Die Tiroler Basics - Nr. 511

Die Tiroler D I E Z E I T UNG F ÜR POL I T I K , WI R T SCHA F T, B I L DUNG , WI SSEN UND MOB I L I TÄT · WWW. BAS I CS -MED I A . AT Bezahlte Anzeige Unser Neuer. 25. September: Anton Mattle. FREITAG, 23.9.2022 NR. 511 14. JAHRGANG AUFLAGE TIROLWEIT ALLE 14 TAGE NEU 248.000 IE ZEITUNG FÜR POLIT K, WIRTSCHAFT, BILDUNG, WISSEN U D MOBILITÄT • WW .DIETIROLERBASICS.AT Lehrgang Sustainable Innovation Manager e: patrick.geir@wktirol.at t: 05 90 90 5-7233 Kostenloser Informationsabend Online: 29.09.22 Lehrgang: 17.10.22-19.11.22 tirol.wifi.at/57111012

EUREGIO TIROL FREITAG, 23.9.2022 | NR. 511 2 Weltweit einzigartige Wettervorhersagen Etruskische Götter bringen bald das Tiroler Wetter Petrus wird in Tirol, Südtirol und Trentino als „Wettergott“ bald ausgedient haben: denn in Kürze sind der etruskische Himmels-, Blitz- und Lichtgott Tinia und die weiße Schnee-Göttin Albina für eine von Europas modernsten und technisch weltweit einzigartigen Wettervorhersagen dank Euregio regionenübergreifend zuständig. VON MANFRED SCHIECHTL Tinia und Albina lauten die meteorologischen Euregio-Projekte, die zukunftsweisend sind. Albina ist unter www.lawine.report bereits online, voraussichtlich zum Jahreswechsel folgt Tinia. Der gemeinsame Wetterbericht von Tirol, Südtirol und Trentino. Und der hat es in sich. Harald Schellander von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hat DieTirolerbasics bereits jetzt in der Wetterdienststelle am Innsbrucker Flughafen hinter die Kulissen blicken lassen. Wer künftig beispielsweise einen Ausflug an den Gardasee oder nach Südtirol plant, wird beim Anblick des neuen Service strahlen wie die Sommer-Sonne. Eine Gesamtwetterkarte für die Euregio-Region statt der Aufruf von drei Webseiten vereinfacht vieles. „Außerdem werden wir regionsweise Wetterberichte anbieten, auch Ortswetter, teilweise mit historischen Daten, ein Satellitenfilm, Wetterradarbilder und Bergwetter runden das Service ab“, zählt Schellander auf. Die Wettervorhersagen für die gesamte Euregio kommen aus Innsbruck „Jede Region bringt bei diesem Projekt etwas ein. Dadurch wird der Mehrwert für alle gesteigert“, freut sich Schellander über die Früchte der gemeinsamen Arbeit mit den Südtirolern und Trentinern. Das statistisch nachbearbeitete Vorhersagemodell für Tirol, Südtirol und Trentino kommt von der ZAMG aus Innsbruck. Der Mehrwert für die Euregio: alle haben die selbe Vorhersagequalität. Eine Weltneuheit bringt die Kessler-Universität aus Trient in das Projekt ein. Nämlich die flächendeckende Erstellung der Vorhersagetexte mittels KI, also künstlicher Intelligenz. Neben Tirol wird nur in den USA in punkto Wetterberichten daran geforscht. Weltneuheit: So verfasst die KI aus Trient vollautomatisch Vorhersagetexte Die KI schaut sich dabei alte Wettervorhersagetexte an, lernt und produziert mit den frischen Daten vollautomatisch die aktuellen Texte. „Das erleichtert unsere Arbeit sehr. Wir können uns verstärkt um unsere Grundlagenarbeit kümmern“, so Schellander. Die KI sorgt auch für die automatische Übersetzung der Texte zwischen Italienisch und Deutsch bzw. umgekehrt. Eine weitere Arbeitserleichterung für die Meteorologen. U.a. diese Features wird das Euregio-Wetterservice Tinia zum Start anbieten: • Gesamtwetterkarte für die Euregio • regionsweise Wetterberichte für Tirol, Südtirol und Trentino • lokale Berichte für ausgewählte Orte (teilweise mit Historie) • Satellitenfilm • Wetterradarbilder • Bergwetter für fünf bis sieben Regionen in Tirol sowie weitere in Südtirol. • Einbindung von Webcams • Verknüpfung mit den Lawinenwarnungen auf Albina (www.lawine.report) Harald Schellander gibt einen Vorgeschmack auf den zukünftigen Wetterservice. FOTO: ATHESIA Das Netz von Wettertationen der ZAMG, eines der dichtesten der Welt, sind Garant für die ausgezeichnete Qualität der Wettervorhersagen. Im Bild die TAWES-Station amGalzig oberhalb von St. Anton am Arlberg. FOTO: ZAMG Im Blackout-Fall am besten in Tirol aufhalten Rund eine Stunde dauerte der großflächige Stromausfall im Großraum Innsbruck und Teilen des Oberlandes Anfang August. 140.000 Haushalte sowie Geschäfte und Betriebe waren betroffen. Was aber, wenn der viel diskutierte Blackout-Fall eintritt und ganz Tirol, Österreich und weite Teile Europas ohne Strom auskommen müssen? Bisher galt ein Blackout als unwahrscheinliches Ereignis in Europa. Im Zuge der aktuellen Energiekrise und auch anderer Faktoren steigt das Risiko laut Experten immens an. Im Rahmen einer Blackout-Doku vor ca. einem Jahr haben der Landesversorger TIWAG und seine Netztochter TINETZ dem Autor tiefe Einblicke für ein BlackoutSzenario in Tirol gegeben. Die Erkenntnis: sollte der Fall eintreten, gibt es wahrscheinlich keinen besseren Ort als Tirol in dem man sich dann aufhalten sollte. Dank Wasserkraft. Fast 40 Prozent des Tiroler Stroms werden mit Wasserkraft produziert. Deutsche Experten rechnen mit der Dauer eines Blackouts im Idealfall von sieben Tagen bis im Extremfall sogar von 14 Tagen. In Tirol? TIWAG-Geschäftsführer Erich Entstrasser im Interview mit DieTirolerbasics (siehe Seite 5): „Wir sind aufgrund unserer Infrastruktur in der ganz besonderen Lage, in einem Blackout-Fall unseren Kunden im Idealfall bereits nach drei, vier Stunden wieder Strom liefern zu können.“ Der Grund für diese Diskrepanz in der Blackout-Dauer? Laut dem Blackout-Experten Herbert Saurugg verfügt Österreich über eine theoretische Speicherkapazität von 3.300 GWh. In Deutschland stehen dagegen nur rund 40 GWh Speicherkapazität zur Verfügung. Denn: wichtig ist bei der Wiederherstellung der Stromversorgung die so genannte Schwarzstartfähigkeit von Kraftwerken. Das sind hauptsächlich die Wasserkraftwerke. Denn nur sie können Strom produzieren, den andere Kraftwerke zumWiederanfahren benötigen. Man stelle sich die notwendige, komplexe Vorgangsweise, um dem Blackout zu entrinnen – vereinfacht – so vor: man ist mit seinem Auto mit leerem Batterie liegengeblieben. Um das Fahrzeug wieder zu starten, bedarf es eines anderen Autos mit funktionierendem Batterie und ein Starterkabel. Kraftwerke betreffend sind Wasserkraftwerke der helfende Engel, das Starterkabel, der anderen Kraftwerken zu neuem Leben verhilft. manfred.schiechtl@athesia.at Die Welt des industriell erzeugten Wasserstoffs ist bunt: grün, grau, blau oder türkis. Das hat mit seinem Ursprung zu tun. Und nicht alle davon sind sauber und somit emissionsfrei. Dies gilt nur für Grünen Wasserstoff, der per Elektrolyse ausschließlich auf Basis erneuerbare Energiequellen erzeugt wird. Grauer Wasserstoff ist „schmutzig“ wie die ihn beschreibende Farbe, denn er wird mit fossilen Brennstoffen produziert. Blauer Wasserstoff wird auf die gleiche Art hergestellt, aber das anfallende CO2 wird über Abscheidung gebunden. Türkiser Wasserstoff entsteht bei der thermische Spaltung von Methan. AbfallproSüdtirol und Tirol halten viel vonWasserstoff. Die einen forcieren den Grünen Korridor, die anderen sind Vorreiter bei der Hydrogen Austria. dukt hier: anstelle von CO2 entsteht fester Kohlenstoff . Das Land Südtirol hat 2020 einen WasserstoffMasterplan genehmigt. Der Plan sieht unter anderem vor, den Brennerkorridor zu einem Grünen Korridor, also einem emissionsfreien Korridor mit entsprechenden Tankstellen für emissionsfreie Fahrzeuge entlang der Strecke zu machen. In diesem Sinn hat die Südtiroler Landesregierung nun einen Grundsatzbeschluss für das Projekt „Brenner Green Corridor“ zur Produktion von Wasserstoff genehmigt. Eine Pipeline und eigens ausgestattete Fahrzeuge sollen den Transport ermöglichen. 