Die Tiroler Basics - Nr. 508

FÜR KONSUMENTEN FREITAG, 15.7.2022 | NR. 508 3 INDENMUNDGELEGT Zeckengefahr im Sommer FSME-Impfung empfohlen, Vorsicht bei Borreliose Im Hochsommer sollte bei Aktivitäten im Freien die Zeckengefahr nicht unterschätzt werden. Wer im Sommer im Freien unterwegs ist, läuft Gefahr, von einer Zecke gebissen zu werden. Die Bisse sind nicht nur unangenehm, Zecken sind auch Überträger von Krankheiten. Eine davon ist FSME – Frühsommermeningoenzephalitis – eine Art von Gehirnhautentzündung. Gegen diese Krankheit kann man sich impfen lassen. Gefährlich ist auch Borreliose, die allerdings antibiotisch behandelt werden kann, wenn man sie früh genug erkennt. Zahlreiche FSME-Fälle in Tirol Seit 2009 wurden 309 FMSE-Fälle in Tirol registriert, acht davon im ersten Halbjahr 2022. Damit wurden in Tirol die zweitmeisten Fälle in ganz Österreich registriert. Lediglich in Oberösterreich wurden mehr FSME-Fälle gemeldet. „Zecken finden in der Tiroler Natur mit ihren vielen Wiesen, Wäldern und Feldern einen optimalen Lebensraum und wurden bereits bis 1.600 Meter Seehöhe nachgewiesen. Entsprechend viele Zeckenbisse gibt es bei uns“, so die Tiroler Landesgesundheitsdirektorin Theresa Geley. Die maximal sechs Millimeter großen Tiere halten sich in Bodennähe, an Grashalmen oder auf Totholz auf und werden bei Kontakt mit Menschen oder Tieren „abgestreift“. So gelangen sie auf die Haut. Die Zecken suchen sich meist geschützte Hautstellen, um zu vermeiden, während des mehrere Tage andauernden Blutsaugens, gestört bzw. entfernt zu werden. Impfung bietet Schutz Gegen den Ausbruch von FSME schützt man sich durch die FSME-Impfung. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen – nach drei Jahren wird dann mit einer weiteren Impfung aufgefrischt. Im Anschluss sollte im Abstand von fünf Jahren jeweils eine Auffrischung erfolgen. Ab dem 60. Lebensjahr wird die Auffrischung alle drei Jahre empfohlen. „Die Impfung bietet einen sehr hohen Schutz, nicht an dieser teilweise sehr schwerwiegend verlaufenden Krankheit zu leiden“, so die Gesundheitsdirektorin. Die Dauer vom Zeckenstich bis zum Ausbrechen der FSME-Erkrankung (Inkubationszeit) schwankt zwischen wenigen Tagen und einem Monat. Die Krankheit verläuft typischerweise in zwei Phasen: In der ersten Phase treten grippeartige Symptome wie Fieber, Kopfweh und Gliederschmerzen auf. Bei etwa einem Drittel der Erkrankten kommt es nach einem symptomfreien Intervall von etwa einer Woche zur zweiten Phase, in der die Krankheit auf das zentrale Nervensystem übergreift. Nicht-geimpfte Personen können an der Gehirnentzündung oder Gehirnhautentzündung schwer erkranken, was zu bleibenden Beeinträchtigungen wie Lähmungen, Epilepsie, Gleichgewichtsstörungen oder zum Tod führen kann. Bei Zeckenbiss: Rasch handeln und beobachten Grundsätzlich wird empfohlen, sich durch das Tragen von langer Kleidung und mit geeigneten Insektenschutzmitteln gegen Zecken zu schützen und sich im Frühling, Sommer und Herbst regelmäßig nach einem Aufenthalt im Freien auf Zecken zu untersuchen – auch die Kopfhaut darf dabei nicht vergessen werden. Wird eine Zecke entdeckt, so sollte diese so schnell wie möglich entfernt werden. Nachdem die Zecke entfernt wurde, sollte die Einstichstelle beobachtet werden – bildet sich innerhalb von circa 30 Tagen ein roter Infektionsring (die sogenannte Wanderröte) kann das ein Anzeichen von beginnender Borreliose sein. Es ist jedenfalls ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen. Borreliose ist die zweite Krankheit, die häufig durch Zecken übertragen wird. Gegen sie gibt es keine Impfung. Eine rechtzeitige Verabreichung von Antibiotika