Die Tiroler Basics - Nr. 510

Energiesparen: das kann jeder selbst tun Höhere Betriebs- und Energiekosten durch die aktuelle Teuerungswelle Klassische Positionen bei den Betriebskosten sind die Gebäudereinigung, die Müllentsorgung, der Wasserverbrauch und der Hausstrom. Laut Mietervereinigung ist die Betriebskostenabrechnung für das gesamte vorige Kalenderjahr bis spätestens 30. Juni zu legen. Die pauschalen Betriebskostenzahlungen des Mieters werden laut Mietrechtsinfo mit den tatsächlichen Betriebskosten am Jahresende gegengerechnet. Daraus ergibt sich entweder ein Guthaben oder aber eine Nachzahlung. Wie sich die Teuerungswelle konkret darauf auswirkt, bleibt vorerst offen. Ebenfalls offen ist die Höhe von potenziellen Nachzahlungen für Strom, Gas, also Energie, die nach dem gleichen Muster ablaufen. Experten rechnen mit teils sehr hohem Nachzahlungsbedarf, da die pauschalierten Preise zu einem Zeitpunkt festgelegt wurden, wo Energie noch wesentlich günstiger war. Die aktuellen Teuerungsschübe addieren sich nun sozusagen im Hintergund und müssen dann per Nachzahlung ausgeglichen werden. Es ist äußerst wichtig, sich schon jetzt Geld auf die Seite zu legen, um dann nicht Bei Betriebs- und Energiekostenjahresabrechnungen drohen hohe Nachzahlungen. FOTO: PIXABAY Bei den Betriebs- und Energiekostenabrechnungen fürchten Experten, dass es in zahllosen Fällen zu dramatischen Nachzahlungen kommen wird. DieTirolerbasics versorgen die Tirolerinnen undTiroler laufendmitHintergrundinfos undExpertentipps zur Teuerungswelle, damit jeder diese bestmöglichmeistern kann. In dieser Folge: Betriebs- und Energiekosten. VON MANFRED SCHIECHTL Hannes Gschwentner – Neue Heimat setzt auf Passivhaus und Passivhaus+. FOTO: NHT/FORCHER Christian Switak – WE organisiert bei Bedarf persönliche Energiesparberatungen. FOTO: WE von der Höhe der Nachzahlung überfordert zu werden. Neue Heimat und WE unterstützen ihre Mieterinnen und Mieter „Wir versuchen unsere Mieterinnen und Mieter bestmöglich zu unterstützen. Bei jeder Übergabe gibt es beispielsweise eine ausführliche Einzugsbegleitung. Aufgrund der Teuerungswelle arbeiten wir derzeit zusätzlich an einer gesonderten Infokampagne“, erzählt Hannes Gschwentner, Geschäftsführer der Neuen Heimat Tirol. Die NHT betreut in Tirol ca. 15.000 eigene Wohnungen und verwaltet etwa 5.000 Eigentumswohnungen. Auch bei der WE sind effektive Informationen ein wichtiges Thema. „Es gibt allgemeine Informationen auf dem WE-Kundenportal. Bei Bedarf können wir Beratungen organisieren, da eine enge Zusammenarbeit mit Energie Tirol bzw. dem Projekt 'Ehrenamtliche Energiesparhelfer' besteht“, erklärt Geschäftsführer Christian Switak von der WE, die knapp 20.000 Wohneinheiten in Tirol verwaltet. „Wir werden heuer auch versuchen, die Heizungen so spät wie möglich einzuschalten“, schildert er eine weitere Maßnahme. Effektive Sparmaßnahmen, die jeder selbst einfach durchführen kann Mit einigen einfachen Maßnahmen kann jeder für sich selbst viel erreichen, sprich die drohenden Nachzahlungen im Rahmen halten. Da sind sich Gschwentner und Switak einig. „Bei vielen wird im Winter eine Raumtemperatur von 23 bis 25 Grad gewählt. 21 Grad würden eigentlich genügen. Jedes Grad weniger, senkt die Heizkosten um ungefähr sechs Prozent“, erklärt Gschwentner. „Energiesparende Elektrogeräte bringen ebenfalls sehr viel. Alte Kühlschränke saugen beispielsweise oft Strom wie ein kleiner Ofen. Investitionen in Neugeräte zahlen sich in solchen Fällen aus.“ In Wohnungen mit Komfortlüftung sollte man zudem den Luftaustausch der Elektronik überlassen und nicht zusätzlich lüften. Auch die beliebten Standbyschaltungen bei TV-Geräten sind Stromfresser. Schaltet man den Fernseher komplett aus, spart das im Jahr bis zu 60 kwH Strom. Der letzte große Brocken, bei demman durch eigenes Zutun viel sparen kann, ist im Bad zu finden. „Fünf Minuten Duschen verbraucht ca. 40 Liter Warmwasser, ein Bad rund 120 Liter, ein Vollbad gar 200 Liter“, vergleicht Gschwentner. Switak fasst die einfachen Möglichkeiten folgendermaßen zusammen: „Ganz wichtig: Raumtemperaturen runter, Heizkörper nicht verhängen, richtiges Lüften (mehrmals täglich kurzes Stoßlüften), Geräte möglichst ausschalten (nicht Standby), in Geräte mit wenig Stromverbrauch investieren, vorhandene Rollos in der Nacht schließen, kürzere Duschvorgänge, kürzere Waschprogramme, Geschirrspüler mit niedrigeren Temperaturen betreiben, Perlatoren an den Wasserhähnen anbringen und Energiesparlampen benutzen.