14 Tankanlagen sollen entstehen. Tiroler Wasserstofbusse ins Kühtai und in die Axamer Lizum Zahlreiche private und öffentliche Einrichtungen in Österreich sind erfolgreich in der Forschung und Anwendung vonWasserstoff-Technologie tätig. Auf Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft sowie dem An Wasserstoff führt sowohl für Südtirol, wie auch Tirol kein Weg vorbei. FOTO: PIXABAY Die farbenfroheWelt desWasserstoffs und die großen Tiroler Ambitionen Land Tirol bündeln sie ihre Stärken bei der in Innsbruck ansässigen Hydrogen Austria, dem österreichischen Wasserstoff-Cluster. Ein Beispiel: mit dem Pilotprojekt „H2Alpin“ wird in Tirol die Wasserstoffmobilität im alpinen Raum erforscht. Bis 2025 werden mindestens zwei emissionsfreie Brennstoffzellenbusse in den Testbetrieb gehen. Die Postbus AG wird diese auf mindestens fünf verschiedenen Linien einsetzen, die regelmäßig Höhenunterschiede von mindestens 300 Metern überwinden müssen. Beispielsweise Ski- und Wanderbusse in die Axamer Lizum oder ins Kühtai. Der Wasserstoff soll von der TIWAG kommen. Eine Pilotanlage in Kufstein wird ab Ende 2024/Anfang 2025 pro Tag rund 400 bis 450 kg Wasserstoff mittels Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen. Also Grünen Wasserstoff. KOMMENTAR

Vollgas auf der Zielgeraden Boden gut machen – das ist die Devise der Parteien im Finish des Wahlkampfs 2022 Am Sonntag wird in Tirol der neue Landtag gewählt. Auf der Zielgeraden geben die wahlwerbenden Parteien noch einmal Vollgas. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Mobilisierung der Wählerinnen und Wähler. Man versucht, die Gruppe der NichtWähler möglichst klein zu halten und Unentschlossene noch für sich zu gewinnen. Der Landesgeschäftsführer der Tiroler ÖVP, Martin Mallaun, fasst die Bemühungen im Finish folgendermaßen zusammen: „Jeden Tag vier bis fünf Stationen im ganzen Land plus Abendveranstaltungen. Aber der persönliche Kontakt mit den Menschen ist das Wichtigste. Für uns heißt es laufen, laufen, laufen. Es zeigt sich, dass die Aufholjagd der Tiroler Volkspartei voll angelaufen ist. Anton Mattle hat die Partei bei deutlich unter 30 Prozent übernommen und konnte durch seinen Einsatz, seine authentische Art und seine klaren Ansagen einiges dazugewinnen.“ Positiver Trend für die ÖVP Mallaun sieht aufgrund der Rückmeldungen der letzten Tage jedenfalls einen positiven Trend für Landeshauptmannkandidat Mattle und die Tiroler Volkspartei. Dass die Menschen die offene, ehrliche und verlässliche Art des Landeshauptmannkandidaten schätzen, zeige sich auch in allen Umfragedaten. Anton Mattle liegt in der Landeshauptmann-Direktwahl in allen Umfragen vor den Mitbewerbern. „Es gibt in Tirol eine große bürgerlicher Mehrheit, die sich eine klare Politik der Mitte wünscht“, so Mallaun. Die letzten öffentlichen Auftritte wird Mattle am 23. September in Lienz und am Tag vor der Wahl in Landeck haben. Hunderte Termine für Dornauers Team Georg Dornauer von der SPÖ und Markus Abwerzger von der FPÖ rittern laut einer Reihe von aktuellen Umfragen um den zweiten Platz. Das möglicherweise knappe Rennen zwischen den beiden erfordert viel Arbeit im Finish des Wahlkampfs. In der Intensivphase des Wahlkampfs, die für die SPÖ mit Anfang September begann, stehen für Spitzenkandidat Dornauer und die Partei hunderte Termine in allen neun Bezirken auf dem Programm. Dornauer: „Veränderung würde unserem Bundesland guttun und wäre dringend nötig, um den Stillstand in all den brennenden Themen zu beenden, die den Menschen Sorge bereiten. Die großen Probleme werden wir nur gemeinschaftlich lösen.“ Kurz vor der Wahl am 25. September bahnt sich als wahrscheinlichste künftige Regierungsvariante eine Koalition von Schwarz-Rot mit Landeshauptmann Mattle an der Spitze und Landeshauptmannstellvertreter Georg Dornauer an seiner Seite an. Rein rechnerisch würde sich laut Umfragen auch Schwarz-Blau ausgehen, jedoch hat Mattle eine Koalition mit der FPÖ ausgeschlossen. Schwarz-Grün steht also wohl vor der Ablöse und die Grünen müssten wieder auf die Oppositionsbank wechseln. Wiewohl Spitzenkandidat Gebi Mair zuletzt laut über eine Vierer-Koalition mit SPÖ, NEOS, Liste Fritz und den Grünen nachdachte. Interessant wird auch die Wahlbeteiligung. Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2018 waren die 214.894 Nicht-Wähler sozusagen die mit Abstand „größte Partei“. Die Wahlbeteiligung betrug 60 Prozent (2013 lag die Wahlbeteiligung bei 60,4 Prozent). Zum Vergleich: die ÖVP erhielt 2018 als stimmenstärkste Gruppierung 141.691 Stimmen. 537.273 Personen waAnton Mattle von der Tiroler ÖVP ist unermüdlich im ganzen Land unterwegs. FOTO: ÖVP/FISCHLER Markus Abwerzger on Tour. FOTO: FPÖ Bad in der Menge – Georg Dornauer stellt sich den Fragen der Menschen.. FOTO: SPÖ ren wahlberechtigt. Tirol ist österreichweit gesehen ein Nachzügler in Sachen Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen. In Oberösterreich betrug diese im Herbst 2021 76,3 Prozent, Anfang 2020 gaben im Burgenland 74,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, in Kärnten waren es im Frühjahr 2018 68,6 Prozent. Ähnliches Bild bei den österreichischen Nationalratswahlen: 2019 gingen 75,6 Prozent zur Urne. Historisches Schmankerl: 1949 wurde mit 96,8 Prozent Wahlbeteiligung der Höchstwert in der Geschichte der zweiten Republik aufgestellt. Im gleichen Jahr gab es bei der Tiroler Landtagswahl eine Wahlbeteiligung von 96,57 Prozent. TIROLER LANDTAGSWAHL FREITAG, 23.9.2022 | NR. 511 3

