Die Tiroler Basics - Nr. 510

TIROLER LANDTAGSWAHL FREITAG, 9.9.2022 | NR. 510 3 Umfrage: ÖVP 26%, SPÖ21%, FPÖ18%und Liste Fritz 14% Aktuelle Umfrage von Die Tirolerbasics für die Landtagswahl am 25. September Das Market Institut hat imAuftrag von DieTirolerbasics eine repräsentative Umfrage hinsichtlich des Wählerwillens bei der Tiroler Landtagswahl 2022 durchgeführt. Dabei wurden kurz vor der Abstimmung am 25. September in Nordtirol 600 Tirolerinnen und Tirolern die berühmte Sonntagsfrage gestellt. Das Resultat könnte für ein Politbeben sorgen. VON MANFRED SCHIECHTL Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2018 kam die ÖVP auf 44,26 Prozent. Gegenüber der Market-Umfrage würde dies einen Verlust von knapp über 18 Prozent bedeuten. Die SPÖ würde von 17,25 auf 21 Prozent zulegen, die FPÖ von 15,53 auf 18 Prozent. Der Regierungspartner der ÖVP in der aktuellen Regierung, die Grünen, würden ebenfalls Stimmen einbüßen. Und zwar von 10,67 auf neun Prozent. Auf der Gewinnerseite würde die Liste Fritz stehen mit einem Zuwachs von 5,46 auf 14 Prozent. Auch die NEOS würden zulegen, nämlich von 5,21 auf sieben Prozent. Die erstmals antretende MFG würde laut Umfrage auf drei Prozent kommen, KPÖ und MIT zusammen auf zwei Prozent. Wählerwanderung von den Regierungsparteien zur Opposition Dr. David Pfarrhofer, beim Market Institut für die Befragung zuständig, erklärt: „Die Stimmungslage hinsichtlich der ÖVP ist nicht gut. Der erste Platz wird sich zwar entspannt ausgehen, aber das ist auch zugleich das einzig Positive. Hätte man vor zwei, drei Jahren gesagt, die Tiroler ÖVP würde bei 25 bis 30 Prozent liegen, man wäre ausgelacht worden. Aber jetzt ist das ein realistisches Szenario.“ Stellt sich die Frage, welche Veränderungen es bis zur Wahl noch geben könnte. Pfarrhofer: „Die größte Unsicherheit bei der Zahl von 26 Prozent in der Umfrage ist gar nicht einmal die Schwankungsbreite von +/- vier Prozent, sondern, dass noch drei Wochen bis zur Wahl hin sind. Es werden sich sicher noch Menschen umentscheiden oder am Ende nicht zur Wahl gehen. Das, was wir hier sehen ist eine Momentaufnahme. Die ÖVP kann mit ihrer starken Funktionärsorganisation sicher in Sachen Mobilisierung noch Boden gut machen. Ein Vierer an der Zehnerstelle wie bei den Tiroler Landtagswahlen 2018 ist für mich aber nicht mehr vorstellbar.“ Die Gründe für den prophezeiten Einbruch? „ Die Menschen begegnen dem, was in den letzten Jahren und Monaten passiert ist mit sehr wenig Begeisterung. Auch die Leistung der Bundes-ÖVP in Wien spielt mit hinein. Das Vertrauen in die Regierungen sowohl im Land, wie auch im Bund, beide ja gebildet von einerKoalition der ÖVP mit den Grünen, ist sehr niedrig.“ Außerdem hat es aus der Sicht von Pfarrhofer und seinem Team der Spitzenkandidat der ÖVP Tirol alles andere als leicht, „da er noch dazu nicht auf einen Amtsbonus setzen kann.“ Mitgehangen, mitgefangen – Grüne als einzige weitere Partei mit Verlusten „Ich sehe auch wenig Begeisterung, was den Juniorpartner in der Koalition betrifft“, so Pfarrhofer. „Es gibt vielleicht noch etwas Luft nach oben, ich würde mich wundern, wenn sie einstellig bleiben würden. Vielleicht liegen sie am Ende knapp über oder knapp unter dem Ergebnis von 2018 (Anm.: 10,67 Prozent). Die Grünen scheinen auch ihr Fett abzubekommen. Grüne Bäume werden bei dieser Wahl nicht in den Himmel wachsen.“ Alle Oppositionsparteien profitieren und legen teils stark zu „Die Liste Fritz hat beispielsweise sehr, sehr gute Zahlen. Diese Gruppierung wird sich als kleinere Partei zwar bei der Mobilisierung im Wahlkampffinale schwerer als die ÖVP tun, aber sie dürfen auf jeden Fall mit einem sehr guten Ergebnis rechnen.“ Auch die SPÖ, die FPÖ und die NEOS legen zu, „sie profitieren sichtlich von der aktuellen Schwäche der ÖVP.“ Die MFG sorgte im September bei der Wahl in Oberösterreich für ein sensationelles Ergebnis und holte über sechs Prozent. In Tirol liegt sie Dr. David Pfarrhofer vomMarket Institut. 26 Angaben in Prozente 18 21 9 7 14 3 2 in der Umfrage bei drei Prozent. „Die MFG kann durchaus noch mehr Rückenwind erhalten“, so Pfarrhofer. „Um deren Leitthema ist es momentan sehr leise geworden. Aber bis zur Landtagswahl sind des noch drei Wochen und wenn das Corona-Thema wieder hoch kochen sollte, dann werden die Zahlen der MFG nach oben gehen.“ Steter Rückgang der ÖVP-Zahlen in Umfragen seit Dezember 2020 Bei drei anderen Wahlumfragen, zwischen Ende Juni und Anfang August durchgeführt, zeigte sich ein ähnliches Bild. In den Befragungen von IFDD und zweimal IMAD für die Bezirksblätter bzw. die FPÖ pendelte die ÖVP zwischen 29 und 30,1 Prozent. Ende Dezember 2021 waren es noch 39 Prozent (Umfrage durch GMK), Ende Dezember 2020 noch 43 Prozent (Umfrage durch Research Affairs). Die Zahlen der ÖVP gehen also seit beinahe zwei Jahren stetig nach unten. Umfrage in der grafischen Aufbereitung Der Wahlkampf läuft auf vollen Touren. Einige der Parteien arbeiten hart daran, noch Boden gut zu machen. Andere versuchen, ihr aktuelles Stimmen-Hoch zu verteidigen. FOTO: ATHESIA ÖVP Neos FPÖ Liste Fritz SPÖ MFG Grüne Andere

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