Die Tiroler Basics - Nr. 510

Die Tiroler D I E Z E I T UNG F ÜR POL I T I K , WI R T SCHA F T, B I L DUNG , WI SSEN UND MOB I L I TÄT · WWW. BAS I CS -MED I A . AT Bezahlte Anzeige FREITAG, 9.9.2022 NR. 510 14. JAHRGANG AUFLAGE TIROLWEIT ALLE 14 TAGE NEU 248.000 IE ZEITUNG FÜR POLIT K, WIRTSCHAFT, BILDUNG, WISSEN U D MOBILITÄT • WW .DIETIROLERBASICS.AT tirol.wifi.at/34260012 Infoabend: 15.09.22 Lehrgang: 21.10.22-12.05.23 Die wertvollste Ressource im Unternehmen! Human Resource Business Partner e: isabella.pirnbacher@wktirol.at t: 05 90 90 5-7243

Das mysteriöse Verschwinden von Wölfen in Tirol Mittlerweile gehört das Thema Wolf zum festen Bestandteil der Tiroler Stammtische, politischen Diskussionen und natürlich der medialen Berichterstattung. Sozusagen ein Dauerbrenner erster Güte, der viele Gemüter erhitzt. Doch selten geht man bei diesem Thema in die Tiefe. Im Zuge von Dreharbeiten zu einer Wolfs-Doku war der Autor vergangenes Jahr wochenlang in allen Landesteilen nördlich und südlich des Brenners unterwegs, um zu versuchen, dieses komplexe Thema zu ergründen. Und wir haben zugehört. Das, was viele Dutzend Menschen zum Thema Wolf in Tirol zu sagen haben. Nicht alle wollten damals vor die Kamera. Und einige hochbrisante Erlebnisse wurden nur mit dem Versprechen der Anonymität weitergegeben. Schnell ist man im Dorf ausgegrenzt, wenn man nicht dem Mainstream folgt. Für große Aufregung sorgte zuletzt ein Abschussbescheid des Landes Tirol für zwei Wölfe in Osttirol. Noch dazu weil die beiden Tiere laut Augenzeugenberichten für Nachwuchs gesorgt hatten. Entsteht dort das erste Rudel auf Tiroler Boden? Alarmstufe Rot für Wolfsgegner. Bei Gesprächen zur genannten Wolfs-Doku 2021 wurden die Blicke von Interviewpartnern gleich mehrfach sehr ernst, wenn es um das Thema Rudelbildung in Tirol ging. Da wird plötzlich von einer Reihe von Sichtungen von Wolfswelpen berichtet. Und Welpen gibt es nur bei Rudelbildung. Wenn wir diese Sichtungen zusammenzählen, kommen wir auf mehr als 15. Berichtet wird dies aus zwei Gegenden. Einerseits aus dem Oberen Gericht, andererseits aus dem Raum zwischen Kühtai und dem hinteren Ötztal. Stein auf Bein wird von Insidern geschworen, es habe bereits Rudel gegeben. Und sie wären wieder auf mysteriöse Weise verschwunden. Ein Phänomen, das auch der WWF kennt. Doch öffentlich spricht niemand darüber. Und da ist da noch die Geschichte von den fünf Wolfskadavern, die vor drei Jahren bei Arbeiten auf einer Baustelle entdeckt worden sein sollen, als bei einem Stausee unweit von Innsbruck das Wasser abgelassen worden war. Wir können nicht beweisen, dass jemand diese getöteten Wölfe im zuvor vollen See verschwinden lassen hat. Aber die Schilderungen zum Fund sind glaubwürdig. Selbst Fotos davon kursieren. Da stellt sich die Frage, wo geht die Reise hin? manfred.schiechtl@athesia.at EUREGIO TIROL FREITAG, 9.9.2022 | NR. 510 2 Unser höchstes Gut Die Euregio gemeinsam zum Gesundheits- und Wissenschaftsstandort ausbauen Seitmittlerweile zehn Jahren richtet die EuroparegionTirol-Südtirol-Trentino im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach den Tiroltag aus, der sich als Treffpunkt und Schaufenster der Forschungslandschaft in der Euregio versteht. Die Räumlichkeit im Kongresszentrum – der Herz-Kremenak-Saal, benannt nach der österreichischen Ärztin, Visionärin und Pionierin Elisabeth Herz-Kremenak – war dabei dieses Jahr passender denn je: Das programmgebende Thema ist „Gesundheit und Regionalität: Life Sciences in der Euregio“. Der Euregio-Präsident Maurizio Fugatti (Landeshauptmann Trentino), die Südtiroler Landeshauptmannstellvertreterin Waltraud Deeg und Tirols Landeshauptmann Günther Platter berichteten in diesem Zusammenhang über die Gesundheit als Schlüsselfaktor für eine zukunftsfähige Euregio. Der Tiroltag stellt damit auch den Start für die Auseinandersetzung mit dem Thema Gesundheit des EuregioLab dar. Der sogenannte Thinktank, bestehend aus Gesundheitsexpertinnen und -experten der Euregio, wird nun prüfen, in welchen Bereichen grenzüberschreitende Maßnahmen gebraucht werden und wie diese aussehen können. Bis Ende des Jahres wird das EuregioLab dem Vorstand der Euregio ein Thesenpapier mit konkreten Maßnahmen vorlegen. Euregio-Schnittstelle Gesundheit – Standort für Life Sciences Die Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich ist für den Euregio-Vorstand eine der wichtigsten Aufgaben und gleichzeitig auch eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Der derzeitige Euregio-Präsident aus dem Trentino Maurizio Fugatti erinnerte an zwei Jahre großen Notstands, die gezeigt hätten, wie wichtig die grenzüberschreitende Zusammenarbeit während der Pandemie war. „Die Gesundheit ist unser höchstes Gut – das hat gerade die Corona-Pandemie mit Nachdruck in unser aller Bewusstsein gerückt. Der diesjährige Tirol-Tag steht daher völlig zu Recht im Zeichen Gesundheit. Es geht darum, dass wir uns künftig nicht nur mit dem Thema Pandemie gemeinschaftlich befassen, sondern den Gesundheitsbegriff in all seinen Facetten betrachten: dazu gehören Vorsorgemaßnahmen, Behandlungen sowie Nachsorge. In den drei Ländern Tirol, Südtirol und Trentino gibt es hierbei viele Überschneidungen und wir können alle von einer gebündelten Expertise profitieren“, betonte LH Platter und unterstrich die tragende Rolle des Personals in den Tiroler Einrichtungen und die Notwendigkeit, die Euregio als Ausbildungs- und Wirkungsstätte zu stärken. Von der Spitzenmedizin bis zur Erstversorgung im ländlichen Raum, von den Rettungsdiensten bis zu den PflegerInnen in den Einrichtungen ist der Faktor Mensch maßgeblich für ein gut funktionierendes Gesundheitssystem. Gleichzeitig gilt es aber auch Tirol als Life Sciences-Standort zu profilieren. Im Bereich Beschäftigungsstand bei Pharma- und Medizintechnik sowie beim Wachstum der Wertschöpfung, Patente und Beschäftigung ist Tirol im europäischen Spitzenfeld zu finden. Es gibt jedoch auch Bereiche, in denen der Life SciencesStandort einen entsprechenden Aufholbedarf hat, etwa was die Produktivität im Bereich Pharma und Biotech, Patentoutput, Anzahl der F&E Biotech-Unternehmen betrifft. „Wir wollen deshalb gemeinsam mit den Tiroler Universitäten und Schlüsselunternehmen ein Exzellenzforschungszentrum in starker Verbindung mit der klinischen Forschung entwickeln und den Wissens- und Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft durch gezielte Betriebsansiedlungen sowie die Unterstützung von Spinn-offs und Start-ups verbessern“, betonte Platter. Das Thema Gesundheit sei auch im Rahmen der letzten beiden Euregio-Vorstandssitzungen behandelt worden: Im Gesundheitssystem wolle man die Exzellenz der drei Gebiete in struktureller, technologischer und organisatorischer Hinsicht zusammenführen, um diese weiter zu verbessern, aber auch um die Kompetenzen und Dienstleistungen zu konsolidieren und weiterzuentwickeln. Das