Gültig wählen: das ist dabei zu beachten Kreuz oder Häkchen? Egal ob per Wahlkarte oder am Wahltag, dem 25. September 2022, im Wahllokal – beim Ausfüllen des Stimmzettels für die Tiroler Landtagswahl 2022 gilt es einiges zu beachten, damit die Stimme auch gültig gewertet wird. Bei der Tiroler Landtagswahl 2022 kann maximal eine Partei gewählt werden. Entscheidend für die gültige Stimmabgabe ist, dass der Wählerwille klar erkennbar wird – am besten durch das Setzen eines Kreuzes im entsprechenden Kreis unterhalb der jeweiligen Partei. Theoretisch sind neben dem Kreuz jedoch auch andere Zeichen im Kreis zur Abgabe der Stimme erlaubt. Ebenfalls als klarer Wählerwille erkennbar sind das Anhaken bzw. das Unterstreichen einer Partei oder auch das Durchstreichen aller Listen bis auf eine. Ungültig wird die Stimme dann, wenn mehr als ein Kreis markiert wurde, wenn alle Wahlvorschläge durchgestrichen werden oder ein anderer als der amtliche Stimmzettel verwendet wird. Auch wenn der Stimmzettel durch Abreißen eines Teils derart beschädigt wurde, dass nicht mehr erkennbar ist, welche Partei gewählt wurde, ist die Stimme ungültig. Dasselbe gilt, wenn aus den angebrachten Zeichen nicht eindeutig hervorgeht, welcher Partei die Wählerin bzw. der Wähler die Stimme geben wollte. Vorzugsstimme vergeben Neben der Wahl einer Partei können Wähler auch einzelne Kandidaten mit einer Vorzugsstimme unterstützen und so deren Chancen erhöhen, in den Landtag einzuziehen. Diese können sowohl auf dem Landeswahlvorschlag (ganz Tirol) als auch auf dem Kreiswahlvorschlag (bezirksweit) gereiht sein. Es können maximal eine Kandidatin bzw. ein Kandidat des Landeswahlvorschlags und eine Kandidatin bzw. ein Kandidat des Kreiswahlvorschlags mit einer Vorzugsstimme unterstützt werden. Wichtig ist zu beachten, dass nur Vorzugsstimmen für Kandidaten vergeben werden können, deren Partei der Wähler gewählt hat. Um eine Kandidatin bzw. einen Kandidaten auf dem Landeswahlvorschlag mit einer Vorzugsstimme zu unterstützen, muss deren Name oder deren Reihungsnummer in der dafür vorgesehenen freien Spalte unterhalb der gewählten Partei eingetragen werden. Die dafür zur Wahl stehenden Personen sind auf einem in der Wahlzelle und im Wahllokal ausgehängten Plakat abgedruckt. Die jeweiligen Kandidatinnen bzw. Kandidaten auf dem Kreiswahlvorschlag sind auf dem Stimmzettel namentlich unterhalb der Partei, der sie angehören, angeführt. Die Vorzugsstimme kann vergeben werden, indem der entsprechende Kreis neben dem Namen angekreuzt wird. Sonderschichten für Parteien Noch nie gab es so viele Sachbeschädigungen von Wahlplakaten wie bei dieser Wahl ÖVP, SPÖund FPÖ sind sich einig – so schlimmwar es noch nie. Die Funktionäre der drei großen Gruppierungen müssen Sonderschichten einlegen, umSchäden zu beheben. Dietmar Kratzer von der Universität Innsbruck wagt einen Erklärungsversuch. Dietmar Kratzer vom Institut für Psychologie der Universität Innsbruck mutmaßt: „Menschen, die kein Gehör finden, aber gehört werden wollen, äußern ihre Frustration auf unterschiedliche Weise. Ein Teil entlädt sich über Aggression. Nach dem Motto: ein Zeichen setzen. Psychologisch gesehen etwas Natürliches. Eine Form des Ausdrucks, wenn auch eine destruktive.“ Martin Mallaun, Landesgeschäftsführer der Tiroler ÖVP, hat den Eindruck, „dass es diesmal weitaus schlimmer ist, als bei den letzten Wahlen. Wir bekommen laufend Beschmierungen und Besprühungen sowie eingetretene Plakataufsteller gemeldet. Gerade eben hatte ich wieder einen Anruf aus dem hinteren Zillertal.“ Ständig müssen Plakatständer getauscht oder Plakate überklebt werden und „das kostet viel Geld“, so Mallaun. Seines Erachtens hat es viel mit der Impfpflicht bzw. dem Impfen zu tun. „Jedenfalls beziehen sich viele Beschmierungen darauf.“ Die SPÖmacht übrigens ganz ähnliche Erfahrungen. „Früher hat man Wahlplakatvandalismus meist auf linke oder rechte Kreise zurückführen können. Das ist diesmal nicht so. Man kann es nicht zuordnen. Augenscheinlich haben einige Menschen im Laufe der Pandemie Aggressionen entwickelt, die sie nun an Plakaten auslassen.“ Lukas Matt, Landesgeschäftsführer der SPÖ Tirol, meint: „Bei der Wahl 2018 hatten wir nur vereinzelt beschädigte Wahlplakate festgestellt. Diesmal ist es aber massiv. Die Kosten summieren sich, vor allem wenn Großplakate wie in Schönwies betroffen sind.“ Dass der allgemeine Unmut groß ist, „kann ich nur unterstreichen. Unsere Gesellschaft ist sichtlich auseinandergedriftet in den letzten Jahren und manche suchen sich nun auf diese Weise ein Ventil für ihre Frustration.“ Patrick Haslwanter, Landesparteigeneralsekretär der FPÖ Tirol, stellt ebenfalls „einen massiven Plakatvandalismus fest. Es kann nicht sein, dass politisch Andersdenkende eine andere politische Bewegung so behandeln. Der Partei ist bisher wohl ein Schaden im fünfstelligen Bereich entstanden.“ Fehlende Teilhabe und Frustration Kratzer, fachlicher Leiter bei der Krisenintervention und der Einsatzkräftenachsorge beim Tiroler Roten Kreuz, führt aus: „Eine Grundregel der Krisenkommunikation lautet, wahrhaft und authentisch zu kommunizieren, offen ehrEs trifft fast alle Parteien, am häufigsten müssen jedoch die Funktionäre der ÖVP, SPÖ und FPÖ ausrücken, um Schmierereien zu beseitigen und kaputte Ständer auszutauschen. FOTO: ÖVP Die meisten Schäden durch überklebte Plakate muss die SPÖ in Osttirol beheben. FOTO: SPÖ Die Landesgeschäftsstelle der Tiroler ÖVP in Innsbruck bekommt täglich beschädigte Plakate aus dem ganzen Land gemeldet. FOTO: ÖVP liche Informationen weitergeben. Was aber passiert aus der Sicht vieler Menschen, was die Art der Kommunikation von Politikern betrifft? Nur nichts sagen, nicht festlegen. So werden Politiker zumindest wahrgenommen. Die Frustration hat sich in Zeiten der Pandemie und nun durch die Teuerungswelle stetig aufgebaut. Nicht wenige Menschen denken, wir haben uns zurückgenommen, getan, was die Politik wollte. Auch die FPÖ ist aktuell tirolweit Ziel von massiven Sachbeschädigungen. FOTO: FPÖ aber es scheint sich – gefühlt – nichts zum Besseren zu verändern.“ Kratzer bricht eine Lanze „für wieder mehr Dialog. Die Politik muss den normalen Menschen zuhören, sie beteiligen. Die Politik nimmt sich dafür aber immer weniger Zeit.“ Ziel von Vandalismus waren zuletzt übrigens nicht nur Plakate, sondern auch die Landesgeseschäftsstellen der SPÖ und der FPÖ. TIROLER LANDTAGSWAHL FREITAG, 23.9.2022 | NR. 511 4

FÜR KONSUMENTEN FREITAG, 23.9.2022 | NR. 511 5 Stromkunden in Tirol können vorerst aufatmen TIWAG-Preise bis 1. Juni 2023 stabil Stromkunden in ganzÖsterreich ächzen unter der Last der Preiserhöhungen. Nicht so in Tirol. Zumindest vorerst. Und wenn man TIWAG-Bestandskunde ist. Es gibt also auch noch gute Nachrichten in unserer Serie zur Teuerungswelle. DieTirolerbasics haben sich mit TIWAG-Chef Erich Entstrasser getroffen. Er hat erklärt, was auf die Kunden zukommt. VON MANFRED SCHIECHTL In Tirol kostet die Kilowattstunde Strom bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (Musterhaushalt) laut E-Control per 1. Juli 2022 18,28 Cent (siehe Grafik rechts). Abgesehen von Vorarlberg kann das restliche Österreich nur davon träumen. Und dies obwohl Tirol traditionell als das österreichische Bundesland mit dem durchschnittlich höchsten Stromverbrauch gilt. Laut TIWAG-Chef Entstrasser ist dies leicht erklärt: „In den letzten drei Quartalen gab es vor allem in den östlichen Bundesländern laufend Tariferhöhungen. In Tirol haben wir dabei nicht mitgemacht.