ist notwendig, um die Borreliose zu bekämpfen. Die FSME-Impfung ist in der Apotheke erhältlich und wird vom behandelnden Hausarzt/ von der behandelnden Hausärztin verabreicht. Auch bei zahlreichen Betriebsärzten/-ärztinnen wird die Impfung angeboten. Von Seiten der Krankenversicherungsträger werden Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe gewährt. Zecken können FSME oder Borreliose übertragen. FOTO: PIXABAY Zeckenbisse sollten nach dem Entfernen der Zecke beobachtet werden. FOTO: PIXABAY A‘KOMMENTAR Sozialstaat steht vor größter Herausforderung: der Armut! von AK-Präsident Erwin Zangerl Leider fehlen aktuelle Zahlen, die die Folgen von Pandemie und UkraineKrise miteinrechnen, doch auch jene letzten Zahlen aus dem Jahr 2020 sind besorgniserregend. Schon damals waren in Österreich knapp über 1,5 Millionen Menschen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu wissen, dass diese Zahlen in den letzten 18 Monaten gestiegen sind. Die AK Tirol hat schon lange vor den Krisenjahren gewarnt, dass das Problem der Armut verkannt wird, denn es ist folgenschwer. Armut schließt vom Leben aus, gefährdet die Gesundheit, ermöglicht keine adäquate Ausbildung und sie gefährdet in ihrer extremsten Form den sozialen Frieden. Diesen Menschen, die o trotz Vollzeitarbeit kein Auskommen mehr nden, und die sich o aus Scham keine Hilfe suchen, müssen wir eine Perspektive geben, denn es werden immer mehr. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren nicht von allein umkehren, deshalb müssen wir das Problem dringend lösen. Von Seiten der Bundesregierung wurde ohne Zweifel viel Geld in die Hand genommen, um die Teuerungswelle abzuschwächen, allerdings müssen jetzt nachhaltige und strukturelle Reformen folgen. Einmalzahlungen und Almosen-Boni werden die Teuerung nämlich nicht bremsen. Dabei könnte die Teuerungsspirale Österreich in eine schwierige Situation bringen, wenn nämlich ein immer größerer Teil der Bevölkerung sich das tägliche Leben nicht mehr leisten kann. Experten gehen jetzt schon davon aus, dass uns die Teuerung und eine hohe In ation noch länger erhalten bleiben werden, deshalb müssen jetzt nicht nur Sofortmaßnahmen getro en werden, sondern vor allem Maßnahmen, um den Armen in diesem Land zu helfen und um Hundertausende davor zu bewahren, in die Armut abzugleiten. Dazu zählt auch, dass jene, die von der Krise pro tieren – vor allem seit dem russischen Überfall auf die Ukraine – ihren Beitrag leisten müssen, damit jenen geholfen werden kann, die sich das Leben kaum noch leisten können. Der Sozialstaat wirkt, doch steht er vor seiner größten Herausforderung: der immer stärker werdenden Armut! erwin.zangerl@ak-tirol.com Michael Pardeller, Tel. +43 59660 364, wirtschaft@b -tirol.at Neues Kursprogramm NEU: Fortbildungsprogramm für Sozial- und Pflegeberufe Mehr als 30 Themenbereiche Start ab September 2022 Gernot Schafferer, Tel. +43 59660 814, it@b -tirol.at, www.b .tirol Neues Kursprogramm NEU: Diplomlehrgang zum_zur zertifizierten Social Media Manager_in Start online am 28. September 2022 Melanie Andres-Juen, Tel. +43 59660 332, technik@b -tirol.at Neues Kursprogramm NEU: Lehrgang Interior Design Tauchen Sie ein in die Welt der Innenraumgestaltung! Start am 21. Oktober 2022 Wenn ich Landeshauptmann werde, kann ich Tirol endlich in Tirol*in umbenennen. Wenn ich Landeshauptmann bin, kann ich endlich auch ein paar nette Posten verteilen. Wenn ich Landeshauptmann bin, kann ich der Pam endlich beweisen, dass ich es doch drauf habe. Wenn ich nicht mehr Landeshauptmann bin, kann ich endlich wieder das machen, was ich will.

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