EuregioLab könne ein wichtiger Baustein für eine koordinierte und sektorübergreifende Anstrengung aller beteiligten Akteure sein. Euregio-Länder können voneinander lernen Auch in Südtirol sei das Thema der Absicherung der Gesundheitsleistungen ein wichtiges, besonders durch, aber nicht erst seit der Pandemie, sagte die Südtiroler Landeshauptmannstellvertreterin und Soziallandesrätin Waltraud Deeg. Besonders für Kinder und Jugendliche sowie für ältere Menschen seien die Pandemiejahre mit besonderen Einschränkungen verbunden gewesen – darum gelte es nun, aufmerksam hinzuschauen und dort nachzubessern, wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Hier könnten die drei Euregio-Länder voneinander lernen, unter anderem indem sie sich über Erfahrungen austauschen, Synergien nutzen, Studien des einen Partners in lokale Lösungsansätze integrieren und somit gemeinsam neue Strategien entwickeln. LH Platter, Viezpräsidentin Deeg und LH Fugatti wollen die Euregio zu der Life Science Region für Gesundheit entwickeln. Auszeichnung an die Euregio-JungforscherInnen (von links): Vize-Präsidentin der Wirtschaftskammer Tirol, Barbara Thaler, Juryvorsitzende und Präsidentin der Freien Universität Bozen Ulrike Tappeiner, Chiara Valzogher (Platz 3, Universität Trient), Francesco Asnicar (Platz 2, Universität Trient), Alan Ianeselli (Platz 1, Freie Universität Bozen), LH Maurizio Fugatti (Trentino) und LH Günther Platter. FOTO: LAND TIROL/SEDLAK (3) Euregio-Innovationspreis (von links): Juryvorsitzender und Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding Josef Margreiter, Vize-Präsidentin der Wirtschaftskammer Tirol, Barbara Thaler, Cristiano Tomasi (Platz 3, Trentino, Unternehmen PreBiomics), Gregor Holfeld (Platz 1, Unternehmen Heart Regeneration Technologies, Innsbruck), Nathalie Hinkkanen und Ulrich Hausmann (Platz 2, Innsbruck, Unternehmen Occyo, Projekt „Occyo“), LH Günther Platter, LH Maurizio Fugatti (Trentino) und LHStvin Waltraud Deeg KOMMENTAR

TIROLER LANDTAGSWAHL FREITAG, 9.9.2022 | NR. 510 3 Umfrage: ÖVP 26%, SPÖ21%, FPÖ18%und Liste Fritz 14% Aktuelle Umfrage von Die Tirolerbasics für die Landtagswahl am 25. September Das Market Institut hat imAuftrag von DieTirolerbasics eine repräsentative Umfrage hinsichtlich des Wählerwillens bei der Tiroler Landtagswahl 2022 durchgeführt. Dabei wurden kurz vor der Abstimmung am 25. September in Nordtirol 600 Tirolerinnen und Tirolern die berühmte Sonntagsfrage gestellt. Das Resultat könnte für ein Politbeben sorgen. VON MANFRED SCHIECHTL Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2018 kam die ÖVP auf 44,26 Prozent. Gegenüber der Market-Umfrage würde dies einen Verlust von knapp über 18 Prozent bedeuten. Die SPÖ würde von 17,25 auf 21 Prozent zulegen, die FPÖ von 15,53 auf 18 Prozent. Der Regierungspartner der ÖVP in der aktuellen Regierung, die Grünen, würden ebenfalls Stimmen einbüßen. Und zwar von 10,67 auf neun Prozent. Auf der Gewinnerseite würde die Liste Fritz stehen mit einem Zuwachs von 5,46 auf 14 Prozent. Auch die NEOS würden zulegen, nämlich von 5,21 auf sieben Prozent. Die erstmals antretende MFG würde laut Umfrage auf drei Prozent kommen, KPÖ und MIT zusammen auf zwei Prozent. Wählerwanderung von den Regierungsparteien zur Opposition Dr. David Pfarrhofer, beim Market Institut für die Befragung zuständig, erklärt: „Die Stimmungslage hinsichtlich der ÖVP ist nicht gut. Der erste Platz wird sich zwar entspannt ausgehen, aber das ist auch zugleich das einzig Positive. Hätte man vor zwei, drei Jahren gesagt, die Tiroler ÖVP würde bei 25 bis 30 Prozent liegen, man wäre ausgelacht worden. Aber jetzt ist das ein realistisches Szenario.“ Stellt sich die Frage, welche Veränderungen es bis zur Wahl noch geben könnte. Pfarrhofer: „Die größte Unsicherheit bei der Zahl von 26 Prozent in der Umfrage ist gar nicht einmal die Schwankungsbreite von +/- vier Prozent, sondern, dass noch drei Wochen bis zur Wahl hin sind. Es werden sich sicher noch Menschen umentscheiden oder am Ende nicht zur Wahl gehen. Das, was wir hier sehen ist eine Momentaufnahme. Die ÖVP kann mit ihrer starken Funktionärsorganisation sicher in Sachen Mobilisierung noch Boden gut machen. Ein Vierer an der Zehnerstelle wie bei den Tiroler Landtagswahlen 2018 ist für mich aber nicht mehr vorstellbar.“ Die Gründe für den prophezeiten Einbruch? „ Die Menschen begegnen dem, was in den letzten Jahren und Monaten passiert ist mit sehr wenig Begeisterung. Auch die Leistung der Bundes-ÖVP in Wien spielt mit hinein. Das Vertrauen in die Regierungen sowohl im Land, wie auch im Bund, beide ja gebildet von einerKoalition der ÖVP mit den Grünen, ist sehr niedrig.“ Außerdem hat es aus der Sicht von Pfarrhofer und seinem Team der Spitzenkandidat der ÖVP Tirol alles andere als leicht, „da er noch dazu nicht auf einen Amtsbonus setzen kann.“ Mitgehangen, mitgefangen – Grüne als einzige weitere Partei mit Verlusten „Ich sehe auch wenig Begeisterung, was den Juniorpartner in der Koalition betrifft“, so Pfarrhofer. „Es gibt vielleicht noch etwas Luft nach oben, ich würde mich wundern, wenn sie einstellig bleiben würden. Vielleicht liegen sie am Ende knapp über oder knapp unter dem Ergebnis von 2018 (Anm.: 10,67 Prozent). Die Grünen scheinen auch ihr Fett abzubekommen. Grüne Bäume werden bei dieser Wahl nicht in den Himmel wachsen.“ Alle Oppositionsparteien profitieren und legen teils stark zu „Die Liste Fritz hat beispielsweise sehr, sehr gute Zahlen. Diese Gruppierung wird sich als kleinere Partei zwar bei der Mobilisierung im Wahlkampffinale schwerer als die ÖVP tun, aber sie dürfen auf jeden Fall mit einem sehr guten Ergebnis rechnen.“ Auch die SPÖ, die FPÖ und die NEOS legen zu, „sie profitieren sichtlich von der aktuellen Schwäche der ÖVP.“ Die MFG sorgte im September bei der Wahl in Oberösterreich für ein sensationelles Ergebnis und holte über sechs Prozent. In Tirol liegt sie Dr. David Pfarrhofer vomMarket Institut. 26 Angaben in Prozente 18 21 9 7 14 3 2 in der Umfrage bei drei Prozent. „Die MFG kann durchaus noch mehr Rückenwind erhalten“, so Pfarrhofer. „Um deren Leitthema ist es momentan sehr leise geworden. Aber bis zur Landtagswahl sind des noch drei Wochen und wenn das Corona-Thema wieder hoch kochen sollte, dann werden die Zahlen der MFG nach oben gehen.“ Steter Rückgang der ÖVP-Zahlen in Umfragen seit Dezember 2020 Bei drei anderen Wahlumfragen, zwischen Ende Juni und Anfang August durchgeführt, zeigte sich ein ähnliches Bild. In den Befragungen von IFDD und zweimal IMAD für die Bezirksblätter bzw. die FPÖ pendelte die ÖVP zwischen 29 und 30,1 Prozent. Ende Dezember 2021 waren es noch 39 Prozent (Umfrage durch GMK), Ende Dezember 2020 noch 43 Prozent (Umfrage durch Research Affairs). Die Zahlen der ÖVP gehen also seit beinahe zwei Jahren stetig nach unten. Umfrage in der grafischen Aufbereitung Der Wahlkampf läuft auf vollen Touren. Einige der Parteien arbeiten hart daran, noch Boden gut zu machen. Andere versuchen, ihr aktuelles Stimmen-Hoch zu verteidigen. FOTO: ATHESIA ÖVP Neos FPÖ Liste Fritz SPÖ MFG Grüne Andere