“ Die Versorgungslage der TIWAG aus Eigenproduktion und vertraglich vereinbarten Zukäufen „erlaubt es uns als Landesversorger, das Risiko auf uns zu nehmen. Bis 1. Juni 2023 sind keine Erhöhungen geplant, bleiben die aktuellen Bestandskundentarife stabil.“ Zwei Gründe für die – noch – günstigen Strompreise beim Landesversorger Der Grund für diese, für die Kunden sehr positive, Vorgangsweise, hat zwei Gründe. „Neben der eigenen, bestens ausgebauten Infrastruktur gehen wir bei der Beschaffung denWeg, Zukäufe langfristig zu planen. Mit einem Vorlauf von ca. eineinhalb Jahren. Wir zahlen daher aktuell an unsere Lieferanten noch die Preise von 2021. Und das geben wir an die Kunden weiter. Der zweite Grund ist, dass wir als Landesversorger (Anm.: die TIWAG gehört zu 100 Prozent dem Land Tirol) zwar Gewinn machen, aber nicht Gewinn um jeden Preis.“ Entstrasser findet das Merit-OrderPrinzip „in Krisenzeiten nicht ideal“ Ein wichtiger Aspekt in der Unternehmensstrategie der TIWAG sind die Vielzahl an eigenen Wasserkraftwerken. Bei der Stromproduktion fallen dort niedrige Gestehungskosten an. Doch kommt diese nicht immer zum Tragen. Der Grund ist das Merit-Order-Prinzip (Erklärung siehe Grafik rechts). Das stört sogar Entstrasser: „In der aktuellen Situation ist dies nicht ideal, wenn für Strom aus Wasserkraft beispielsweise der Preis für den viel teureren Strom aus Erdgas-Kraftwerken anfällt. Ich denke, da sollten von der Politik in der aktuellen Krise Anpassungen des Systems vorgenommen werden.“ Um auch in Zukunft vergleichbar wettbewerbsfähig sein zu können, investiert die TIWAG weiterhin stark in die eigene Infrastruktur. Hauptsächlich in Anlagen der Kategorie erneuDie Erweiterungsabeiten für die Kraftwerksgruppe Kühtai laufen auf Hochtouren. FOTO: TIWAG Merit Order – Preis des teuersten Energieträgers gilt für alle. GRAFIK: ÖSTERREICHISCHE ENERGIEAGENTUR Strompreise per 1. Juli (pro kW/h in Cent bei Jahresverbrauch von 3.500 kW/h). GRAFIK: E-CONTROL erbare Energien. Dazu zählen traditionell die Wasserkraftwerke, zunehmend mehr aber auch PV-Großanlagen. „Diese Anlagen garantieren uns einen hohen Anteil an Eigenproduktion im Konzern, außerdem ermöglichen sie uns den internationalen Stromhandel, beispielsweise über das Pumpspeicherkraftwerk Sellrain-Silz. Und die dadurch erzielten Gewinne reinvestieren wir wieder in die Infrastruktur. Das kommt unseren Kunden, wie die aktuellen Strompreise zeigen, dann laufend zugute“, so Entstrasser. Außerdem beschäftigt sich der Konzern mit über 1.300 Mitarbeitern mit dem Thema Wasserstoff, etwa in der Form einer Pilotanlage in Kufstein und bald einer weiteren in Jenbach. Fortsetzung in der nächsten Ausgabe Drei Fragen an TIWAG-Chef Erich Entstrasser TIWAG-Geschäftsführer Erich Entstrasser nimmt zu einigen brennenden aktuellen Fragen Stellung. Was ist der Grund, dass Strom in Tirol im Österreich-Vergleich relativ günstig ist? Entstrasser: „ImOsten gab es in den letzten drei Quartalen Erhöhungen. Wir haben zugunsten unserer Kunden das Risiko auf uns genommen, die Preise bis 1. Juni 2023 gleich zu behalten. Dann wird es ehrlicherweise aber voraussichtlich zu Erhöhungen kommen. Unser Vorteil ist, dass wir als Landesversorger nicht Gewinn um jeden Preis machen müssen.“ Auf was können TIWAG-Kunden vertrauen? Entstrasser: „Leistbarer Strom und Versorgungssicherheit. Dafür reinvestieren wir einen Großteil unserer Gewinne in die Verbesserung und den Ausbau unserer Infrastruktur. Das betrifft den Alltag, aber auch Störereignisse: wir sind aufgrund unserer Infrastruktur in der ganz besonderen Lage, in einem Blackoutfall unseren Kunden im Idealfall bereits nach drei, vier Stunden wieder Strom liefern zu können.“ Aktuell steigen die Energiepreise stark an. Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung? Entstrasser: „Ich gehe davon aus, dass die Energiepreise mittelfristig nicht mehr auf das Niveau von früher zurückgehen werden, wiewohl es schwierig ist, die zukünftige Entwicklung im Detail vorauszusagen.“ Erich Entstrasser FOTO: TIWAG/DIE FOTOGRAFEN A‘KOMMENTAR 25. September: Wichtige Wahl für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer! von AK-Präsident Erwin Zangerl Bei der Landtagswahl am 25. September geht es nicht nur um die Wahl der politischen Vertreter:innen, die in den kommenden fünf Jahren die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vertreten sollen, es geht auch um die Stärkung unserer Demokratie. Sich in einer freien, demokratischen Wahl dafür entscheiden zu können, wer unsere Anliegen umsetzen soll, ist eine schwer erkämp e Errungenscha , mit der wir nicht achtlos umgehen dürfen, deshalb ist es auch wichtig, sich am 25. September kurz Zeit zu nehmen und seine Stimme abzugeben. Dies ist auch wichtig, vor dem Hintergrund, dass wir uns in schwierigen Zeiten be nden. Und gerade schwierige Zeiten erfordern stabile Verhältnisse – stabile Verhältnisse, die jede bzw. jeder von Ihnen mit seiner Stimme scha en kann. Denn die breite Mitte, der Ausgleich zwischen den Interessen und die Solidarität dürfen nicht verloren gehen, ansonsten nden wie uns irgendwann in einer Gesellscha wieder, die von extremen Gruppierungen regiert wird, mit allen negativen Auswirkungen, die das zur Folge hätte. Aber auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind die kommenden Wahlen eine wichtige Möglichkeit, um ein zusätzliches Zeichen zu setzen: Ein Zeichen für eine starke Vertretung, denn die 350.000 von der AK in Tirol vertretenen Beschä igten repräsentieren die überwältigende Mehrheit im Land. Es braucht deshalb auch ein zeitgemäßes Bild dieser gesellscha lichen Realität, das sich in der politischen Vertretung widerspiegelt. Deshalb braucht es auch möglichst viele Abgeordnete, die wissen, wie es den arbeitenden Menschen geht und die die Sorgen und Wünsche der Menschen kennen und verstehen. Aus diesem Grund benötigen wir im Tiroler Landtag mehr Vertreter aus der Arbeitnehmerscha , mit Ihrer (Vorzugs) Stimme ist dies möglich. Ich bitte Sie, daran zu denken. Unser Wohlstand beruht auf Solidarität, dem fairen sozialen Ausgleich und einer gelebten Demokratie mit stabilen Verhältnissen. Diese Werte gilt es, bei der kommenden Wahl zu verteidigen. Denn die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind Ihnen allen bekannt. Deshalb machen Sie von Ihrem Recht Gebrauch und sorgen Sie am 25. September für stabile Verhältnisse und einen Landtag, der Ihre Interessen vertritt. erwin.zangerl@ak-tirol.com

