE ALP-Länder und Euregio feierten 50-jähriges Bestehen Im Rahmen des Stadtfests Landeck luden die ARGE ALP-Länder sowie die Euregio TirolSüdtirol-Trentino zum gemeinsamen Feiern ein: Das Alpenbündnis ARGE ALP wird dieses Jahr nämlich 50 Jahre alt. Die zehn Mitgliedsländer der ARGE ALP boten mit kulinarischen Schmankerl und musikalischen Einlagen sowie Aufführungen und kulturellen Beiträgen ein buntes Festprogramm für Groß und Klein. Den Festakt zum 50-jährigen Jubiläum eröffneten Tirols Landeshauptmann Günther Platter gemeinsam mit seinen Amtskollegen EuregioPräsident LH Maurizio Fugatti aus dem Trentino, LH Arno Kompatscher aus Südtirol, Regierungsrat Marc Mächler aus St. Gallen, Regierungsrat Christian Rathgeb aus Graubünden und Untersekretär Alan Christian Rizzi aus der Lombardei. „Mit dem Fest feiern wir im Rahmen der Tiroler Präsidentschaft das runde Jubiläum der ARGE ALP. Das Ziel dieses Alpenbündnisses, das vor 50 Jahren auf Initiative von Eduard Wallnöfer gegründet wurde, war von Beginn an die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Alpenländern. Denn Fakt ist: Gemeinsame Herausforderungen – beispielsweise der Transit- oder Naturereignisse – sowie Chancen – Stichwort Digitalisierung und Klimaschutz – machen an Staatsgrenzen nicht Halt. Umso wichtiger ist es, auf Bündnisse einzugehen und diese mit Ideen und Maßnahmen zu befüllen. Heute blicken wir mit Stolz auf eine lebendige Gemeinschaft und viele gemeinsam gesetzte Schritte, die die Alpenländer in eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft tragen sollen“, betonte Landeshauptmann Platter. „Das diesjährige Euregio-Fest reiht sich in die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der ARGE ALP ein und erinnert uns daran, wie die Fähigkeit zusammenzustehen, zwischen verschiedenen Gebieten mit ihren unterschiedlichen Eigenheiten und Merkmalen, in einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger umgewandelt werden kann. Die vielen kulturellen Beiträge, die die Länder der ARGE ALP repräsentieren, haben uns dies heute am eigenen Leib erfahren lassen. Der Weg, den wir mit der Euregio und der ARGE ALP einschlagen wollen, ist genau dieser: Nämlich die vielen Energien und Ideen, die in den verschiedenen Ländern entstehen, bündeln, um sie in ein gemeinsames Erbe zu verwandeln und den Zusammenhalt zu stärken“, sagte Euregio-Präsident Landeshauptmann Fugatti. Das Stadtfest Landeck stand dieses Jahr ganz im Zeichen der Arge Alp und der Euregio Tirol-SüdtirolTrentino. FOTO: LAND TIROL/DIE FOTOGRAFEN (2) Dazu gab es kulinarische Schmankerln aus den Alpenländern. KOMMENTAR

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