TIROLER LANDTAGSWAHL FREITAG, 9.9.2022 | NR. 510 4 Das beschäftigtTirols Parteien Ein Überblick: mit diesen Themen beschäftigen sich die Parteien vor der Wahl VomWolf und Covid-19 über die Ortsumfahrung Aldrans und die Tiroler Tourismusabgabe bis zu den Russland-Sanktionen unddie Teuerungswelle – die aktuellenAufreger für diewahlwerbenden Tiroler Parteien, die landesweit antreten, kommen teils aus erstaunlich unterschiedlichen Themenbereichen. Kurz vor der Landtagswahl haben sichDieTirolerbasicsumgehört. Eine thematisch breite Palette an Wortmeldungen kommt von ÖVP-Spitzenkandidat Anton Mattle, darunter auch internationale Themen. Er erklärte etwa, gleich wie seine Parteikollegen Thomas Stelzer (Oberösterreich) und Karl Mahrer (Wien), dass eine Evaluierung der Sanktionen gegen Russland immer möglich sein wird und muss. Beim Heimatbesuch von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig in Osttirol war Mattle vor Ort. Bei dieser Gelegenheit betonte der frühere Funktionär der Jungbauern aus Galtür, wie wichtig das Thema Hofübernahme für die bäuerliche Bevölkerung ist. „Dass die Bauernhöfe weiterbetrieben werden, ist mir persönlich enorm wichtig“, erklärte Mattle und sagte zu, dass er sich bei der Bundesregierung für unkompliziertere Übergaben einsetzen wird. Im Rahmen ihrer „Ein Land.“-Tour hat BunSPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner unterstützt Georg Dornauer. FOTO: SPÖ Markus Sint von der Liste Fritz setzt voll auf regionale Themen. FOTO: LISTE FRITZ ÖVP-Spitzenkandidat Anton Mattle ließ mit seinen kritischen Äußerungen zu den Russland-Sanktionen österreichweit aufhorchen. FOTO: FISCHLER desparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner zusammen mit dem Landesparteivorsitzenden der SPÖ, Georg Dornauer, rasche Maßnahmen gegen die Teuerung gefordert. Das Land Tirol braucht laut Dornauer zudem dringend eine Photovoltaik-Offensive. Er ortet viel Potential bei Dachflächen. Weiters spricht sich Dornauer für die Rekommunalisierung der Energieerzeugung aus. „Wir sollten den Gemeinden und Kommunen die finanzielle Kraft und den rechtlichen Rahmen geben, damit sie im Stande sind, ihren eigenen Strom zu produzieren.“ Gesundheitsminister Johannes Rauch kam zur Unterstützung der Grünen nach Tirol. Er hofft, dass die Grünen nach der Landtagswahl wieder mitregieren. Aufhorchen ließ er dabei mit dem Sager, er setze im Umgang mit Covid-19 auf Empfehlungen und nicht auf Verordnungen. Der Grüne Pass soll eingemottet bleiben. Spitzenkandidat Gebi Mair räumte zuletzt dem Thema Preissteigerungen viel Raum ein. Er meinte in Richtung Bundesregierung, dass ihre Maßnahmen „gut gemeint“ seien und „viel kosten“. Er hat aber den Eindruck, dass sie nicht ankommen. Kritik am System der Landesumlage von der FPÖ und der SPÖ Für FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger beweist die Kritik der SPÖ am System der Landesumlage, dass das Modell nicht mehr funktioniert: „Andere Bundesländer zeigen einen klaren Weg vor. Niederösterreich beispielsweise verzichtet gänzlich auf die Einhebung einer Landesumlage“, so Abwerzger, der konkretisiert: „Tiroler Kommunen unter 1.000 Einwohner müssen etwa durchschnittlich knapp 70.000 Euro zahlen, was für viele Gemeinden beinahe unfinanzierbar ist.“ Für die NEOS ist der Stopp durch das Landesverwaltungsgericht für mögliche Wolf-Abschüsse in Tirol inakzeptabel. „Wieder wird die Sache durch juristische Spitzfindigkeiten verschleppt“, kommentiert Andreas Leitgeb. „Natürlich müssen wir diese Entscheidung akzeptieren, aber es ist an der Zeit, dass Taten folgen. Es kann nicht sein, dass die Schafbauern und Landwirte ewig vertröstet werden.“ Die Liste Fritz wiederum fokussiert sich sehr stark auf regionale Themen. Von Freizeitwohnsitzen im Zillertal. über einen Raumordnungsvertrag zwischen der Gemeinde Telfs und den Betreibern eines Luxushotelprojekts in TelfsMösern bis hin zur Diskussion um die Ortsumfahrung in Aldrans. „Seit Jahren ist in Aldrans eine Umfahrung im Gespräch, ebenso lange protestieren zahlreiche AnrainerInnen und BürgerInnen dagegen. Wir sehen das kolportierte Umfahrungsprojekt kritisch. Für so eine Straße die schönsten Wiesen und Felder zu opfern und zuzubetonieren, halte ich nicht für sinnvoll“, erklärt der Liste-Fritz-Klubobmann Markus Sint. Dominik Oberhofer und die NEOS beschäftigen sich mit dem Thema Wolf. Sie möchten, dass die Schafbauern und Landwirte nicht weiter vertröstet werden. FOTO: NEOS Bis zum 23. September 2022 können noch unter Angabe des Abwesenheitsgrundes Wahlkarten beantragt werden. Der Antrag muss in jener Gemeinde gestellt werden, in der man im Wählerverzeichnis eingetragen sind. Alle Wahlberechtigten die es amWahltag nicht schaffen, ihre Stimme persönlich imWahllokal abzugeben, können auch mittelsWahlkarte wählen. Beantragung, Variante 1: Schriftlich kann die Wahlkarte bis 20. September beantragt werden. Die Dauer des Postweges ist einzuberechnen und eine Kopie eines Lichtbildausweises (Pass, Personalausweis oder Führerschein) beizulegen. Im Falle einer elektronischen Beantragung – etwa per E-Mail – ist die Identität ebenfalls mit einer qualifizierten elektronischen Signatur bzw. mit einem Scan eines amtlichen Lichtbildausweises oder einer anderen amtlichen Urkunde glaubhaft zu machen. Beantragung, Variante 2: Mündlich ist die Wahlkarte bis 23. September (14 Uhr) zu beantragen. Bei einer mündlichen Beantragung sind die Öffnungszeiten des Gemeindeamts zu beWählenmit einerWahlkarte: das ist zu beachten achten und ein Lichtbildausweis (Pass, Personalausweis oder Führerschein) mitzubringen. Alternativ kann auch eine schriftlich bevollmächtigte Person die Wahlkarte in der Gemeinde abholen. Der bevollmächtigten Person ist der schriftliche Antrag sowie eine Kopie eines Lichtbildausweises mitzugeben. Wahlkarte ausfüllen: Den Stimmzettel persönlich, unbeobachtet und unbeeinflusst ausfüllen, in das Wahlkuvert stecken und dieses wiederum in die Wahlkarte geben. Ganz wichtig: die Wahlkarte ist gut zu verschließen. Unterschrift im vorgesehenen Feld nicht vergessen. Abgabe, Variante 1: Nach dem Ausfüllen der Wahlkarte ist diese in jener Gemeinde abzugeben, in der man im Wählerverzeichnis eingetragen ist. Persönlich bis spätestens 23. September (14 Uhr) während der Amtsstunden der Gemeinde abgeben (auch durch Bevollmächtigten möglich). Abgabe, Variante 2: Per Post an die Gemeinde schicken. Die Wahlkarte muss bis spätestens 23. September in der Gemeinde einlangen. Also rechtzeitig absenden. Abgabe, Variante 3: AmWahltag imWahllokal abgeben. Die Wahlkarte kann nur in jener Gemeinde abgegeben werden, in der man im Wählerverzeichnis eingetragen ist. Wird die Wahlkarte vor der Abgabe verloren, kann kein Ersatz ausgestellt werden.