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WIRTSCHAFT FREITAG, 23.9.2022 | NR. 511 7 Einmal geht's noch! Zurzeit gibt es kaum eine Branche, die nicht händeringend nach Mitarbeitern sucht. Die Ansprüche an die Bewerber sinken, das Entgegenkommen steigt. Viele Unternehmen wird das und die Teuerung, sowie Lieferengpässe durch den Krieg usw. so zusetzen, dass sie das nicht auf Dauer überleben werden. Die Wirtschaftswelt und so auch die Welt für uns Alle wird sich verändern. Und so wie es jetzt aussieht, wird Europa zu den Verlierern gehören. Doch das muss nicht so bleiben. In jeder Krise steckt eine Chance. Wir haben bei der Finanz- und Wirtschaftskrise gezeigt, dass wir es können. Einige Jahre später waren wir erfolgreicher als zuvor. Aber diese Anstrengung kostet Kraft. Und man hat oft das Gefühl, der Bevölkerung geht die Luft aus. Die ständigen Horrormeldungen von zuerst den Gefahren der Pandemie, dann dem Krieg in Europa. Die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise. Den Kampf um das größte Atomkraftwerk. Die Folgen aus alledem lähmt viele Menschen in ihrem Tun. Die Jugend leidet in großem Ausmaß an Depressionen. Sie ist diese mannigfaltige Gefahr nicht gewohnt. Rund um die Uhr liefert das Internet neue Negativmeldungen. Wir brauchen Leute, die diese Abwärtsspirale bremsen und ins Gegenteil kehren. Intelligente, erfahrene Menschen, die Lösungen aufzeigen und vor allem mit positiver Motivation anstecken. Nicht umsonst haben Psychiater schon Wirtschaftsnobelpreise gewonnen. Wirtschaft hat viel mit Psychologie zu tun. Wir haben nur dieses Leben. Haben das Glück in einem der schönsten Länder der Welt zu Leben. Wir sind gut ausgebildet, waren immer als genau und fleißig bekannt. Innovationen aus Tirol gingen um die Welt. Und wenn wir uns anschauen an was in unserem Land gerade alles geforscht wird, kann man nur begeistert sein. Der Krieg wird zu Ende gehen und wir werden unser Leben zurückbekommen, wenn wir wollen und darum kämpfen. Das funktioniert aber nur, wenn wir zusammenstehen. Unsere Kraft für Etwas, statt gegen Etwas einsetzen. Wir müssen alle gerecht unseren Beitrag leisten. Und eine Portion Gottvertrauen kann auch nicht schaden. Begonnen hat alles mit einer Idee eines französischen Besatzungsoffiziers namens Michel Rimbaud. Der Chemiker war in der Penicillin-Forschung tätig gewesen und sah großes Potenzial darin, die österreichische Bevölkerung mit Penicillin aus eigener Erzeugung zu versorgen. Gleichzeitig hörte er vom leer stehenden Fabriksgelände der Bierbrauerei Kundl. Für Rimbaud eine Win-win-Situation, denn Bier und Penicillin entstehen im Prinzip auf Basis desselben Verfahrens: Fermentation. Dort, wo zuvor Bier gebraut wurde, wurde ab 1948 Penicillin hergestellt. Forschern gelang 1951 dann noch ein medizinischer Durchbruch: sie entwickelten das erste säurefeste Penicillin. Damals eine Weltsensation, Ein Schwergewicht in der Pharmaindustrie ist im Tiroler Unterland zu finden – und dies bereits seit 75 Jahren. denn nun konnte man die Arznei erstmals in Tablettenform oral verabreichen. Das patentierte Präparat kam in 28 Ländern auf den Markt – und ist heute noch im Portfolio von Sandoz. Novartis investiert weiter in Tiroler Biopharmazeutika-Kompetenzzentrum Das Tiroler Unterland als Pharmazie-Forschungsstandort ist heute noch ein großes Thema. Im Rahmen einer Investitionsoffensive zur Stärkung der Kapazitäten in der Biopharmazeutika-Entwicklung durch Novartis, sozusagen der Nachfolger der Biochemie, entsteht aktuell eine neue Anlage zur Entwicklung von Biopharmazeutika in Schaftenau. Eine neue Pilotanlage für sogenannte „Medical Devices“ wie Auto-Injektoren und Pens zieht ebenfalls in die Entwicklungskompetenz des Standorts ein. Das Investitionsvolumen für beide Anlagen beläuft sich in Summe auf rund 75 Millionen Euro. „Fast die Hälfte aller neu zugelassenen Arzneimittel sind Biopharmazeutika, Tendenz steigend. Kein Wunder, denn sie eröffnen neue Die Wurzeln der Tiroler Novartis-Standorte in Kundl und Schaftnau (Bild) gehen auf das Jahr 1946 zurück. Den Grundstein legte vor exakt 75 Jahren die Biochemie Kundl. FOTO: NOVARTIS Wie aus einer Tiroler Brauerei ein Top-Pharma-Unternehmen wurde Therapiemöglichkeiten bei einer Vielzahl von Krankheiten“, erklärt Michael Kocher, Country President von Novartis Austria. Mario Riesner, Geschäftsführer des Campus Kundl/Schaftenau: „Wir festigen mit dem Wachstumsschritt die Schlüsselposition im globalen Biopharmazeutika-Produktionsnetzwerk von Novartis.“ Schaftenau ist das Novartis-Kompetenzzentrum für moderne Zellkulturtechnologie. Der Standort deckt die komplette Wertschöpfungskette für Biopharmazeutika ab – vomWirkstoff bis zum fertigen Arzneimittel – und spielt deshalb eine zentrale Rolle im Produktionsnetzwerk des Pharma-Riesen. Von der Natur des Zillertals inspiriert Rebekka Ruetz bringt Tiroler Haute Couture auf den Laufsteg Die Leidenschaft der Tiroler Designerin Rebekka Ruetz für das „Tal der unzähligen Möglichkeiten“ inspiriert erneut zu einer Kollektion. Die Frühling/Sommer Kollektion 2023 „friederIKE“ vomModelabel rebekka ruétzwurde zuletzt inBerlinpräsentiert. In kaum einem der Tiroler Täler ist die Wirtschaft dermaßen vielseitig wie im Zillertal. Etwas ganz besonderes ist die Mode aus dem Tal. Und sie muss nicht immer traditionell ausgerichtet sein. Das beste Beispiel hierfür ist Rebekka Ruetz, Die Designerin ist für ihre auffälligen Muster und außergewöhnlichen Schnitte bekannt. In der neuen Kollektion, die ab April 2023 erhältlich ist, polarisieren botanische und marmorierte Drucke und werden durch dekorative Stoffe und sportliche Accessoires zur Geltung gebracht. Feine, komfortable Materialien harmonisieren mit fließenden Schnitten, die Körper und Bewegungen sanft umspielen und so eine gewisse Transparenz mit sich bringen. Die Frühling/Sommer Kollektion 2023 lässt von vergangen Tagen schwärmen, kombiniert romantische sowie futuristische Elemente und schafft so Raum zum Träumen. „Raum zum Träumen“ den findet die Designerin im Zillertal, wo sie sich bereits zum vierten Mal die Eingebung für ihre neue Kollektion geholt hat. „Es gibt keinen besseren Lehrer als die Natur, wenn es um perfekte Farbkombinationen und den Mix von verschiedensten Materialien geht“, erklärt sie. So kombiniert die Farbpalette von „friederIKE“ warme und kühle Nuancen. Warme Farben wie sie beispielsweise im herbstlichen Laub der Zillertaler Bäume zu entdecken gibt und kühle Blautöne wie die vielen glasklaren Bergeseen, die im Sonnenlicht glitzern. Zusammenarbeit mit Zillertal Tourismus Bereits in der Vergangenheit arbeiteten Rebekka Ruetz und Zillertal Tourismus zusammen. Die Designerin verarbeitete deren ehemalige Werbeplanen in nachhaltiger Manier zu Kleidungsstücken und Accessoires. Aus der Kooperation resultierten z.B. die Kollektionen „placID“, „reSET“ und „reALTERation“. Niklas Kramer, Geschäftsführer von Zillertal Tourismus, zeigt sich ebenfalls begeistert: „Die Fashion Week in Berlin, auf der die Kollektion präsentiert wurde, bot eine Bühne, um auch das Zillertal prominent zu platzieren. „friederIKE“ zelebriert eine liberale Perspektive auf die Romantik, Zärtlichkeit und Freiheit.“ Das Label rebekka ruétz steht für eigenwillige und extravagante Kreationen. FOTOS: HUTTER ... und modische Widersprüche. Rebekka Ruetz – spannender Materialmix ...