“ Die Tiroler Wohnbauträger investieren auch abseits der Teuerungswelle seit längerem in energiesparende Bauten. Dies kommt den Mieterinnen und Mietern in solchen Objekten nun zu Gute. Ein Paradebeispiel ist etwa die Passivhaus+-Anlage der NHT in Rum, die im Herbst übergeben wird. „Es ist dies mit 132 Wohnungen die weltweit größte derartige Anlage“, so Gschwentner. Die NHT errichtet nur noch Passivhaus- (spart ca. 50 Prozent Energie gegenüber konventionellen Objekten) und Passivhaus+-Projekte (spart bis zu 70 Prozent). Fortsetzung in der nächsten Ausgabe FÜR KONSUMENTEN FREITAG, 9.9.2022 | NR. 510 5 Die Arbeitnehmerveranlagung bei FinanzOnline durchführen, in die eigene elektronische Gesundheitsakte einsehen oder Amtswege online erledigen: rund 200 digitale Services der Republik Österreich können mit der Handy-Signatur als digitaler IdenAktivierung der Handy-Signatur bzw. ID Austria mit oder ohne Terminvereinbarung. Aktionswoche „Handy-Signatur/IDAustria“ in den Bezirkshauptmannschaften titätsnachweis genutzt werden. Mit der ID Austria – die Weiterentwicklung der Handy-Signatur und Bürgerkarte – erhalten NutzerInnen eine elektronische Identität, die es beispielsweise ermöglicht, sich sicher online auszuweisen und digitale Services zu nutzen. Die ID Austria wird die Handy-Signatur in den kommenden Monaten sukzessive ablösen – wer bereits eine behördliche Handy-Signatur hat, kann selbstständig auf die ID Austria umsteigen und so in der Vollversion bereits jetzt noch mehr Vorteile nutzen. Im Rahmen der Aktionswoche von 12. bis 16. September 2022 können sich alle TirolerInnen ab 14 Jahren eine HandySignatur bzw. die ID Austria an den Bezirkshauptmannschaften Tirols einrichten lassen – unkompliziert und mit Beratung. Digitale Ausweise ab Herbst 2022 Ab Herbst 2022 wird es bei der ID Austria zudem möglich sein, Ausweisdokumente wie Führerschein oder Zulassungsschein via Smartphone einfach und digital bei sich zu haben. „270.000 Tirolerinnen und Tiroler verfügen bereits über eine Handy-Signatur oder ID Austria. Unser Ziel ist es, diese Zahl weiter zu erhöhen – denn das Nutzen von digitalen Services ist die Zukunft.. Deshalb lade ich alle Tirolerinnen und Tiroler, die noch über keine Handy-Signatur oder ID Austria verfügen, ein, ihre Bezirkshauptmannschaft zu besuchen und dieses Angebot jetzt zu nutzen“, betont Digitalisierungslandesrat Anton Mattle. A‘KOMMENTAR Jede Stimme für mehr Arbeitnehmervertretung ist wichtig! von AK-Präsident Erwin Zangerl Sich in einer freien, demokratischen Wahl dafür entscheiden zu können, wer unsere Interessen vertreten soll, ist eine schwer erkämp e Errungenscha , mit der wir nicht achtlos umgehen dürfen. Ich verstehe die Unzufriedenheit vieler Menschen mit dem politischen Tagesgeschä und es gibt auch viele Gründe, aber diese Politikverdrossenheit führt letztlich nur dazu, dass wir irgendwann von extremen Gruppierungen regiert werden und die breite Mitte verschwindet, das muss verhindert werden. Gerade für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind die kommenden Landtags-Wahlen eine wichtige Möglichkeit, um ein Zeichen für eine stärkere Vertretung zu setzen, denn die 350.000 von der AK vertretenen Beschäftigten repräsentieren die überwältigende Mehrheit im Land. Es braucht deshalb auch ein zeitgemäßes Bild dieser gesellscha lichen Realität und dazu braucht es möglichst viele Abgeordnete, die wissen, wie es den arbeitenden Menschen geht, und die die Sorgen und Wünsche der Menschen kennen. Wir benötigen im Tiroler Landtag mehr Vertreter aus der Arbeitnehmerscha , dies ist auch mit der Vergabe von Vorzugsstimmen möglich. Generell haben Tirols Arbeitnehmer eine starke Verbundenheit zu ihrem Land, aber sie brauchen Perspektiven. Die extremen Preissteigerungen, die hohen Lebenshaltungskosten, extreme Preise bei Energie und teure Wohnungsmieten bereiten allerdings immer mehr Menschen enorme Sorgen und Probleme. Probleme, die gelöst werden müssen, denn es steht auch der soziale Friede auf dem Spiel. Die Beschä igten tragen zwei Drittel aller Steuerleistungen, deshalb braucht es im Landtag starke und glaubwürdige Politiker, die die Interessen der arbeitenden Bevölkerung vertreten und auf deren Seite stehen. Und das kann jede bzw. jeder mit ihrer bzw. seiner Stimme am 25. September beein ussen, deshalb – wählen gehen und die Arbeitnehmer stärken! erwin.zangerl@ak-tirol.com

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc1MzM=