Energiesparen: das kann jeder selbst tun Höhere Betriebs- und Energiekosten durch die aktuelle Teuerungswelle Klassische Positionen bei den Betriebskosten sind die Gebäudereinigung, die Müllentsorgung, der Wasserverbrauch und der Hausstrom. Laut Mietervereinigung ist die Betriebskostenabrechnung für das gesamte vorige Kalenderjahr bis spätestens 30. Juni zu legen. Die pauschalen Betriebskostenzahlungen des Mieters werden laut Mietrechtsinfo mit den tatsächlichen Betriebskosten am Jahresende gegengerechnet. Daraus ergibt sich entweder ein Guthaben oder aber eine Nachzahlung. Wie sich die Teuerungswelle konkret darauf auswirkt, bleibt vorerst offen. Ebenfalls offen ist die Höhe von potenziellen Nachzahlungen für Strom, Gas, also Energie, die nach dem gleichen Muster ablaufen. Experten rechnen mit teils sehr hohem Nachzahlungsbedarf, da die pauschalierten Preise zu einem Zeitpunkt festgelegt wurden, wo Energie noch wesentlich günstiger war. Die aktuellen Teuerungsschübe addieren sich nun sozusagen im Hintergund und müssen dann per Nachzahlung ausgeglichen werden. Es ist äußerst wichtig, sich schon jetzt Geld auf die Seite zu legen, um dann nicht Bei Betriebs- und Energiekostenjahresabrechnungen drohen hohe Nachzahlungen. FOTO: PIXABAY Bei den Betriebs- und Energiekostenabrechnungen fürchten Experten, dass es in zahllosen Fällen zu dramatischen Nachzahlungen kommen wird. DieTirolerbasics versorgen die Tirolerinnen undTiroler laufendmitHintergrundinfos undExpertentipps zur Teuerungswelle, damit jeder diese bestmöglichmeistern kann. In dieser Folge: Betriebs- und Energiekosten. VON MANFRED SCHIECHTL Hannes Gschwentner – Neue Heimat setzt auf Passivhaus und Passivhaus+. FOTO: NHT/FORCHER Christian Switak – WE organisiert bei Bedarf persönliche Energiesparberatungen. FOTO: WE von der Höhe der Nachzahlung überfordert zu werden. Neue Heimat und WE unterstützen ihre Mieterinnen und Mieter „Wir versuchen unsere Mieterinnen und Mieter bestmöglich zu unterstützen. Bei jeder Übergabe gibt es beispielsweise eine ausführliche Einzugsbegleitung. Aufgrund der Teuerungswelle arbeiten wir derzeit zusätzlich an einer gesonderten Infokampagne“, erzählt Hannes Gschwentner, Geschäftsführer der Neuen Heimat Tirol. Die NHT betreut in Tirol ca. 15.000 eigene Wohnungen und verwaltet etwa 5.000 Eigentumswohnungen. Auch bei der WE sind effektive Informationen ein wichtiges Thema. „Es gibt allgemeine Informationen auf dem WE-Kundenportal. Bei Bedarf können wir Beratungen organisieren, da eine enge Zusammenarbeit mit Energie Tirol bzw. dem Projekt 'Ehrenamtliche Energiesparhelfer' besteht“, erklärt Geschäftsführer Christian Switak von der WE, die knapp 20.000 Wohneinheiten in Tirol verwaltet. „Wir werden heuer auch versuchen, die Heizungen so spät wie möglich einzuschalten“, schildert er eine weitere Maßnahme. Effektive Sparmaßnahmen, die jeder selbst einfach durchführen kann Mit einigen einfachen Maßnahmen kann jeder für sich selbst viel erreichen, sprich die drohenden Nachzahlungen im Rahmen halten. Da sind sich Gschwentner und Switak einig. „Bei vielen wird im Winter eine Raumtemperatur von 23 bis 25 Grad gewählt. 21 Grad würden eigentlich genügen. Jedes Grad weniger, senkt die Heizkosten um ungefähr sechs Prozent“, erklärt Gschwentner. „Energiesparende Elektrogeräte bringen ebenfalls sehr viel. Alte Kühlschränke saugen beispielsweise oft Strom wie ein kleiner Ofen. Investitionen in Neugeräte zahlen sich in solchen Fällen aus.“ In Wohnungen mit Komfortlüftung sollte man zudem den Luftaustausch der Elektronik überlassen und nicht zusätzlich lüften. Auch die beliebten Standbyschaltungen bei TV-Geräten sind Stromfresser. Schaltet man den Fernseher komplett aus, spart das im Jahr bis zu 60 kwH Strom. Der letzte große Brocken, bei demman durch eigenes Zutun viel sparen kann, ist im Bad zu finden. „Fünf Minuten Duschen verbraucht ca. 40 Liter Warmwasser, ein Bad rund 120 Liter, ein Vollbad gar 200 Liter“, vergleicht Gschwentner. Switak fasst die einfachen Möglichkeiten folgendermaßen zusammen: „Ganz wichtig: Raumtemperaturen runter, Heizkörper nicht verhängen, richtiges Lüften (mehrmals täglich kurzes Stoßlüften), Geräte möglichst ausschalten (nicht Standby), in Geräte mit wenig Stromverbrauch investieren, vorhandene Rollos in der Nacht schließen, kürzere Duschvorgänge, kürzere Waschprogramme, Geschirrspüler mit niedrigeren Temperaturen betreiben, Perlatoren an den Wasserhähnen anbringen und Energiesparlampen benutzen.“ Die Tiroler Wohnbauträger investieren auch abseits der Teuerungswelle seit längerem in energiesparende Bauten. Dies kommt den Mieterinnen und Mietern in solchen Objekten nun zu Gute. Ein Paradebeispiel ist etwa die Passivhaus+-Anlage der NHT in Rum, die im Herbst übergeben wird. „Es ist dies mit 132 Wohnungen die weltweit größte derartige Anlage“, so Gschwentner. Die NHT errichtet nur noch Passivhaus- (spart ca. 50 Prozent Energie gegenüber konventionellen Objekten) und Passivhaus+-Projekte (spart bis zu 70 Prozent). Fortsetzung in der nächsten Ausgabe FÜR KONSUMENTEN FREITAG, 9.9.2022 | NR. 510 5 Die Arbeitnehmerveranlagung bei FinanzOnline durchführen, in die eigene elektronische Gesundheitsakte einsehen oder Amtswege online erledigen: rund 200 digitale Services der Republik Österreich können mit der Handy-Signatur als digitaler IdenAktivierung der Handy-Signatur bzw. ID Austria mit oder ohne Terminvereinbarung. Aktionswoche „Handy-Signatur/IDAustria“ in den Bezirkshauptmannschaften titätsnachweis genutzt werden. Mit der ID Austria – die Weiterentwicklung der Handy-Signatur und Bürgerkarte – erhalten NutzerInnen eine elektronische Identität, die es beispielsweise ermöglicht, sich sicher online auszuweisen und digitale Services zu nutzen. Die ID Austria wird die Handy-Signatur in den kommenden Monaten sukzessive ablösen – wer bereits eine behördliche Handy-Signatur hat, kann selbstständig auf die ID Austria umsteigen und so in der Vollversion bereits jetzt noch mehr Vorteile nutzen. Im Rahmen der Aktionswoche von 12. bis 16. September 2022 können sich alle TirolerInnen ab 14 Jahren eine HandySignatur bzw. die ID Austria an den Bezirkshauptmannschaften Tirols einrichten lassen – unkompliziert und mit Beratung. Digitale Ausweise ab Herbst 2022 Ab Herbst 2022 wird es bei der ID Austria zudem möglich sein, Ausweisdokumente wie Führerschein oder Zulassungsschein via Smartphone einfach und digital bei sich zu haben. „270.000 Tirolerinnen und Tiroler verfügen bereits über eine Handy-Signatur oder ID Austria. Unser Ziel ist es, diese Zahl weiter zu erhöhen – denn das Nutzen von digitalen Services ist die Zukunft.. Deshalb lade ich alle Tirolerinnen und Tiroler, die noch über keine Handy-Signatur oder ID Austria verfügen, ein, ihre