WISSENSCHAFT FREITAG, 23.9.2022 | NR. 511 8 Tirols bedrohte Eishöhlen Ein Team der Universität Innsbruck beschäftigte sich erstmals umfassend mit Eisverlusten in alpinen Eishöhlen. Das österreichische Höhlenkataster weist mehr als 1.200 derartige Höhlen aus. Acht davonwurden untersucht, darunter dieHundsalm-Eisund Tropfsteinhöhle sowie der Guffert-Eisschacht in Tirol. Für die jüngere Vergangenheit ist die Bilanz der Eishöhlen klar negativ: „Nicht nur Gletscher zeigen eine überdurchschnittlich negative Massenbilanz besonders in den letzten Jahrzehnten. Auch das Eis der Eishöhlen ist von den Folgen des Temperaturanstiegs und der rückläufigen Niederschlagsmengen betroffen“, sagt Tanguy Racine aus der Quartärforschungs-Arbeitsgruppe rund um Christoph Spötl am Institut für Geologie. „Wir sehen eine Geschwindigkeit des Eisrückgangs, die in keiner Periode in unserem Messzeitraum der letzten 2000 Jahre zu beobachten war.“ Hundsalm-Höhle und Guffert-Eisschacht Für die Hundsalm Eis- und Tropfsteinhöhle am Buchacker oberhalb von Angerberg bzw. Mariastein – übrigens die einzige öffentlich zugängliche Eis- und Tropfsteinhöhle Westösterreichs – wurden zwei Wachstumsphasen festgestellt, die allerdings weit zurückliegen: im 7. und 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, also dem angehenden Frühmittelalter, sowie ab dem 15. Jahrhundert, als Amerika entdeckt wurde (1492). Diese zweite Phase reichte bis in das 19. Jahrhundert hinein. Aktuell sind allerdings starke Rückgänge zu verzeichnen. Das Monitoring imGuffert-Eisschacht in Steinberg am Rofan ergab einen Rückgang der Schneeoberfläche um fast drei Meter zwischen 2019 und 2021. Wachstumsphasen datieren auch hier weit zurück. Diese gab es zwischen dem 5. und dem 9. Jahrhundert, im Übergang von der Spätantike ins Frühmittelalter, und zwischen dem 13. und 19. Jahrhundert. Das Eis im Schacht ließ sich übrigens bis in die Zeit vor Christus (2. bis 1. Jahrhundert) zurückdatieren. Charlotte Honiat und Tanguy Racine vom Institut für Geologie sammeln im Tiroler Guffert-Eisschacht Eisproben für die weitere Analyse im Labor in Innsbruck. FOTOS: CHRISTOPH SPÖTL Die Eiskörper der untersuchten Höhlen bilden sich aus festem Niederschlag: Schnee fällt und rutscht im Winter in die Höhle und wird dann in weiterer Folge zu Eis. Mithilfe der Radiokarbon-Methode ermittelte das Team das Alter der oft viele Meter dicken Eisschichten: „Um das Eis zu datieren, haben wir uns auf kleinste Einschlüsse von Holz konzentriert. Das Alter dieser Holzreste, die von außen in die Höhlen gefallen sind, lässt sich genau bestimmen“, erklärt Racine die Vorgangsweise. Das Team konnte belegen, dass sich historisch dokumentierte Gletschervorstöße wie etwa in der „Kleinen Eiszeit“ auch im Zuwachs der Eismasse in Eishöhlen abbilden bzw. zeitlich zusammenfallen. Die Ergebnisse zeigen auch, dass ein Großteil des unterirdischen Eises in Österreich aus der „Kleinen Eiszeit“ zwischen etwa dem 15. und 19. Jahrhundert stammen. Die Forscher bei der Feldarbeit in der EisgrubenEishöhle. Sie verlor in 40 Jahren zehn Meter Eis. Bezahlte Anzeige „Jede neue Schwierigkeit verlangt nach neuen Antworten.“ „Ich bin durch und durch ein Christlich-sozialer, dem bürgerliche Werte wie Leistung, Tradition, Eigenverantwortung und Familie unendlich wichtig sind. Wir müssen schauen, dass wir auch jene mitnehmen, die sich selbst schwertun. Im Gegenzug dürfen aber diejenigen, die arbeiten und fleißig sind, nicht die Draufzahler sein.“ „Die Zeiten ändern sich und die Gesellschaft entwickelt sich weiter. Die Herausforderungen von heute lassen sich nicht mit Konzepten aus dem letzten Jahrhundert lösen. Ich will Landeshauptmann werden, um zu gestalten, weil ich überzeugt bin, dass wir in zentralen Bereichen neue Wege gehen müssen.“ Unser Programm zur Tirolwahl „Wir brauchen eine Politik der Mitte, die nachvollziehbare Entscheidungen trifft und sich nach Notwendigkeiten richtet, nicht nach Umfragen.“ „Mir geht es darum, Brücken zu bauen, statt Keile in unsere Gesellschaft zu treiben.“ Hart arbeiten. Für Tirol. Für Zeitenwiediese. Jetzt geht es darum, wer Landeshauptmann von Tirol werden soll. Dafür bitte ich Sie um Ihre Stimme. Ihr Anton Mattle © Johann Groder

BILDUNG FREITAG, 23.9.2022 | NR. 511 9 Für Menschen da sein, ihre Ängste und Hoffnungen teilen, sich Zeit für sie nehmen und ihrer Sehnsucht nach erfülltem Leben gemeinsam nachspüren – gerade die vergangenen Jahre zeigten, wie unverzichtbar ehrenamtliche SeelsorgerInnen in Altenheimen und Krankenhäusern sind. Im Jänner 2023 starten Alten- und Pflegeheimseelsorge, Krankenhausseelsorge und mobile Hausseelsorge in Tirol einen umfangreichen ökumenischen Lehrgang für ehrenamtliche SeelsorgerInnen. „Als Krankenhausseelsorgerin nehme ich einen großen Bedarf nach Begleitung und menschlicher Nähe in unserer Gesellschaft wahr“, so Hildegard Anegg, Leiterin der Krankenhausseelsorge. Eingeladen sind Frauen und Männer, die bereit sind, durch die Begegnung mit älteren oder kranken Menschen persönlich und spirituell zu wachsen und anderen etwas von ihrer Zeit zu schenken. Beginn des Lehrgangs ist am 13. Jänner 2023. Die Anmeldung ist bis 25. November 2022 möglich. Die Kosten für Kurs, Unterkunft und Verpflegung von 800 Euro übernehmen – bis auf einen Selbstbehalt von 100 Euro – die katholische und evangelische Kirche. Um die Ausbildungslehrgänge kennenlernen zu können, bieten die veranstaltenden Einrichtungen regionale Informationsveranstaltungen an. Die Termine sind: Zams/Krankenhaus am 4. Oktober 2022, 16.30 Uhr; Jenbach/KolpinghausSchülerheim am 5. Oktober 2022, 19 Uhr; Reutte, Haus Ehrenberg am 13. Oktober 2022, 19 Uhr. Für Ältere und Einsame da sein: Lehrgang für SeelsorgerInnen Sich Zeit nehmen für andere, das ist ein Kerngedanke in der Seelsorge. FOTO: GOTTFRIED RIESSLEGGER Kochen liegt voll imTrend Bildung für daheim: gute Kochbücher stark nachgefragt – das spürt auch eine Tirolerin DieCorona-Lockdowns habendie Bedeutung der eigenen vierWände, der Küche und des Kochens gesteigert. Kochen und Essen zu Hause werden wieder zum Alltag und die Küche wird laut einer Studie des Zukunftsinstituts wieder zumMittelpunkt des sozialen Lebens. VON MANFRED SCHIECHTL Die Corona-Zeit mit ihren Lockdowns hat die Bedeutung des Kochens verändert: 69 Prozent sagen, dass es ihnen wichtiger geworden ist, selbst zu kochen. 36 Prozent sagen: „Seit Corona koche ich häufiger als zuvor“. 26 Prozent stimmen der Aussage zu: „Seit Corona strukturieren Mahlzeiten wieder vermehrt meinen Alltag“. 75 Prozent sagen, dass es ihnen wichtiger geworden ist, immer genügend frische Lebensmittel zu Hause zu haben. Kochen laut der Studie für Siemens wird sowohl als Handwerk als auch als Hobby, und sogar als Kunst, wiederentdeckt. Kochen gewinnt eine neue Rolle im Alltag, ist nicht nur lästige Pflicht, sondern bietet eine gute Zeit. Kochbücher als Lern-Bücher für daheim Nicht zuletzt deshalb liegen auch Kochbücher im Trend. 