Bezirkshauptmannschaft zu besuchen und dieses Angebot jetzt zu nutzen“, betont Digitalisierungslandesrat Anton Mattle. A‘KOMMENTAR Jede Stimme für mehr Arbeitnehmervertretung ist wichtig! von AK-Präsident Erwin Zangerl Sich in einer freien, demokratischen Wahl dafür entscheiden zu können, wer unsere Interessen vertreten soll, ist eine schwer erkämp e Errungenscha , mit der wir nicht achtlos umgehen dürfen. Ich verstehe die Unzufriedenheit vieler Menschen mit dem politischen Tagesgeschä und es gibt auch viele Gründe, aber diese Politikverdrossenheit führt letztlich nur dazu, dass wir irgendwann von extremen Gruppierungen regiert werden und die breite Mitte verschwindet, das muss verhindert werden. Gerade für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind die kommenden Landtags-Wahlen eine wichtige Möglichkeit, um ein Zeichen für eine stärkere Vertretung zu setzen, denn die 350.000 von der AK vertretenen Beschäftigten repräsentieren die überwältigende Mehrheit im Land. Es braucht deshalb auch ein zeitgemäßes Bild dieser gesellscha lichen Realität und dazu braucht es möglichst viele Abgeordnete, die wissen, wie es den arbeitenden Menschen geht, und die die Sorgen und Wünsche der Menschen kennen. Wir benötigen im Tiroler Landtag mehr Vertreter aus der Arbeitnehmerscha , dies ist auch mit der Vergabe von Vorzugsstimmen möglich. Generell haben Tirols Arbeitnehmer eine starke Verbundenheit zu ihrem Land, aber sie brauchen Perspektiven. Die extremen Preissteigerungen, die hohen Lebenshaltungskosten, extreme Preise bei Energie und teure Wohnungsmieten bereiten allerdings immer mehr Menschen enorme Sorgen und Probleme. Probleme, die gelöst werden müssen, denn es steht auch der soziale Friede auf dem Spiel. Die Beschä igten tragen zwei Drittel aller Steuerleistungen, deshalb braucht es im Landtag starke und glaubwürdige Politiker, die die Interessen der arbeitenden Bevölkerung vertreten und auf deren Seite stehen. Und das kann jede bzw. jeder mit ihrer bzw. seiner Stimme am 25. September beein ussen, deshalb – wählen gehen und die Arbeitnehmer stärken! erwin.zangerl@ak-tirol.com

FREITAG, 9.9.2022 | NR. 510 6 Noch mehr Tipps zum Energie- und Geldsparen gibt’s auf www.tiwag.at/energiespartipps beimWarmwasser und beim Kochen 6 Tipps zum Energie- und Geldsparen ’mal eine Pause! Gönn’ der Energie Keine Eiszeit Der Kühlschrank sollte nicht neben dem Herd stehen und darüber hinaus nicht zu kalt eingestellt werden; optimal sind zwischen +5 °C und +7 °C. Tauen Sie das Tiefkühlfach bitte regelmäßig ab – 1 cm Eis bedeutet 10 % bis 15 % mehr Stromverbrauch. In der Kürze liegt die Würze Ein heißes Vollbad ist zweifelsohne angenehm, sollte aber nicht Teil der täglichen KörperpÀege-Routinesein. Für diese ist eine kurze Dusche vollkommen ausreichend. Weniger Warmwasser Die Temperatur des Wasserspeichers im privaten Badezimmer sollte 60 °C nicht übersteigen; das reduziert auch die Kalkabscheidung im Boiler. Achtung: Wenn das Wasser im Boiler selten oder unregelmäßig genutzt wird, nicht unter 60 °C absenken, da sonst die Gefahr von Keimen und Legionellen steigt. Heiße Sache(n) Am Herd sollte die Topfgröße zur verwendeten Kochplatte passen. Kochen Sie nach Möglichkeit mit Deckel. Wird nur Wasser erhitzt, ist ein Wasserkocher ef¿zienter.BeimBackrohristdieHeißluftfunktionef¿zienteralsOber-/Unterhitzeund die Vorheizzeit kann oft schon zum Backen mitgenutzt werden. Sauber bleiben Die Waschmaschine freut sich, wenn sie nur gut gefüllt eingeschaltet wird. In der Regelsind60 °C bzw. 30/40 °C für die meisten Kleidungsstücke ausreichend und energiesparender als Kochwäsche. Verwenden Sie den Wäschetrockner so wenig wie möglich – Wäscheleine oder -ständer tun’s meistens auch. Glasklar sparsam Geschirrspülen von Hand ist tatsächlich nicht sparsamer als der Geschirrspüler, aber auch er sollte nur gut gefüllt eingeschaltet werden. Lieber mehr Geschirr zusammenkommen lassen, einzelne Stücke mit der Hand abspülen und Gläser auch mehrfach verwenden.

Noch einige Wochen Wahlkampf Das Duell der Werbeagenturen hat begonnen. Welche hatte den besten Einfall. Holen die Schlagworte auf den Plakaten wirklich die Menschen hinter dem Ofen hervor? Sprechen die Fotos an? Die erste Plakatwelle klebt. Während Toni Mattle „wetterfest“ „geradeaus“ in eine „klare Wahl“ geht, wollen die Grünen „Leben“, „Heizen“ und „Fairness“. Ob es für die ÖVP eine klare Wahl wird, kann noch keiner sagen. Auch für die in Deckung wartenden „Parteifreunde“, die sofort zur Stelle wären und sich schon aufwärmen, falls der Verlust zu groß ist. Dass die Grünen Werbung fürs Heizen machen, wirkt verwirrend. Die SPÖ mit Georg Dornauer, aufgestützt auf seine Fäuste hat vom „Stillstand genug“ und lehnt „Alkohol und Psychopharmaka“ ab. Die Wahlplakate sind angriffig, aber sonst hat er Kreide geschluckt. Noch nie war er der Macht so nah. Die FPÖ setzt auf „Löhne rauf Kosten runter“, „Abflug statt Asylbetrug“, „nie wieder Lockdown“ und will „neutral bleiben“, ohne Politikerportraits. Heiße Themen, die nicht überraschen. Der von sich selbst grenzenlos begeisterte Dominik Oberhofer kann alles – „Politik“, „Bildung“ und „Wirtschaft“. Kein Wunder, wenn man so viele internationale Zeitungen liest, wie er nicht müde wird ständig kundzutun. Einfach nur peinlich! Die Liste Fritz will „endlich neue Wege gehen“. Na hoffentlich, weil wenn die Anträge dieser Partei alle umgesetzt worden wären, wäre Tirol wohl pleite. Trotzdem, jede Partei hat auch gute Ideen und die Wähler erwarten sich besonders in Zeiten wie diesen zurecht, dass alles zum Wohl der Menschen in diesem Land getan wird. Dass nach der Wahl die besten Köpfe dieses Land regieren. Alle Kandidaten müssen jetzt laufen bis zum Umfallen, mit den Menschen reden, überzeugen, erklären und zuhören. Dazu braucht es keine Feuerzeuge und Kugelschreiber. Die Menschen brauchen Vertrauen in die Fähigkeit der Politiker. Schrumpfkur imRegal Inflation, Deflation, Stagflation – aber was ist Shrinkflation? Auch das noch – werden viele Tirolerinnen und Tiroler sagen. Umkeine offizielle Preiserhöhung vornehmen zumüssen, verstecken manche Hersteller diese an einer anderen Stelle. Der Packungsinhalt schrumpft, bei gleichemPreis. VON MANFRED SCHIECHTL Die Lebensmittelpreise steigen aktuell dramatisch. Die AK hat zuletzt beispielsweise gemeldet, dass Joghurt im Jahresvergleich um 27 Prozent teurer wurde, Milch sogar um 30 Prozent. Dies trägt natürlich zur Inflation bei. Aber es geht auch anders: gleicher Preis, doch wer Adleraugen hat bemerkt, dass es für das gleiche Geld weniger Inhalt gibt. Schrumpfende Packungen sind kein Einzelfall. Der beste Beweis, es gibt ein Wort dafür: Shrinkflation. Eine Wortschöpfung im Englischen aus den Begriffen Schrumpfen und Inflation. Das Problem: auch dies trägt zur Inflation bei. Am Ende ist es eine versteckte Preiserhöhung. Motivation der Hersteller: wenn die Packung ein wenig schrumpft, fällt das weniger auf, als wenn der Verkaufspreis steigt. Der Verein für Konsumenteninformation kennt das Schrumpfproblem bestens DieTirolerbasics haben sich mit der Ernährungswissenschaftlerin Teresa Bauer vom Verein für Konsumenteninformation darüber unterhalten. Sie ist auch Expertin für Shrinkflation. „Wir beobachten dieses Phänomen seit vielen Jahren. In letzter Zeit fällt es uns aber vermehrt auf. Es ist aktuell ein Trend, der gerne genutzt wird, um Preissteigerungen weiterzugeben“, erzählt Bauer. Sie nennt auch einige Beispiele: „Pringles-Packungen haben mittlerweile ein Füllgewicht von 185 Gramm anstelle von 200 Gramm. In der Knabber-Nossi-Multipackung wurden aus zwölf Stück Inhalt elf Stück. Nutella wurde von 750 Gramm Füllgewicht auf 700 Gramm geändert. Und dann das aktuelle Paradebeispiel: Rama schrumpfte um 50 Gramm, immerhin zehn Prozent, von 500 auf 450 Gramm“, nennt Bauer einige prominente Fälle, die immer wieder von KonsumentInnen über www.lebensmittel-check.at an den VKI gemeldet werden. Großes Thema in deutschen Medien ist aktuell die shrinkflationäre Verkleinerung der Packungen von Haribo Goldbären. Anstelle von 200 Gramm gibt es nun nur noch 175 Gramm. Gute Nachricht für Tirolerinnen und Tiroler: hierzulande gibt es noch die 200-Gramm-Packungen. Haribo Almdudler ist allerdings bereits aktuell nur noch mit 175 Gramm Inhalt erhältlich. Die Goldbären werden wohl bald folgen. HardcoreFans sollten rechtzeitig ihr Lager aufstocken. „Wir rechnen jedenfalls mit mehr Fällen“, meint Bauer. Mit diesem Trick behalten schlaue KonsumentInnen den Überblick Schlaue und preisbewusste Konsumenten lassen sich aber nicht so leicht blenden. Der Trick: gleichwertige Produkte werden über den Grundpreis verglichen. Dabei ist es egal, welches Füllgewicht jedes einzelne Produkt hat. Der Handel ist verpflichtet, den Grundpreis (in Kilogramm bzw. Liter, manchmal pro 100 Gramm bzw. pro Milliliter) auszuzeichnen. Und dieser sagt dann schnell aus, welches der ähnlichen Produkte das günstigste ist. In den USA kennt man Shrinkflation bereits länger. In Europa gibt es das Phänomen hauptsächlich seit 2009. „Mit der Änderung der Fertigpackungsverordnung durch die EU bekamen die Hersteller freie Hand bei der Wahl des Füllgewichts. Einzige Notwendigkeit ist die Angabe der Nettofüllmenge. Ausnahmen gibt es nur in einigen Getränkekategorien wie Wein und Spirituosen“, so Bauer. Deshalb gibt es dort noch immer die von früher her gewohnten Größen. Weit schwerer zu entdecken ist eine andere Form der Shrinkflation: die Änderung der Rezeptur. Dabei werden Zutaten oft durch günstigere ersetzt oder deren Menge verringert. Ein Beispiel für Shrinkflation: Rama alt und Rama neu – rechts unten auf den Packungen das Gewicht nach der Schrumpfkur. FOTO: VKI Ernährungswissenschaftlerin Teresa Bauer vom Verein für Konsumenteninformation. FOTO: VKI Ein erstes klares Signal Herr Gouverneur, der Einlagezinssatz steigt von -0,5 % auf 0. Wie kam es zu dieser Entscheidung der EZB und was erwartet man sich davon? „Nun, dieser Schritt war naheliegend und stellt eine fast zwingende Reaktion auf die gegenwärtige Situation dar. Wir haben im Euro-Raum derzeit eine hohe Prozent Inflation, da muss eine Notenbank reagieren. Ich denke, dass die Vorgehensweise jetzt gleich stärker um 0,5 Prozent anzuheben und sich damit von einem negativen Zinsumfeld zu verabschieden, die richtige Entscheidung darstellt. Zum einen ist diese Erhöhung ein klares Signal, dass die aktuellen Entwicklungen sehr ernst genommen werden und entsprechend reagiert wird. Zum anderen besteht in einer schrittweisen Anhebung nicht die Gefahr, dass wir die Wirtschaft, die sich gerade von der Pandemie erholt, wieder abwürgen.“ Kritiker sagen, dass diese Entscheidung zu spät gekommen ist. Wie sehen Sie das? „Persönlich hätte ich tatsächlich schon einen früheren Zeitpunkt bevorzugt – das war während der letzten 20 Monate mein Standpunkt, den ich im EZB-Rat, aber auch öffentlich in den Medien vertreten habe. Dennoch glaube ich nicht, dass die Entscheidung zu spät gekommen ÖNB-Gouverneur Robert Holzmann zeigt sich zuversichtlich. FOTO: ÖNB Nach elf Jahren, in denen es praktisch keine Zinsen gab, hat die Europäische Zentralbank eine unerwartet kräftige Erhöhung ihrer Zinsen beschlossen. Wie die EZB weiter vorgeht, erklärt der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Univ.-Prof. Dr. Robert Holzmann, im Interview. ist. Sie ist gekommen und sie ist der Beginn eines Normalisierungs-Prozesses. Wenn Sie aber mit Ihrer Frage, ob wir zu spät gekommen sind, auf die amerikanische Notenbank, die Federal Reserve in den USA, anspielen, dann ist dieser Vergleich nur bedingt zulässig, da sich die FED in einem anderen Konjunkturzyklus befindet und die Inflation auch teilweise andere Ursachen hat. So spielen der Krieg in der Ukraine und die Energiepreise für die Inflation der USA eine weniger wichtige Rolle als in Europa.“ Ist mit dieser Zinserhöhung alles erledigt oder worauf müssen wir uns einstellen? „Erledigt ist damit nicht alles. Es ist vielmehr so, dass wir alle notwendigen Schritte setzen werden, um wieder unseren Zielwert für Preisstabilität von zwei Prozent zu erreichen. Das kann bedeuten, dass wir noch mehrere Zinsschritte in naher Zukunft setzen - oder auch nicht. Das wird von den konkreten Wirtschaftsentwicklungen und -daten in den nächsten Monaten abhängen. Entscheidend aber ist: wir haben jetzt auch auf der Zinsebene reagiert, nachdem die Nettoankäufe unter den verschiedenen Anleiheankaufprogrammen in den letzten Monaten bereits teilweise beendet wurden.“ Wie schnell wird diese Zinsentscheidung nun einen Einfluss auf die allgemein sehr hohe Inflation haben? „Geldpolitische Entscheidungen sind mit dem Steuern eines Öltankers vergleichbar. Kursänderungen wirken nur zeitverzögert. Das heißt, bis die Änderung der Geldpolitik in den Märkten und der Realwirtschaft wirklich durchschlägt, vergeht eine gewisse Zeitspanne.“ WIRTSCHAFT FREITAG, 9.9.2022 | NR. 510 7

BILDUNG FREITAG, 9.9.2022 | NR. 510 8 Tirolerisch wie vor 750 Jahren Sprechen wie Tiroler vor 750 Jahren? Heute noch zu hören in einer Sprach-Insel im Trentino – und bis Ende November im Tiroler Volkskunstmuseum Es klingt für uns heute wie eine eigene Sprache, ist aber keine. Das Fersentaler Idiom zählt wie das Tirolerische hauptsächlich zur oberdeutschen Dialektgruppe Alemannisch-Bairisch. Fersentalerisch, oder Bersntolerisch wie die Einheimischen sagen, ist zudem stark von Tiroler Einflüssen geprägt. Es ist sozusagen – wie das Zimbrische in der benachbarten Provinz Vicenza – eine urtümliche Form des Tirolerischen, die allerdings über die Jahrhunderte eine eigenständige Entwicklung in Sachen Wortschatz vollzog. Von ungefähr 1250 bis 1320 besiedelten Teutonen, so nannte man sie damals, das Tal. In den nachfolgenden Jahrhunderten erfolgte durch die Abgeschiedenheit kaum ein Austausch mit anderen Gebieten. Deshalb veränderte sich die Sprache kaum. Vereinfacht gesagt entstand eine Zeitkapsel des Ur-Tirolerischen, eine Alttiroler Mischmundart. Erst später durch Handel lernten die Fersentaler auch benachbarte Mundarten, etwa den Trentiner Dialekt zu verstehen. Seit 1987 ist Fersentalerisch im Trentino als Minderheitensprache anerkannt. Die Ortschaften, in denen die alte „Sprache“ verbreitet ist, sind Eichleit (auf italienisch Roveda), Gereut (Frassilongo), Florutz (Fierozzo) mit den Fraktionen Sankt Franz und Sankt Felix und Palai (Palù di Fersina). „Do's Gasetz gipt der s Recht za prauchen de dai' Sproch!“ Heute sprechen noch rund 1.400 Menschen Fersentalerisch im Alltag. Und sie sind stolz auf ihr Bersntolerisch. Auf einer Tafel steht dann auch geschrieben, dass das Gesetz das Recht auf offizielle Ausübung gibt. Das heißt dann auf Fersentalerisch so: „Do's Gasetz gipt der s Recht za prauchen de dai' Sproch!“ Waschechten Tirolerinnen und Tirolern kommt der Text vielleicht ein klein wenig fremd vor, aber doch irgendwie vertraut. Wer sich selbst an Bersntolerisch versuchen möchte, im folgenden der Text einer Bautafel mit Übersetzung: „Unter de Powestn Pio XII, Hons XXIII, und Paul VI, unter de Pischaffer wa Trient Bons. Korl de Ferrari und Bons. Alessandro M. Gottarde, Bals Pfoff wa Ausserperk ist gaben der Geistl Jackel Houwer wan Zehrn ist de doi Kirch en Zboenzg horta Johrn paut kemen, wan Johr 1946 winz kann Johr 1966.“ Unter den Päpsten Pius XII., Johannes XXIII. und Paul VI., unter den Bischöfen von Trient Mons. Karl v. Ferrari und Mons. Alessandro M. Gottardi, als Pfarrer von Ausserperg war der Geistliche Jakob Hoffer von Zöhrn, ist diese Ein Blick in das wunderschöne und zugleich faszinierende Bersntol nordöstlich von Trient. FOTOS: WOLFGANG LACKNER Nur einen Katzensprung von Trient entfernt beginnt das Fersental. Was man dort zu hören bekommt ist jedoch geschichtlichen einen Riesensatz vom Hier und Jetzt entfernt. Eine Besucherin in der Ausstellung „As en Bersntol“ im Tiroler Volkskunstmuseum. Herausforderung: mehrsprachige Brettspiele. Kirche in zwanzig harten Jahren gebaut worden, von 1946 bis zum Jahr 1966. „As en Bersntol“ bis 20. November im Tiroler Volkskunstmuseum Das Tiroler Volkskunstmuseum holt bis 20. November 2022 mit der Ausstellung „As en Bersntol“ ein Stück Fersental nach Innsbruck, indem es die Bewohner, deren Sprache, Geschichten und Kultur in den Blick nimmt. Die Ausstellung „As en Bersntol“ über das faszinierende, mehrsprachige Tal im Trentino wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Bersntoler Kulturinstitut realisiert und präsentiert in zehn Stationen eine Gegend, die beispielhaft für die Vielfalt der Europaregion steht. Bezahlte Anzeige OBERHOFER KANN WIRTSCHAFT BESSER Dominik Oberhofer Spitzenkandidat

STIHLTirol stärkt Standort Eröffnung einer eigenen Kunststoff-Fertigung imWerk in Langkampfen Der Gartengeräte-Hersteller und Akku-Spezialist STIHL Tirol stärkt die Entwicklung und Produktion am Standort in Langkampfen und weihte einen Erweiterungsbau ein. Mit einem Investitionsvolumen von 19 Millionen Euro entstand auf 3.500 Quadratmeter neu verbauter Fläche eine eigene Kunststoff-Fertigung. Dort finden sich vorerst zehn Spritzgussmaschinen sowie Freiflächen für zukünftige Montagelinien und für eine Erweiterung der Kunststoff-Fertigung. Nikolas Stihl, STIHL Beirats- und Aufsichtsratsvorsitzender und selbst früher langjähriger Geschäftsführer am Standort in Tirol, betonte: „Diese Investition ist nicht nur Ausdruck unserer Zuversicht in die künftige Geschäftsentwicklung von STIHL Tirol, sondern auch ein weiteres, kräftiges Bekenntnis zum Standort. Unser Engagement in Tirol ist langfristig angelegt. Wir setzen damit klar auf Langkampfen als Kompetenzzentrum und Fertigungsstandort für bodengeführte STIHL-Gartengeräte und Akku-Produkte. Wir sind überzeugt, dass sich die Premium-Garten- und Akku-Produkte made in Tirol auch künftig amMarkt durchsetzen werden.“ Auf der neuen Nutzfläche entstanden nicht nur neue Räumlichkeiten, sondern auch rund 50 neue Arbeitsplätze. Damit erhöhte sich der Mitarbeiterstand von STIHL Tirol auf über 800. STIHL Tirol wird mit der eigenen KunststoffFertigung ein gutes Stück weit unabhängiger von Zulieferunternehmen. Ein deutlicher Anteil der Kunststoffteile wird vor Ort produziert. Clemens Schaller, Geschäftsführer am Standort Langkampfen, sagt: „Der Erweiterungsbau bringt uns für die Teileversorgung klare Kostenvorteile vor Ort. Mit der eigenen Kunststoff-Fertigung sparen wir außerdem erhebliche Logistikkosten und LKW-Fahrten. Das unterstützt auch die Klimastrategie von STIHL. Dass dabei auch 50 neue Arbeitsplätze entstanden sind, freut uns und belegt ein weiteres Mal, dass STIHL Tirol stabil wächst.“ Das anspruchsvolle Bauvorhaben wurde in etwas mehr als einem Jahr realisiert. STIHL-Tirol-Geschäftsführer Clemens Schaller: „Erfreulicherweise wurden bei diesemMeilensteinprojekt Termin-, Kosten- und Qualitätsvorgaben punktgenau eingehalten, die zentralen Parameter eines jeden Bauprojekts. Herausstreichen möchten wir dabei die reibungslose und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unserem Generalunternehmer, der Firma Riederbau, sowie den beteiligten Behörden.“ Der Gartengeräte-Hersteller, der 1981 gegründet wurde, war 2001 von Kufstein nach Langkampfen übersiedelt. Mit dem nun eingeweihten Erweiterungsbau erfolgte nach 2007, 2012 und 2019 die nächste Ausbaustufe für das Unternehmen der STIHL-Gruppe. Die Eröffnung des Erweiterungsbaus erfolgte standesgemäß mit dem Durchschneiden eines Astes mit einer STIHL-Akku-Motorsäge (von links): Michael Traub (STIHL Vorstandsvorsitzender), Richard Felix (Technischer Leiter STIHL Tirol), Clemens Schaller (Geschäftsführer STIHL Tirol), Nikolas Stihl (Beiratsund Aufsichtsratsvorsitzender der STIHL Gruppe), Hans Peter Stihl (Ehrenvorsitzender des STIHL Beirats und Aufsichtsrats) sowie Martin Schwarz (STIHL Vorstand Produktion und Materialwirtschaft). In Langkampfen nahmeine eigene Kunststoff-Fertigung den Betrieb auf. FOTOS: STIHL MARKTMIX FREITAG, 9.9.2022 | NR. 510 9 Bezahlte Anzeige Tirol hat so riesiges Potenzial, das wir noch viel konsequenter nutzen müssen. Wer, wenn nicht wir, können die Energiewende schaffen, Abhängigkeiten beenden und bei der Lebensqualität die Weltrangliste anführen. „Ich bin einer, der zuhört und einbindet, der dann aber auch rasche und klare Entscheidungen trifft.