49 Prozent der Studienteilnehmer bekräftigen, dass es ihnen wichtig ist, neue Rezepte kennenzulernen. Dass Kochbücher als Quelle dafür gefragt sind, kann auch eine Tirolerin bestätigen, Elisabeth Degenhart aus Oberperfuß. Sie hat sich schon in der Finanzkrise von 2008 eine ausgezeichnete Nische für ihr erstes Werk, das 1-Euro-Kochbuch, gesucht: wohlschmeckende Gerichte zu geringen Kosten. Das Buch war ein Volltreffer und ist bis heute eines der meistverkauften Kochbücher im deutschen Sprachraum. Die aktuelle Wirtschaftskrise wird sicher für zusätzlichen Auftrieb sorgen. Das Haushaltsbudget, gebeutelt von den hohen Energiekosten, wird bekanntlich immer schmaler. „Das Buch hat sofort eingeschlagen. 2008 war es bereits ein Bestseller, da habe ich sogar Promikoch Johann Lafer geschlagen“, ist Degenhart auf ihre Idee zurecht stolz. Als Draufgabe gab es auch den Preis für das beste österreichische Kochbuch, zudem wurde es auf einer Messe für Europas beste Kochbücher in Paris prämiert. Daher folgten noch das 2-Euro-Kochbuch und das süße 1-Euro-Kochbuch. Für ihr erstes Buch hat sie ein Jahr gebraucht. „Ich habe an den Rezepten, die ich veröffentlichen wollte, solange herumgetüftelt, bis es sich mit dem einen Euro ausgegangen ist“, erzählt die Oberperferin. Die Tipps der Profiköchin aus Tirol „An erster Stelle steht ein Haushaltsplan für die anstehende Woche. Am besten setzt man sich am Sonntag mit der Familie oder den Mitbewohnern zusammen und bespricht das Programm für die Woche. Denn – wenn man hungrig in den Supermarkt geht und nicht weiß, was man kochen will, dann wird es teuer“, so Degenhart. „Einmal für die gesamte Woche einkaufen, dann hat man alles daheim. Und kann jeden Tag stressfrei und gemütlich kochen.“ Ein weiterer Vorteil ist, dass es mit dieser Methode viel weniger (teuren) Abfall gibt. Doch woher stammen Degenharts Kochkünste und der Sinn fürs Sparen? „Ich bin bei der Oma aufgewachsen, meine Mutter war sehr krank. Da meine Oma aber nicht sehr einfallsreich beim Kochen war, hatte ich schon im Alter von sechs Jahren meine ersten Kocheinsätze“, erzählt die Bestsellerautorin. Mit der Zeit und der frühen Übung ist ihre Kochfantasie gewachsen. Und eine erste Krise sorgte für das Fundament der späteren Kochbücher: „Ja, die Wirtschaftskrise in den 1970er-Jahren war für eine einfache Familie mit vier Kindern nicht einfach. Da musste ordentlich gespart werden.“ Mit einem Augenzwinkern schiebt sie nach: „Not macht andererseits aber auch erfinderisch.“ Degenhart macht Koch-Fans Mut „Ich habe mein ganzes Leben lang nie ein Kochbuch besessen. Ich habe mit Zutaten experimentiert“, erzählt sie. Man muss sich nicht immer sklavisch an Rezepte halten, sie vielmehr auch als Inspiration für neue Ideen sehen. Und ihre große Herausforderung ist – „nichts wegschmeißen.“ Das erfordert Disziplin beim Einkaufen und Kochen. Spart jedoch übers Jahr viel Geld und ist sicher die nachhaltigste Form der Selbstversorgung mit Speisen. „Als ich mit dem 1-Euro-Kochbuch begonnen habe, schrieb ich alle Experimente und die Rechnereien in ein Rezeptheftl. Bei dem Buchtitel wollte ich ja keinen Schmarren erzählen. Mein Mann musste als Testpilot herhalten und alles probieren, was ich für die Buchrecherche fabrizierte. Es ging natürlich auch einiges schief, aber am Ende hatte ich die 202 Rezepte beisammen, die veröffentlicht wurden.“ Bei allen Fehlschlägen – Degenhart gab nie auf, als der Plan, ein Kochbuch zu schreiben, einmal gefasst war. Der Grund ist einfach: „Ich mag keine Niederlagen einstecken.“ Hausbesuch bei Elisabeth Degenhart in Oberperfuss – die Tirolerin erzählt, wie sie zum Kochen kam und zeigte sogleich ihre Fertigkeiten in der Küche. FOTOS: LEOPOLD STOCKER VERLAG, ATHESIA Ein Blick in das 1-Euro-Kochbuch von Elisabeth Degenhart – eines der Top-Gerichte in der Rezeptesammlung sind die abgebildeten „Gefüllten Käseerdäpfel“. Das 1-Euro-Kochbuch – seit 15 Jahre eines der meistverkauften deutschsprachigen Kochbücher.

FREIZEIT & TOURISMUS FREITAG, 23.9.2022 | NR. 511 10 Farbenprächtiges Spektakel Der Herbst ist in Tirol die Zeit der publikumsträchtigen Tradition der Almabtriebe Der Sommer geht in den Herbst über, die Nächte werden länger, die Temperaturen sinken. Sehr stark ist dies bereits auf den Tiroler Almen zu spüren. Zeit also, das Viehwieder ins Tal zu treiben. Am letzten September-Wochenende herrscht vor allem im Tiroler Unterland Hochbetrieb in Sachen Viehtrieb. Bunt geschmückt mit Zweigen, Bändern, Spiegeln und Kränzen beenden Stiere, Kühe und Jungtiere den langen Almsommer und treten den Weg in die Winterbehausungen im Tal an. Die traditionsreichen Almabtriebe sind aber nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch immer die Zeit für kulinarische Genüsse, sprich Feste. Eine kurzer Überblick über die anstehenden Veranstaltungen. Wildschönau: Viele farbenprächtig geschmückte Tiere kommen am 24. September gegen Mittag beim Wildschönauer Almabtrieb ins Tal. Beim Parkplatz der Schatzbergbahn in Auffach findet das Almfest ab 10 Uhr statt. Beim Handwerks- und Bauernmarkt gibt es lokale Produkte, u.a. den berühmten Käse von der Schönangeralm. Für den kulinarischen Rahmen sorgen die Vereine und Lokale des Dorfes, auch die Bäuerinnen mit ihren beliebten „Brodakrapfen“. Söll: Ein herbstliches Fest für alle Sinne ist der alljährliche Almabtrieb in Söll. Die Bundesmusikkapelle Söll spielt auf und es gibt zu Essen und zu Trinken. Wer sich also dieses Highlight nicht entgehen lassen möchte, ist am 24. September in der Gemeinde Söll richtig. Um ca. 10 Uhr geht es mit dem Fest los, um 12 Uhr wird das Almvieh im Dorf erwartet. Hintertux: Vom 23. bis 24. September findet das 31. Hintertuxer Oktoberfest statt. Am Freitag heizt „Z-Pur“ und anschließend „DJ Realize“ im Festzelt in Hintertux kräftig ein, tags darauf ist auf dem Festgelände ein großer Bauernmarkt und die festlich geschmückten Kühe kommen von der Bichlalm zurück ins Tal. Einer der wohl schönsten und traditionellsten Almabtriebe in Tirol feiert den Festausklang mit dem „Kasermandl Duo“ und anschließend Live-Musik mit „Die Lauser“ im Festzelt. Hopfgarten: Wenn zahlreiche Rinder quer durch den Hopfgartner Markt marschieren, dann werden sie auf ihrem Heimweg gebührend empfangen. Ab 10 Uhr spielt die Musik auf, es werden die ersten Gaumenfreuden des Tages – von typisch traditionellen Tiroler Schmankerln bis hin zu Edel-Schnäpsen – angeboten. Beim Bauernmarkt kann man sich mit naturbelassenen Produkten aus der Region eindecken. Zell und Gerlos: Bei den Almabtriesfesten in den Gemeinden Zell und Gerlos treten am 24. September die Bauern mit ihrem stolz aufgebüschelten Almvieh den Heimweg ins Tal an. In beiden Orten wird dieses Fest mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm und musikalischer Unterhaltung gefeiert. Wiesing: Am 24. September ab 11 Uhr sorgt die Bundesmusikkapelle Wiesing am neuen Dorfplatz in Wiesing für musikalische Unterhaltung. Für Speis und Trank ist bestens gesorgt. Der „Jörgen Bauer“ zieht um ca. 14 Uhr mit seinem Vieh von der Alm ein. Waidring: Das Schmücken der Kühe des „Jagster Bauern“ auf der Kammerkör Alpe erfolgt am 24. September um 10 Uhr. Im Anschluss gibt es den Almabtrieb über die Mautstraße in die Waidringer Schredergasse mit Ankunft zwischen 12:30 und 13 Uhr. Fieberbrunn und Mayrhofen: Wer am 24. September keine Zeit für den Besuch eines Almabtriebs hat, der erhält am Wochenende darauf, am 1. Oktober, eine zweite Chance, wenn der „Hansen Bauer“ in Fieberbrunn sein Vieh ins Tal bringt. Das Schmücken der Kühe wird ab ca. 12 Uhr am Gasthof Eiserne Hand vorgenommen. Der Almabtrieb geht in Richtung Dorfzentrum bis Dandlerau. Ankunft ca.14 Uhr. Alternativ gibt es in Mayrhofen von 11 bis 16 Uhr den Almabtriebs-Nachmittag „Stark & Bearig“. Parallel dazu findet das Hooo-RuckFest der Erlebnissennerei Zillertal statt. In Auffach in der Wildschönau gibt es zum Almabtrieb auch ein Almfest. FOTO: WILDSCHÖNAU TOURISMUS Bezahlte Anzeige