“ „Die Berge lehren uns Demut, Disziplin, Ausdauer und Achtung vor der Natur. Eigenschaften, die im Leben wichtig sind.“ „Jede neue Herausforderung verlangt nach neuen Antworten. Wunder können wir dabei keine vollbringen. Was wir sehr wohl können, ist solide, ehrlich und hart arbeiten.“ „Wetterfest gilt es nicht nur in der Natur zu sein, sondern auch in der Gesellschaft. Gegenwind schadet nicht, sondern hilft beste Entscheidungen zu finden.“ Wetterfest. Anton Mattle war 29 Jahre lang Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Galtür. Im Februar 1999 wurde sein Dorf von einem dramatischen Lawinenunglück mit 31 Todesopfern heimgesucht. In dieser Situation zeigte sich Mattle als umsichtiger Krisenmanager. Die Leidenschaft für die Berge blieb trotzdem ungebrochen. Bis heute ist Mattle begeisterter und aktiver Bergretter: „Die Berge lehren uns Demut, Disziplin, Ausdauer und Achtung vor der Natur. Eigenschaften, die im Leben wichtig sind.“ Klarer Kopf. Dafür müssen wir aber ins Tun kommen und klare Entscheidungen treffen. Ich sehe so viele Chancen und Möglichkeiten und traue diesem Land und den Menschen, die hier leben, unglaublich viel zu. „Das Miteinander lernt man in der Familie, das lernt man in der Gemeinde und das Miteinander ist auch in der Politik etwas Essenzielles.“ Anton Mattle: „Saubere Politik ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Es ist wichtig, wie wir in der Politik miteinander umgehen. Da müssen wir schon mit gutem Beispiel vorangehen und Vorbild sein.“ Mit Mut, Zuversicht und Tatendrang. Unser Programm zur Landtagswahl 2022

Die Idee zu dieser Veranstaltung in Schmirn ist aus einer Erinnerung heraus entstanden. „Früher hat es in Innsbruck am Nationalfeiertag das Platzsingen gegeben“, erzählt Organisator Peter Knauseder. In einer ganz anderen, landschaftlich einmaligen Umgebung setzt er jetzt seine Erinnerung unter dem Titel „Wenn i durchgea durch's Tal“ um. „Das ist kein Event, denn es wird keine Hüpfburg, Videowalls oder Lautsprecher geben“, konnte Peter Knauseder nicht weniger als zwölf Chöre mit rund 240 Sängern aus der gesamten Alpenregion für diese Veranstaltung gewinnen. Darunter sind bekannte Chöre wie der Nationalparkchor aus dem Schweizer Engadin, der Chor Campill aus Gröden, der Männergesangsverein Malta oder die Tiroler Chöre wie der Rhythmischer Chor St. Jodok, der Gemischte Chor Schmirn und die Chorgemeinschaft Inigazingo aus Inzing. Wandern auf einem barrierefreien Weg durch das Schmirner Hochtal Das Konzept ist vielseitig. Die Besucher der Veranstaltung – der Eintritt ist frei – wandern entlang eines barrierefreien Weges durch das Schmirner Hochtal auf 1.407 Meter Seehöhe. Wenn i durchgea durch's Tal – das Schmirner Hochtal wird am 19. September mit stimmungsvollem Chorgesang gefüllt. Nicht weniger als zwölf Chöre laden zu einem unvergesslichen Rundgang durch das Hochtal ein. Eingebetet in einer unberührte Berglandschaft kann man an sechs Plätzen den Darbietungen der Chöre lauschen. „Auf jedem 'Platzl' sind immer zwei Chöre, sodass stets ein Chor zu hören ist“, versichert der Organisator. Die am Rundweg gelegenen Bauernhöfe und Gasthöfe sorgen für kulinarische Leckerbissen. Unterschiedliche Spezialitäten angefangen vom gezupften Almochs-Burger bis zu den süßen Schwarzbeerkrapfen, erwarten die Besucher. Zum Abschluss der Veranstaltung singen alle 240 Sängerinnen und Sänger auf einem Platz das Lied „Wenn i durchgea durch's Tal“, das ja auch zugleich Veranstaltungsmotto ist. „Das sorgt sicher für einen Gänsehautmoment“, ist sich Knauseder sicher. Veranstalter Peter Knauseder. Ichmache keinEvent, sondern die Chortradition soll gelebt werden FREIZEIT & TOURISMUS FREITAG, 9.9.2022 | NR. 510 10 Rainer Prinz arbeitet mit seinem Team der Arbeitsgruppe „Eis und Klima“ im „Freiluftlabor“ am Hintereisferner im Ötztal. Zuletzt fanden Anfang August Feldarbeiten statt. FOTO: RAINER PRINZ Rekordschmelze 2022 Einer der größtenGletscher Tirols verlor in diesemSommer so viel Masse wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Laut Gletscherforscher Rainer Prinz verzeichnet der Gletscher dieses Jahr einen Rekordverlust von fünf Prozent seines Gesamtvolumens. Der im hinteren Ötztal gelegene Hintereisferner wird seit mehr als 100 Jahren genau beobachtet. Seit 1952 gibt es durchgehende Aufzeichnungen zu seiner Massenbilanz. Damit zählt er zu den bestuntersuchten Gletschern der Alpen und ist seit Jahrzehnten ein wichtiges Forschungsfeld in der Klimaforschung an der Universität Innsbruck. Seit 2016 erheben die Forscher die Gletscherdaten zusätzlich mit einem hochmodernen System, das weltweit einzigartig ist: mit einem terrestrischen Laserscanner wird die Oberfläche des Gletschers täglich abgetastet und damit die Veränderung der Masse des Hintereisferners in Echtzeit vermessen. Der Sommer 2022 war von außergewöhnlichen Ereignissen geprägt, wie Rainer Prinz von der Arbeitsgruppe „Eis und Klima“ am Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften erklärt: „Wir haben bereits zum Beginn des Sommers gesehen, dass der Gletscher aufgrund des schneearmen Winters auf eine negative Massenbilanz zusteuert.“ Wenig Schnee im letzten Winter „In den Wintermonaten sammelten sich im Mittel nur zwei Meter Schnee an, normalerweise sind es mindestens drei. Im Juni, Juli und August wurden zudem in diesem Gebiet die zweithöchsten je gemessenen Temperaturen verzeichnet. Das führte nun zu einem Schmelzrekord, der den Hintereisferner fünf Prozent seines Gesamtvolumens gekostet hat. Um die Dimension deutlich zu machen: das entspricht knapp 20 Millionen Kubikmeter Wasser, etwa so viel wie die Stadt Innsbruck in 20 Monaten an Trinkwasser verbraucht“, erklärt Prinz. Damit wurde in diesem Jahr der bisherige Negativrekord aus dem Jahr 2003 bereits am 25. August übertroffen – um wie viel genau, hängt davon ab, wie viel Eis bis zum Beginn des nächsten Winterhalbjahres im Herbst noch schmelzen wird. Auch die Zukunftsprojektionen der Entwicklung zeichnen kein ermutigendes Bild. Lilian Schuster und Fabien Maussion, ebenfalls vom Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften, arbeiten federführend in der Anwendung und Weiterentwicklung des Open Rainer Prinz vom Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften. FOTO UNIVERSITÄT Global Glacier Model (OGGM). OGGM ist das erste offen zugängliche globale Modell zur Simulation der Entwicklung aller Gletscher weltweit. „Die Modellierung der Gletscherveränderungen mit Daten von Klimamodellen für die nähere Zukunft zeigt weiterhin, dass ein jährlicher Volumensverlust von fünf Prozent immer häufiger wird. Somit wird vom Hintereisferner in 10 bis 20 Jahren nur noch die Hälfte übrig sein“, so Prinz abschließend. 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