Die AK Tirol bietet jungen Frauen zwischen 16 und 32 Jahren mit dem Projekt women@tech kostenlos die Möglichkeit, mit dem BFI Tirol die Berufswelt von morgen kennenzulernen. Den Teilnehmerinnen wird in kurzer Zeit ein Basis-Skillset imDigitalbereich und eine Orientierungshilfe im Dschungel der technischen Berufe und Ausbildungen vermittelt. die Veranstaltungen werden am bfi in Innsbruck und in der Werkstätte Wattens abgehalten. Der Umfang beträgt 28 Wochenstunden. Start ist am 7. November. Die jeweils maximal zehn Teilnehmerinnen erhalten bis 10. Februar 2023 eine kostenlose Ausbildung. Auch Benefits gibt es, nämlich ein geringfügiges Gehalt Frauen sind im technischen Bereich immer noch stark unterrepräsentiert sind. Die AK Tirol startet nun in Zusammenarbeit mit dembfi ein Projekt, um Frauen die Technikwelt näher zu bringen. während der Ausbildung sowie ein KlimaTicket Tirol. Die Ausbildung führt in folgende Themenbereiche ein: digitale Jobs und Technologien der Zukunft; Programmieren und Datenbanken; IT-Projektmanagement; Adobe InDesign und Illustrator; Programmierung von Mikrocontrollern; Umgang mit 3D-Drucker und Lasercutter; Design- und Innovationsprozesse; Persönlichkeitsbildung und Bewerbungstraining; Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter. Das erwartet die Teilnehmerinnen während der Ausbildung: Vermittlung digitaler BasisSkills; Berufsorientierung und Persönlichkeitsbildung; Challenges und Gruppenarbeiten; Unternehmensbesuche und Praxisbeispiele; Gastvorträge von Role Models; praxisbezogenes Projekt in der Werkstätte Wattens; Abschlusspräsentation. Ebenfalls Teil der Ausbildung ist eine zweiwöchige Praxis in der Werkstätte Wattens. Die Werkstätte Wattens ist, so beschreibt sie sich selbt, ein internationales Unternehmens- und Kreativzentrum für Gründer, Startups sowie produzierende und dienst leistende Unternehmen. Ablauf der Bewerbung Am 26. September sowie am 10. Oktober gibt es kostenlose Infotermine (jeweils um 17 Uhr, online via Zoom, Dauer maximal eine Stunde). Die übermittlung eines Lebenslaufs und eines Motivationsschreibens muss bis 12. Oktober erfolgen. Das Motivationsschreiben soll folgende Punkte beinhalten und nicht länger als eine A4-Seite sein: Warum möchtest du am Projekt teilnehmen? Was erwartest du dir von der Teilnahme? Was macht dich als Person aus und welche Eigenschaften bringst du mit? In der Kalenderwoche 41 erfolgen Kennenlerngespräche. Zu- bzw. Absagen werden bis spätestens 14. Oktober übermittelt. Projekt women@tech – die Berufswelt vonmorgen kennenzulernen Projekt women@tech von AK und bfi – mehr Frauen in Technikberufen. FOTO: PEXELS STELLENMARKT FREITAG, 23.9.2022 | NR. 511 11 Für 4 Personen TIPP # Sie können die Knödel auf einer leichten Rahmsauce, auf Steinpilzragout oder einfach nur mit brauner Butter und Käse abgeschmälzt servieren. DieTiroler Heinrich Gasteiger, Gerhard Wieser, Helmut Bachmann Das Südtiroler Knödelkochbuch Die besten Rezepte zum Selbermachen ISBN: 978-88-6839-515-5 Hardcover, 96 Seiten, 14,90 Euro Erschienen im Athesia-Tappeiner Verlag Steinpilzknödel mit Kräuter-Steinpilz-Salat Steinpilzknödel 1. Brot in kleine Würfel schneiden und in eine Schüssel geben 2. Steinpilze putzen und in kleine Würfel schneiden. 3. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein schneiden. In Butter dünsten, Pilze dazugeben und mitrösten. Mit Salz, Pfe er, Petersilie und Schnittlauch abschmecken. 4. Die Pilzmischung unter das Brot heben. Milch mit Eiern verrühren und ebenfalls dazugeben. Dann das Mehl untermischen und die Masse zugedeckt etwa 15 Minuten ruhen lassen. 5. Mit nassen Händen oder einem Lö el Knödel formen. 6. Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Steinpilzknödel darin etwa 15 Minuten kochen lassen. Kräuter-Steinpilz-Salat Kräutersalate, Steinpilze, Speck und Brotwürfel vermischen, mit Olivenöl, Zitronensa , Salz und Pfe er marinieren. Fertigstellung Die Steinpilzknödel auf Tellern anrichten, den Kräuter-SteinpilzSalat über die Steinpilzknödel geben und servieren. Steinpilzknödel 200 g Schnittfestes Weißbrot oder Knödelbrot 150 g frische Steinpilze oder 20g getrocknete Steinpilze 40 g Zwiebeln 1 Knoblauchzehe 2 EL Butter zum Dünsten Salz, Pfeffer aus der Mühle 1 EL Schnittlauch, fein geschn. 100 ml Milch 3 Eier 2 EL Mehl Kräuter-Steinpilz-Salat 60 g Kräutersalate (Rucola, Vogelsalat, Friseesalat, Kapuzinerkresse) 50 g rohe Steinpilzscheiben 12 geröstete Speckscheiben 30 g geröstete Brotwürfel 2 EL Olivenöl 1 EL Zitronensaft Salz, Pfeffer aus der Mühle Ob herzhaft oder süß, einfach oder raf niert, ob klassisch oder als neue Kreation – das abwechslungsreiche Gericht ist aus der Küche nicht mehr wegzudenken. So kommen Sie mit der AK zu Ihrem Geld JETZT IN IHRER AZ! Steigende Energie- und Lebensmittelpreise, steigende Wohnkosten, steigende Inflation − um die seit Monaten andauernde Teuerungswelle abzuschwächen, gibt es von Bund und Land zahlreiche Förderungen und Steuererleichterungen. Um im Förderdschungel den Überblick zu behalten, finden Sie in der neuen Ausgabe der Tiroler Arbeiterzeitung, alle Zuschüsse und Steuererleichterungen von A bis Z aufgelistet. Also reinblättern lohnt sich! Alle Förderungen auf einen Blick Von A bis Z Von der bundesweiten Abschaffung der Kalten Progression über den Energiekostenausgleich, den Klima- und Reparaturbonus bis hin zu Unterstützungen auf Landesebene wie Kindergeld Plus, Netzwerk Tirol hilft sowie Schulkosten- und Wohnbeihilfe. AK Service Bei Fragen zu allen Bereichen helfen die Expert:innen der AK Tirol unter 0800/22 55 22 Gleich in der Tiroler Arbeiterzeitung nachlesen! AK Lernbegleitung kostenlos in ganz Tirol GLEICH ANMELDEN! Wissenslücken vorbeugen, bevor sie entstehen: Das ist das Ziel der kostenlosen „AK Lernbegleitung im Herbst“, die mit dem neuen Schuljahr erstmals mit unserem Bildungspartner BFI tirolweit angeboten wird. Schülerinnen und Schüler ab der 5. Schulstufe können sich gleich nach Beginn des Wintersemesters in Kleingruppen gezielt auf Schularbeiten und Tests vorbereiten. Zwei Termine zur Wahl Modul 1: Start ab 10. Oktober Modul 2: Start ab 14. November Jedes Modul umfasst vier Wochen. Der Unterricht findet jeweils an einem Tag pro Woche von 14 bis 17 Uhr statt. Auf Wunsch können auch zwei Fächer an zwei verschiedenen Wochentagen gebucht werden. Angeboten werden die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik (weitere Fächer auf Anfrage möglich). Die Teilnahme an der AK Lernbegleitung ist kostenlos. Lernbegleitung ab Oktober Kursorte Alle Kurse finden am BFI in Innsbruck sowie in den BFI-Bezirksstellen in Imst, Landeck, Reutte, Schwaz, Kitzbühel, Kufstein und Lienz statt. Info & Kontakt Gleich anmelden und Platz sichern beim BFI Tirol unter Tel. 0512/59 6 60 oder per eMail an lernbegleitung@bfi-tirol.at © Elena Kratovich/stock.adobe.com

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